Jüchen: Weitere Windräder auf Jüchener Gemeindegebiet

Energie: Jüchen bekommt weitere Windräder

Auf den neuen Landesentwicklungsplan will Jüchen mit einer neuerlichen Stellungnahme Einfluss nehmen. Besonders wichtig sind der Gemeinde Siedlungsflächen. Auch zusätzliche Windräder sieht der LEP auf Jüchener Gebiet vor.

In den kommenden Jahrzehnten wird Jüchen mit der Rekultivierung der weiteren Tagebauflächen „sein Gesicht“ verändern. Da die Energiegewinnung aus der Braunkohle ersetzt werden muss, sind auch weitere Windkraftanlagen auf Gemeindegebiet geplant, wie es jetzt der neue Landesentwicklungsplan (LEP) umreißt. Einige Windkrafträder stehen bekanntlich bereits auf dem frisch rekultivierten Land zwischen der Grubenrandstraße und dem Tagebau Garzweiler. Weitere sollen ebenfalls auf „Neuland“ errichtet werden. Mit ihren Stellungnahmen hat die Gemeinde Jüchen Einfluss auf den LEP und die daraus abgeleiteten Konsequenzen genommen, wie die Verwaltung den Planungsausschuss informierte.

Zu dem neuen Landesentwicklungsplan hatte sich die Gemeinde Jüchen mehrfach mit ihren Stellungnahmen eingebracht. Der LEP ist ein Raumordnungsplan, der auch die Bauleitplanung definiert. Es läuft bis zum 15. Juli noch ein weiteres Beteiligungsverfahren für die Öffentlichkeit und die Planungsbehörden. Dazu ist auch eine aktuelle Stellungnahme aus Jüchen vorbereitet, wie der Fachausschuss erfuhr.

Der Gemeindeverwaltung ist vor allem die Entwicklung und Sicherung von zusätzlichem Siedlungsraum wichtig. Sie erhofft sich durch mehr Flexibilität bei der Flächenausweisung im neuen LEP auch die Festsetzung von Bauflächen und Baugebieten in kleinen Ortsteilen mit weniger als 2000 Einwohnern. Schließlich will Jüchen auch im Hinblick auf die Stadtwerdung am 1. Januar 2019 wachsen und dafür neue Wohngebiete ausweisen, wie sie jetzt bereits vorwiegend im Raum Hochneukirch, Otzenrath/Spenrath in der Planung sind.

Besonders wichtig ist für Jüchen auch die geplante Förderung einer interkommunalen Zusammenarbeit der Städte, die jetzt vom Strukturwandel durch den anstehenden Kohleausstieg betroffen sind. Denn dazu sollen im Landesentwicklungsplan auch Konzepte zur Nachfolgenutzungen der ehemaligen Tagebauflächen entwickelt werden. Dort kommt dann auch die Windkraft ins Spiel. Allerdings hat Bürgermeister Harald Zillikens wiederholt betont, dass einige wenige Windräder in Jüchen keinesfalls den Strom erzeugen werden, der nach dem Wegfall der Kohleenergie weiterhin benötigt wird.

Im neuen Regionalplan sollen nun auch auf Jüchener Gebiet die Flächen für Windräder festgelegt werden. Und es sollen die Abstandsflächen für Windkraftanlagen, die bekanntlich Lärm und Verschattungen durch den Flügelschlag verursachen, zu den Wohngebieten auf 1500 Meter festgelegt werden. Zu den für Windenergie vorgesehenen Flächen erarbeitet die Gemeinde Jüchen zurzeit noch eine Stellungnahme an die Bezirksregierung. Darin wird sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch darauf hinweisen, dass Jüchen eine der waldärmsten Gemeinden im Land ist und deshalb auf Windräder an den wenigen vorhandenen Wäldchen verzichtet werden sollte. Denn der neue LEP schließt Windkraftanlagen an Wäldern nicht mehr grundsätzlich aus, obwohl die Beeinträchtigung der Tierwelt durch die Windräder seit geraumer Zeit von Umwelt- und Naturschützern beklagt wird.

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