Jüchen: Verein hilft Kindern in Kambodscha

Verein in Jüchen vor zehn Jahren gegründet : Jüchener engagiert für Kinder in Kambodscha

Ein Jüchener Verein verhilft bereits seit zehn Jahren jungen Menschen aus Südostasien zu einer guten Bildung. Mit Hilfe von Spendengeldern wird der Bau von Schulen im Umfeld der Hauptstadt Phnom Penh finanziert.

Die „Kinderhilfe in Kamboscha“ wurde 2008 gegründet. Seitdem sammelte der Jüchener Verein knapp 220.000 Euro Spendengelder. „Wir wollen die Lebensumstände von notleidenden Kindern verbessern. Unser Schwerpunkt liegt auf guter Bildung“, sagt Vorsitzende Jennifer Glindemann. Die 44jährige berichtet, dass sie seit der Vereinsgründung selbst mit ihrer Familie alle zwei Jahre in das südostasiatische Land reist, in dem noch bis vor zehn Jahren die Schreckensherrschaft der Roten Khmer familiäre Strukturen zerstört hatte. So zählt Kambodscha immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt – bis heute leiden Familien und besonders die Kinder unter den Auswirkungen von Massentötungen, Deportierungen, Chaos und Isolation.

Ein Blick in die Schule der Kambodscha-Hilfe, die das Ehepaar Glindemann aus Jüchen vor zehn Jahren gegründet hat. Foto: Glindemann

Jennifer Glindemann lebt in gesicherten Verhältnissen, arbeitet als Abteilungsleiterin einer Versicherung und betont, dass alle Reisen selbst gezahlt und nicht durch Spendengelder finanziert werden. „So kommen alle Spenden ohne Abzüge an“, erklärt sie. Vor der Gründung der „Kinderhilfe“ hatten sie und ihr Ehemann Hannes auf ihren Reisen durch Asien schon viele Kinder gesehen, die keine Chance auf ein besseres Leben haben. Von den Kindern in Kambodscha erfuhren sie vor zehn Jahren durch André Struve, einem Kommilitonen aus ihrer Studienzeit, der mittlerweile beruflich und privat in Phnom Pen angesiedelt ist und dort in seiner Freizeit Ansprechpartner in allen Belangen der Kinderhilfe agiert.

Die „Kinderhilfe in Kambodscha“ kooperiert mit drei weiteren Organisationen, so dass zusätzlich zur improvisierten alten Schule mit Lehmboden und selbst gezimmerten Schulbänken inzwischen im Umfeld von Phnom Penh zwei neue Schulen aus Backstein für weitere 350 Kinder mit Sanitärzellen und Räumen für die Lehrer und freiwilligen Helfer aus Deutschland entstehen konnten. Die Spenden aus Deutschland aber sind drastisch zurück gegangen und Glindemann sagt: „Das Maximum lag 2013 bei mehr als 35.000 Euro – 2017 waren es knapp 18.000 Euro.“ Die Vorsitzende ist deshalb dankbar für die Spende von 600 Euro der Jüchener Schützen und freut sich, dass der Tennisclub seit drei Jahren Benefiz-Turniere für Kambodscha organisiert.

„Sehr wichtig wäre für uns die Kooperation mit einer Schule, die Spendenläufe arrangieren könnte“, wünscht sich Glindemann. Die Spenden werden seit drei Jahren nun fast ausschließlich in die Bildung von Kinder investiert. Die Schulen sind eine wichtige Ergänzung zum staatlichen Angebot – dort lernen die Kinder Englisch und bekommen IT-Fachwissen vermittelt. „Es ist eine Freude zu erleben, wie sehr auch die Mädchen ihre Chance nutzen,“ berichtet Hannes Glindemann.

Warum sich die Familie so sehr für Kambodschas Kinder engagiert: „Wir haben zwei gesunde Kinder. Das Privileg, in geordneten Verhältnissen aufwachsen zu dürfen, haben viele Kinder in Kambodscha nicht.“

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