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Jüchen: St. Georg Neuenhoven lockt wieder Hunderte von Pilgern an.

Pilgerwoche in Neuenhoven : St. Georg zieht wieder Pilgerscharen an

Ab Samstag werden wieder täglich größere Pilgergruppen in Neuenhoven erwartet. Die Wallfahrtsoktav zu den 14 Hl. Nothelfern lockt sie an. Sechs „Pilgermütter“ versorgen sie nach den Früh- und Spätmessen mit Speisen und Getränken.

In dem idyllischen Örtchen Neuenhoven geht es fast das ganze Jahr über beschaulich zu. Nur einmal im Jahr, wie jetzt wieder zur Wallfahrtsoktav zu den Hl. 14 Nothelfern, strömen die Pilgergruppen in den Ort und insbesondere in die St. Georgs-Kirche. Hunderte von Pilgern, die zu Fuß, mit dem Fahrrad, manche auch mit dem Auto kommen, werden wieder ab Samstag zu den Pilgermessen erwartet. Der Andrang sei zwar nicht mehr vergleichbar mit den „guten, alten Zeiten“, als es in Neuenhoven noch eine richtige Kirmes zur Wallfahrtsoktav gegeben habe, weiß Gabi Netzer vom Kirchenvorstand. Dennoch sei der Zuspruch groß: „Die Pilger stammen aus Jüchen, Korschenbroich, Kapellen oder Odenkirchen, wobei das Wetter aber auch eine Rolle spielt, wie viele zu Fuß nach Neuenhoven kommen“, stellt Gabi Netzer fest, die auch so etwas wie eine „Pilgermutter“ ist.

Denn gemeinsam mit fünf weiteren Frauen aus der St. Georgs-Pfarrei versorgt sie die hungrigen Pilger mit einem Frühstücksangebot nach den morgendlichen Messen und einem Abendessen nach der Spätmesse. „Wir haben das aus der Not geboren so angefangen, als unsere Dorfwirtin, die die Pilger immer versorgt hat, tödlich verunglückte“, berichtet Netzer.

Um den Überblick vor allem für die notwendigen Vorratseinkäufe zu behalten, sollten sich die Pilger grundsätzlich anmelden, wenn sie nach den Messen ein Frühstück oder ein Abendmessen zu sich nehmen möchten (Telefon 02182 50936 oder 02182 4475) In der Regel seien morgens etwa 80 Frühstücksgäste mit frischen, belegten Brötchen zu versorgen. Und abends gibt es Kartoffelsalat, Würstchen und ebenfalls Brötchen, zählt die „Pilgermutter“ auf und fügt hinzu: „Wir Frauen sind ein eingespieltes Team. Jede weiß inzwischen, was sie mitzubringen hat.“ Denn das an die Kirche angrenzenden Jugendheim, wo die Pilger verpflegt werden, habe zwar eine Grundausstattung an Geschirr und Bestecken... „aber natürlich nicht für so viele Leute, wie sie zur Wallfahrtsoktav erwartet werden“.

Dabei ist die St. Georgs-Kirche das ganze Jahr über täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet: „Das ist hier schließlich eine Wallfahrtskirche. Und wir sehen an den Kerzen, die hier immer in großer Zahl entzündet werden, dass auch außerhalb der Wallfahrtsoktav regelmäßig Menschen die Kirche besuchen“, freut sich Netzer.

Das Grundthema der Pilgermessen, die von diesem Samstag bis einschließlich Sonntag, 8. Juli, in St. Georg stattfinden, ist an dem synodalen Gesprächs- und Veränderungsprozess, den der Aachener Bischof Helmut Dieser angestoßen hat, ausgerichtet. „Heute bei dir“, ist das Motto. Und Regionaldekan Ulrich Clancett hat dazu Predigten mit geistlichen Impulsen angekündigt. Die Messen finden am 30. Juni ab 18 Uhr, am 1. Juli, ab 8 und ab 9.30 Uhr, vom 2. bis 6.Juli, jeweils ab 9 und 19 Uhr, am 7. Juli ab 18 Uhr und am 8. Juli ab 7, 8 und 9.30 Uhr statt. Am 8. Juli ist dann zum Anschluss der Pilgerwoche auch Pfarrfest in Neuenhoven.

Im Mittelpunkt der Pilgerbesuche steht der Altar mit den 14 Heiligen, deren Reliquien im 19. Jahrhundert in die St.Georgs-Kirche gelangt sein sollen. Die ehemalige Kapelle wurde im Jahr 1856 nach der Abspaltung von der Gemeinde Bedburdyck zur Pfarrkirche erklärt. Die Kapelle soll aus dem Jahr 1382 stammen. In der Barockzeit wurde sie weiter ausgeschmückt.