Jüchen stellt Jan Daley Kübel als neuen Klimaschutzmanager ein

Neuer Klimaschutzmanager in Jüchen : Klimaschützer soll CO2-Werte reduzieren

Im Umweltausschuss wurde über die Staubbelastung aus dem Tagebau Garzweiler gespochen. Außerdem stellte sich der neue Klimaschutzmanager Jan Daley Kübel vor. Der 30-jährige Geograph ist auch Nachhaltigkeitsforscher.

Zur Sprache kam im Umweltausschuss jetzt das leidige Thema der Staubbelastung durch den Tagebau, nachdem die Stadtverwaltung RWE Power aus aktuellem aufgefordert hatte, weitere Maßnahmen zur Staubvermeidung zu ergreifen. Anlass war eine gewaltige Staubwolke aus dem Tagebau, die am 12. August in Hochneukirch sogar den Eindruck eines Brandes erweckt hatte. RWE schreibt nun dem Bürgermeister, man bedaure den Vorfall. Aber im Tagebau würden alle Anstrengungen nach dem Stand der Technik unternommen, um die Anwohner vor Staub- und Lärmemissionen zu schützen. Die Maßnahmen stießen aber bei extremen Wetterlagen an ihre Grenzen. Am 12. August habe es eine besonders hohe Windgeschwindigkeit gegeben. Und RWE teilt weiter mit: „Die permanente Weiterentwicklung unseres Immissionsschutzes ist leider nicht immer offensichtlich und mit bloßem Auge sichtbar. Sie zeigt sich aber an den Messwerten zum Staubniederschlag, die sich seit Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau befinden und im langjährigen Mittel eine fallende Tendenz haben. Dazu liefert RWE eine Kurvengrafik als Beleg.

Die Nachhaltigkeit hat sich die Stadt Jüchen, ebenso wie zuvor bereits die Gemeinde Jüchen, zur konzeptionellen Aufgabe gemacht. Deshalb steht auch fast schon gebetsmühlenartig in den Vorlagen zu den Ausschuss- und Ratssitzungen immer der Hinweis, Entscheidungen auf ihre Nachhaltigkeit hin zu treffen. In dieses Bild passt der neue Klimaschutzmanager der Stadt Jüchen,. der sich jetzt im Umweltausschuss vorstellte. Denn der 30-jährige Jan Daley Kübel hat nicht nur Geographie studiert, er ist auch Nachhaltigkeitsforscher. Zu seinen Aufgaben gehört die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes der Stadt Jüchen. Das hatte sein Vorgänger Martin Schursch erarbeitet. Jan Delay Kübel ist zunächst, ebenso wie es bei Schursch der Fall war, nur projektbezogen bei der Stadt Jüchen angestellt. Seine Stelle wird vom Projektträger Jülich mit 40 Prozent zunächst bis zum 30. November 2020 bezuschusst. Seine Aufgabe ist die Koordination und Initiierung der kommunalen Klimaschutzaktivitäten. Er soll dafür sorgen, dass aus Klimaschutzzielen, Ideen und Konzepten, konkrete Projekte und Maßnahmen werden. Außerdem soll er die Kontrolle der vereinbarten Zielsetzungen zur CO2-Reduzierung in Jüchen übernehmen. Er soll zudem als zentrale Anlaufstelle und Motivator für Verwaltung, Bürgerschaft und Unternehmen tätig werden.

Studiert hat der neue Klimaschutzmanager in Münster und Köln, wo er auch seinen Masterabschluss gemacht hat. Seit 1. August ist er bereits in Diensten der Stadt Jüchen. Er hat sich auch bereits mit Kollegen in Grevenbroich getroffen, um ein gemeinsames Vorgehen in Nachhaltigkeitsprojekten abzustimmen. An einer Sitzung des Umweltausschusses nahm der neue Klimaschutzmanager zum ersten Mal teil und bekam von FWG- und Nabu-Mitglied Paul Quack auch gleich ein „Aufgabenpaket“ vorgelegt: „Den Klimawandel gibt es nämlich auch in der Stadt Jüchen“, verdeutlichte Quack dem neuen Mann im Rathaus.

Zur Veranschaulichung hatte Quack eine Vielzahl von Fotos von beschädigten Bäumen mitgebracht, die allesamt auf städtischen Grünflächen stehen. Abgesehen von den Bäumen, die durch den Klimawandel von oben und unten vertrockneten und eingingen, würden auch viele Bäume beim Mähen der Wiesen durch die Gerätschaften des Bauhofes beschädigt, hat Quack anhand der Fotos dokumentiert. Er forderte die Stadtverwaltung auf, an die Mitarbeiter des Bauhofes zu appellieren, beim Mähen weite Bögen um die Bäume zu fahren, damit diese nicht beschädigt werden.

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