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Jüchen: Zweiter Vorstoß für einen Sportstättenentwicklungsplan

Stadtsportverband Jüchen : Zweiter Vorstoß für einen Sportentwicklungsplan

Der Stadtsportverbandsvorsitzende Heinz Kiefer wagt nach seinem Scheitern im Jahr 2018 erneut einen Versuch für einen Sportentwicklungsplan. Anlass ist die Rückschau auf 45 Jahre Gemeinde- und Stadtsportverband.

Um ein gemeinsames Sprachrohr für die Jüchener Sportvereine gegenüber Politik und Verwaltung zu haben, wurde vor 45 Jahren der Gemeindesportverband  (GSV) gegründet: Daran erinnert sich Gründungsmitglied Christian Nelles. Er habe sich seinerzeit dafür stark gemacht, dass Jüchen drei Sportzentren bekommen sollte, blickt der 83-Jährige zurück. Mit dem Schul- und Sportzentrum in Jüchen sowie der Dreifachhalle und dem Platz in Gierath seien diese Ziele auch erreicht worden. Nur zwischen Hochneukirch und Otzenrath bestünden offenbar die alten Rivalitäten immer noch fort, bedauert Nelles.

Anlass für die Gründung des Gemeindesportverbandes, der mittlerweile als Stadtsportverband (SSV) firmiert, sei im Jahr 1975 der Sportstättenleitplan gewesen, den der Rhein-Kreis Neuss habe für alle Kommunen aufstellen wollen: „Darin stand unter anderem, dass Jüchen keinen Bedarf an Tennisplätzen habe“, monierte Nelles damals und schrieb als stellvertretender GSV-Vorsitzender eine entsprechende Stellungnahme. Die hat gefruchtet: Heute gibt es fünf Tennisanlagen in Jüchen, bilanziert Nelles.

So wie es vor 45 Jahren darum ging, dass der Sport in Jüchen in der Sportstättenleitplanung des Kreises nicht zu kurz kam, so geht es dem aktuellen Vorsitzenden Heinz Kiefer um einen Sportentwicklungsplan für Jüchen. 2018 hatte er erfolglos versucht, bei Politik und Verwaltung Bereitschaft für die Aufstellung eines solchen Gutachtens zu finden. Nun wagt Kiefer einen erneuten Vorstoß. Dazu erarbeitet Kiefer jetzt einen Fragenkatalog, den er den Fraktionsvorsitzenden und dem Bürgermeister noch vor der Kommunalwahl vorlegen möchte. Gefragt werden soll unter anderem nach einem Sportstättenkataster und ob Sanierungskosten für die nächsten zehn Jahre für die Jüchener Sportstätten eingeplant sind. Für Kiefer ist der erneute Vorstoß sozusagen sein Projekt für die Zukunft des Stadtsportverbandes, wie er erläutert.

Mit Abstand die längste Amtszeit hat Kiefer als Vorsitzender des GSV, der mit der Stadtwerdung Jüchens in SSV umbenannt wurde. Normalerweise hätte seine Amtszeit im Frühjahr geendet und er hätte sich erneut der Wahl stellen müssen. Wegen des Corona-Lockdowns musste die Hauptversammlung aber ausfallen und seine Amtszeit wurde damit bis Ende nächsten Jahres verlängert. „Nach heutiger Sicht würde ich gerne weitermachen“, sagt der 66-Jährige auch mit dem Blick auf „seinen“ Sportstättenentwicklungsplan.

Aktuell besteht der SSV aus 25 Vereinen mit 6700 Mitgliedern. Bei der Gründung waren es 27 Vereine, anschließend gab es aber einige Fusionen. Nun könnte allerdings die Corona-Krise mittelfristig den negativen Effekt haben, dass sich verstärkt Mitglieder aus den Sportvereinen verabschieden, wie Kiefer befürchtet. Da allerdings die Jahresbeiträge alle zu Beginn 2020 gezahlt worden seien, werde es sich erst Ende 2020/Anfang 2021 zeigen, welche Einbußen die Vereine möglicherweise zu verkraften haben werden. Auf jeden Fall seien jetzt schon bei den Sportvereinen erhebliche finanzielle Ausfälle zu beklagen, weil die Veranstaltungen wegen Corona ausfallen mussten. Kiefer nennt ein Beispiel: Alleine 12.000 Euro an Einnahmen seien wegen des Ausfalls der Judoveranstaltung in Gierath angefallen.

Schon jetzt lasse sich zudem feststellen, dass im Kinder- und Jugendbereich keine Neuen mehr hinzu kämen, stellt der SSV-Vorsitzende fest. Das sei vor Corona anders gewesen: „Wir haben im Kinder- und Jugendbereich naturgemäß zwar immer eine große Fluktuation. Aber neu ist es, dass nichts mehr nachkommt und es im Moment nur noch Abgänge gibt.“