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Jüchen: Verein „Linas Rollis“ hilft 300. Kind mit Mini-Rollstuhl

Projekt in Hochneukirch : Verein „Linas Rollis“ hilft 300. Kind mit Mini-Rollstuhl

Der Verein „Linas Rollis“ kann nach fünf Jahren eine ansehnliche Bilanz ziehen. Hunderten von Kindern mit Behinderung konnte man schon zu mehr Mobilität verhelfen.

Fünf Jahre alt wird der Verein „Linas Rollis“ in diesem Jahr, und die Bilanz des Erreichten ist beachtlich. „Wir haben jetzt das 300. Kind mit Handicap – ein Junge in Augsburg mit einem Mini-Rollstuhl – ausstatten können“, sagt Vereinsvorsitzender Detlef Jackels (56).

Seine Enkelin Lina gab den Anstoß zu dem Projekt und ist Namensgeberin für den Verein. Die Fünfjährige, die eine Kita besucht, leidet unter anderem an einer angeborenen Fehlbildung von Wirbelsäule und Rückenmark, ist auf den Rollstuhl angewiesen. Ihr Großvaterbaute ihr, als sie Kleinkind war, einen speziellen Miniatur-Rollstuhl. Bei dem einen Gefährt blieb es nicht. Jackels hat 260 Rollstühle für Kleinkinder gefertigt, mehrere helfen bereits einem zweiten Kind. In dieser Woche sind „zwei weitere Rollstühle nach Düsseldorf und Magdeburg gegangen.“

 Detlef Jackels hat 260 Mini-Rollstuhle gefertigt.
Detlef Jackels hat 260 Mini-Rollstuhle gefertigt. Foto: Carsten Sommerfeld

Das Ziel: Die Kinder sollen sich besser entwickeln können – bereits bevor sie etwa von Kassen einen Rollstuhl erhalten. „Für Kinder mit Behinderung ist Mobilität wichtig, um ihr Blickfeld und damit ihre kognitiven Fähigkeiten zu erweitern. Ein Kind, das nur liegt, hat wenige visuelle Reize.“ Und: „Ein Kind geht zu Mutter oder Vater, etwa wenn es kuscheln möchte. Ein Kind, das nicht laufen kann, kann dies ohne Hilfe nicht.“

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Finanziert wurde der Rollstuhl-Bau mit Spenden, die sich auf einen sechsstelligen Betrag summiert haben. Mittlerweile stellt Jackels fest, dass die Zahl der Bestellungen sinkt. „Die Krankenkassen scheinen Kinder früher mit einem angepassten Rollstuhl zu versorgen, so wie wir es vor fünf Jahren gefordert haben.“ Der Verein liefert die Rollstühle auch in viele andere Länder, von der Türkei bis Malaysia.

Noch in den Startlöchern steht das zweite Projekt „Lina hilft“, mit denen einkommensschwache Familien mit Kindern mit Handicap unterstützt werden sollen. Etwa mit Hilfsmitteln, die das Leben etwas schöner oder einfacher machen: Das kann ein Dreirad-Jogger für Touren abseits der Straße sein oder ein schwenkbarer Autositz. Wünsche von Familien sind noch nicht eingegangen, „das muss sich erst herumsprechen“, sagt Jackels. 10.000 Euro Spenden stehen bereit, „da können wir noch zulegen“. Infos über den Verein: linasrollis.de

(cso)