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Jüchen: Wachsende Feuerwehr erfordert Neu- und Anbau von Wachen

Feuerwachen in Jüchen : Mehr Platz für die wachsende Feuerwehr

Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Hochneukirch liegt sowohl im Zeitplan als auch im Kostenrahmen. Die Feuerwehr schafft Platz für mehr Aktive und Fahrzeuge auch in Jüchen, mit einem Anbau an der bestehenden Wache.

„Verordnetes“ Wachstum hat sich die Freiwillige Feuerwehr Jüchen zum Ziel gesetzt. Laut Brandschutzbedarfsplan soll sich die Zahl der Aktiven von derzeit 200 auf 230 im Jahr 2025 entwickeln. Und die benötigen Platz, ebenso wie auch der notwendigerweise wachsende Fuhrpark. Deshalb kann sich die Wehrleitung über die Ansage von Oswald Duda freuen: „Der Baufortschritt am neuen Feuerwehrgerätehaus in Hochneukirch ist im Zeitplan. Und wir werden nach heutiger Sicht auch im Kostenrahmen bleiben“, berichtet der Technische Beigeordnete auf Redaktionsanfrage.

Duda rechnet mit der Fertigstellung des repräsentativen, großen Gerätehauses Am Regiopark mit Ende 2021, Anfang 2022 und mit der Einhaltung des Kostenrahmens von 4,8 Millionen Euro. Die ursprüngliche Kostenschätzung von vier Millionen datiere aus der Zeit der Grundstückssuche. Nach Erstellung der Bauplanung habe es dann geheißen, man müsse mit fast fünf Millionen rechnen. „Wir sind bei der Feuerwehr zeitlich nicht so unter Druck wie bei der neuen Kita an der Gartenstraße“, vergleicht Duda. Doch bislang gebe es keine Verzögerungen oder sonstige ungewöhnliche Probleme bei der Feuerwehr-Baustelle. Er hoffe, dass die Eröffnung des Feuerwehrgerätehauses je nach dem Corona-Geschehen dann groß gefeiert und auch mit einem Tag der offenen Tür für die Bürger verbunden werden könne.

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Trotz des allgemeinen Baubooms und der Corona-bedingten Hindernisse habe es bislang keine Probleme mit den Materiallieferungen und mit den Handwerkern gegeben, freut sich Duda. Aktuell finden die Fassadenarbeiten statt, seit vergangener Woche sind zudem die Putzer am Werk. Fenster und Türen sind bereits installiert. Elektriker und Heizungsbauer konnten die Baustelle schon wieder verlassen. Der Hallenboden soll in der nächsten Woche mit sogenannten Rüttelfliesen ausgelegt werden, die auch die schweren Feuerwehrfahrzeuge aushalten können.

In der Woche darauf soll laut Duda der Übungsturm mit Hilfe eines Krans aufgebaut werden. Es handele sich dabei um eine offene Stahlkonstruktion, die zugleich zu (Kletter)-Übungszwecken und als Fluchtweg mit Außentreppe genutzt werden soll. Nicht mehr üblich seien die von früher her bekannten geschlossenen Türme mit den Schlauchtrockenvorrichtungen: „Das ist eine veraltete Methode, heutzutage werden die Schläuche waagerecht gewaschen und getrocknet“, erläutert der Dezernent.

Bis Ende dieser Woche sollen laut Duda auch die restlichen Gewerke nach den Ausschreibungen vergeben werden, für den Estrich, die Fliesen, die Heizkörper. „Ein ganz großes Gewerk kommt dann zum Schluss mit der Außenanlage auf uns zu“, kündigt Duda die umfangreiche Ausschreibung an, die aktuell beim Rechnungsprüfungsamt im Rathaus untersucht werde.

Platzbedarf gibt es auch an der Hauptwache an der Kelzenberger Straße. Auf dem Wiesenstück eingangs des Parkplatzes und Ausrückhofes sollen zwei Hallen angebaut werden. „Wir haben dafür bereits den Bewilligungsbescheid des Landes über den maximal möglichen Zuschuss von 250.000 Euro“, freut sich Duda. Insgesamt 1,4 Millionen Euro seien für diese Baumaßnahme veranschlagt. Es sollen neue Waschplätze für Fahrzeuge und Gerätschaften, eine neue Werkstatt für die Atemschutzausrüstungen entstehen. Zudem muss über der alten Halle das Dach neu gedeckt werden.

Das Baugenehmigungsverfahren laufe derzeit. „Die reine Bauzeit wird voraussichtlich acht bis neun monate betragen“, prognostiziert Oswald Duda. Und böse Überrschungen im Boden, also durch Kampfmittel oder gar archäoligische Funde verzögerte Bauzeiten, seien an der Stelle übrigens nicht zu erwarten. „Der Boden ist dort schon untersucht worden. Dabei sind wir nur auf eine Telekomleitung gestoßen, die verlegt werden konnte“, berichtet der städtische Dezernent.