Jüchen will ein Stipendium für künftige Landärzte einführen, die in der Stadt bleiben

Landärzte in Jüchen : Stadt will 300 Euro Medizinstipendium zahlen

Es soll ein Stipendium für acht Semester geben. Der Stipendiat verpflichtet sich, mindestens fünf Jahre als Arzt in Jüchen zu bleiben.

Mit einem Stipendium von 300 Euro im Monat möchte die Stadt Jüchen jetzt angehende Medizinstudenten dazu bewegen, sich als „Landärzte“ in Jüchen niederzulassen. Wie berichtet, hatte die CDU den Antrag für ein solches Stipendium gestellt, um dem sich abzeichnenden Hausarztmangel auch in Jüchen rechtzeitig zu begegnen. Jüchen ist aktuell zwar noch recht gut versorgt mit niedergelassenen Ärzten. Die sind aber durchweg nicht mehr jung. Allerdings sollte das Stipendium nach Vorstellung der CDU zunächst auf 500 Euro pro Monat festgelegt werden. Die Stadt hält aber nur 300 Euro für vertretbar. Sie hat dazu bereits eine Rechnung aufgestellt, die sie dem Haupt- und Finanzausschuss als Entscheidungsgrundlage zur Weiterempfehlung an den Stadtrat vorlegt. Danach könnte ein Medizinstudent das Stipendium bereits zum nächsten Wintersemester in diesem Jahr erhalten. Im städtischen Haushalt stehen für dieses Jahr noch 900 Euro zur Verfügung, darüber hinaus 4500 Euro für das Jahr 2020, 8100 Euro für 2021, 10.800 Euro für 2022, 9900 Euro für 2023, 6300 für 2024 und 2700 Euro für 2025. Die noch unvollständigen Summen würden dann per politischem Beschluss angepasst, wenn sich ein Stipendiat findet, der auch die von der Stadt auferlegten Verpflichtungen eingeht.

Die Stadt will übrigens aktiv auf die Schulen zugehen, um junge Menschen für das Medizinstudium mit Stipendium zu gewinnen. Wer dann ausgewählt wird, der muss sich allerdings auch verpflichten, nach dem Studium die Facharztweiterbildung in Allgemeinmedizin zu absolvieren und sich für mindestens fünf Jahre in der Stadt Jüchen als Arzt niederzulassen. Um ein Stipendium zu erhalten, muss außerdem eine Immatrikulation an einer nordrhein-westfälischen Universität für das Medizinstudium erfolgen. Das Studium sollte möglichst in der Regelstudienzeit nach acht Semestern nach dem ersten klinischen Abschnitt beendet werden. Denn die Stadt Jüchen würde das Stipendium auch nur für maximal acht Semester zahlen. Der Haupt,- Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss soll jetzt die Verwaltung beauftragen, die Förderrichtlinien für das Stipendium mit der Kassenärztlichen Vereinigung abzustimmen.

Im Vorfeld hat die Stadtverwaltung übrigens auch weitere Stipendienmodelle zur Behebung des Landärztemangels recherchiert, die es zum Beispiel auch bereits vom NRW-Gesundheitsministerium gibt. So gewähre das Hausarztaktionsprogramm (HAP) schwerpunktmäßig in Kommunen mit bis zu 25.000 Einwohnern finanzielle Anreize aus Landesmitteln bis zu 60.000 Euro als nicht rückzahlbare Zuschüsse. Und die Kassenärztliche Vereinigung in Nordrhein-Westfalen unterstütze Medizinstudenten im letzten Jahr ihres Studiums mit 600 Euro im Monat, führt die Stadtverwaltung aus.

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