Neue Ressourcenschutz-Siedlung in Jüchen SPD fordert weitere Änderungen für Otzenrath-Süd

Otzenrath · Nach der einstimmigen Ablehnung im Planungsausschuss hat die Verwaltung die Pläne für die Ressourcenschutz-Siedlung überarbeitet. Während die CDU mit den Änderungen zufrieden ist, sieht SPD-Fraktionschef Norbert John weiterhin Nachbesserungsbedarf – der Auftrag der Politik sei nicht erfüllt.

 So soll die Ressourcenschutz-Siedlung Otzenrath-Süd nach dem geänderten Plan aussehen. Zur Bahnstraße im Norden hin sind nun kleinere Häuser vorgesehen. Die eine Kette bildenden Gartenhofhäuser sollen an der Bahntrasse bleiben.

So soll die Ressourcenschutz-Siedlung Otzenrath-Süd nach dem geänderten Plan aussehen. Zur Bahnstraße im Norden hin sind nun kleinere Häuser vorgesehen. Die eine Kette bildenden Gartenhofhäuser sollen an der Bahntrasse bleiben.

Foto: stadtraum Architektengruppe, Düsseldorf

Auf ein Neues: Im September hatte der Planungsausschuss den Bebauungsplan-Entwurf für die Ressourcenschutz-Siedlung Otzenrath-Süd einstimmig abgelehnt. Unter anderem war die Bebauung zum bestehenden Ort entlang Bahn- und Hofstraße als zu groß kritisiert worden. Am Donnerstag, 30. November, legt die Verwaltung eine überarbeitete Planung vor, die in desem Bereich keine Mehrfamilienhäuser mehr sowie größere Abstände zur vorhandenen Bebauung vorsieht. Bereits im Vorfeld der Sitzung ist aber klar: Es wird erneut diskutiert werden.

Das Besondere an der Siedlung: Sie soll mit der Hälfte an Baumaterial und Energie wie herkömmliche Baugebiete auskommen, nachhaltiger sein. Dieses Projekt sei auch der SPD wichtig, aber „der Auftrag der Politik, Alternativen zu entwickeln, ist nicht erfüllt worden. Da muss nachgebessert werden“, erklärt SPD-Fraktionschef Norbert John. „So tragen wir das nicht mit.“ Seine Kritik entzündet sich vor allem an Mehrfamilienhäusern – zweigeschossig beziehungsweise zweigeschossig plus Staffelgeschoss – an der Zufahrt von der Hofstraße in die Siedlung. „Das ist zu wuchtig und zu massiv. Diese Häuser würden die ersten sein, die man sieht, wenn man auf Otzenrath zufährt. Das passt nicht in ein dörflich geprägtes Umfeld“, sagt John, der selbst im Ort wohnt. Er übt weitere Kritik: „Die Information ist mangelhaft. Warum gibt es keine Informationsversammlung für Bürger? Sie müssen sich die Unterlagen aus dem Ratsinformationssystem mit vielen Anhängen herausholen“, sagt John. „Ein Projekt dieser Größenordnung bekommt man nicht auf dem bürokratischen Weg durch, da muss man mit den Leuten reden. Wir sprechen hier nicht über drei Reihenhäuser, sondern über bis zu 100 Wohneinheiten.“

Bereits in der vergangenen Sitzung hatte John die Größe mehrerer Bauten kritisiert und auf Bedenken von Otzenrathern in der Bürgerbeteiligung hingewiesen. Die „Bauklötze“ würden nicht zum Ortsbild passen, vorhandene Gärten und Grundstücke würden völlig einsehbar, kritisierten Bürger.

CDU-Ratsherr Gerd Kuska hatte im September den Vorschlag gemacht, die zum Ort hin geplanten Mehrfamilienhäuser nach Südwesten entlang der Bahntrasse zu versetzen und stattdessen die an der Bahn vorgesehenen Gartenhofhäuser zum Ort hin zu verlegen.

Diesen Vorschlag setzte die Verwaltung nicht um, dennoch kündigen Kuska und CDU-Fraktionschef Mario Broisch an, dass die Union mit der geänderten Planung einverstanden sei. „Die Verwaltung war nicht untätig. Sie ist einen anderen Weg gegangen, als wir vorgeschlagen haben – aber mit dem gleichen Ziel“, sagt Kuska und betont: „Das Projekt der Ressourcenschutz-Siedlung hat besondere Bedeutung und Vorbildcharakter, sodass wir uns mit der Ablehnung schwer getan hatten.“

Stadtsprecher Norbert Wolf erläutert Änderungen am B-Plan: „Die Kritik der Politik bezog sich nicht nur auf die Gebäudehöhe“, sondern vor allem auf die „Art der Haustypen“ zum Ort hin. Bei den Häusern zur Bahnstraße hin sei das zulässige Bauvolumen reduziert worden, dort sind statt Mehrfamilien- nun Einzel- oder Doppelhäuser vorgesehen, die sich mit einer Traufhöhe von maximal sechs und einer Firsthöhe von bis zu zehn Metern sowie mit Sattel- oder Walmdach „harmonisch in die vorhandenen baulichen Strukturen einfügen“. Mit dieser Änderung ist auch die SPD einverstanden.

Bei Häusern zur Hofstraße im Baufeld WA 5 würden, so Wolf, dieselben Höhen gelten, auch dort seien maximal zwei Geschosse möglich, zudem müssten zwei Meter mehr Abstand zur Bestandsbebauung eingehalten werden. Zwei Geschosse plus Staffelgeschoss können dagegen laut Plan bei fünf Bauten am südöstlichen, ebenfalls an die Hofstraße grenzenden Rand des Gebiets errichtet werden (WA 6).

Nicht umgesetzt wurde der Vorschlag, die Ketten- oder Gartenhofhäuser von der Bahn weg zu verlegen. Die durchgehende Bebauung dort dient als Lärmschutz. Kuska hatte im September befürchtet, dass es bei diesen Häusern Probleme bei der Vermarktung geben könne. Die Verwaltung habe aber erläutert, „dass der Aufwand für den Lärmschutz größer würde, wenn an der Bahn höhere Häuser gebaut würden“, sagt er.

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