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Jüchen spart Strom und setzt auf erneuerbare Energien

Jüchen : Jüchen ist auf Energiespar-Kurs

Neue Fenster, Heizungen und Dachdämmung - die Gemeinde investiert in energetische Sanierung und spart Zehntausende Euro. Auch für die Umwelt, nämlich durch Einsparen der CO2-Belastung, tut Jüchen so eine Menge.

Insgesamt 629.400 Euro hat die Gemeinde Jüchen von 2015 bis 2017 für energetische Sanierung in Schulen, Turnhallen, Bäder, Kitas und andere Gebäude investiert. Davon sind 455.000 Euro aus eigenen Mitteln erbracht worden. Das ist eine stolze Summe, denn die Verwaltung hat nun errechnet, was diese neuen Investitionen seitdem gebracht haben: Rund zwei Millionen Kilowattstunden seien mit diesen noch neuen Vorhaben bereits eingespart worden, das entspreche einer Energiekosteneinsparung von 56.2291 Euro.

Hinzu kommen sinkende Kosten aus dem Straßenlaternen-Austausch. Bis Jahresende wechselt NEW im Gemeindegebiet 134 Leuchten gegen sparsame Light Emitting-Diode-(LED)-Lampen aus – wenn nötig, werden auch die Masten erneuert. 18 LED-Leuchten werden beispielsweise an der Peter-Busch-Straße in Hochneukirch montiert, jeweils acht an der Alleestraße in Jüchen und an der Bachstraße in Stessen. Grundlage ist ein Vertrag der Gemeinde mit NEW von 2013. Bis 2033 sollen danach etwa 70 Prozent der 2500 Laternen umgerüstet sein. Bezahlt macht sich das Programm schon jetzt. 2014 zahlte Jüchen fürs Laternennetz rund 200.000 Euro Energiekosten, „2017 waren es 167.000 Euro“, erklärt technischer Dezernent Oswald Duda. Durch die Tauschaktion 2018 würden künftig weitere rund 5000 Euro weniger an Stromkosten fällig.

Auch mit den Einsparungen bei der Gebäudesanierung zieht Duda eine positive Bilanz. „Wir sind hoch zufrieden.“ Die Maßnahmen machten sich „finanziell und fürs Klima positiv bemerkbar – alle sind Gewinner. Wir sind auf dem richtigen Weg.“ In den vergangenen drei Jahren waren unter anderem in den beiden Turnhallen an der Stadionstraße „Stromfresser“-Lampen gegen LED-Leuchten ausgewechselt worden. Das Rathaus erhielt eine Luftwärmepumpe, die die alte Ölheizung ersetzte, und im Sitzungssaal tagen die Politiker nun vor sanierten Fenstern. Den größten Spareffekt brachte die Sanierung des Blockheizkraftwerk (BHKW) am Schulzentrum Stadionstraße.

Der Verbrauch sank von 2082 Kilowattsunden 2014 auf nur noch 1.243 im Jahr 2017. Die Energiekosten für das BHKW hätten sich seit der Erneuerung um insgesamt 42.553 Euro verringert, heißt es im Rathaus.

Ein Beispiel für den Beitrag für den Umweltschutz durch die energetische Sanierung: Die Umstellung der Beleuchtung in der Grundschule und Kita in Stessen, „verringert den Kohlendioxid-Ausstoß um jährlich fast 50 Tonnen jährlich, über eine Laufzeit von 20 Jahren sind das 983 Tonnen“, rechnet Oswald Duda vor. Zum Vergleich: Laut Umweltbundesamt betrug die Treibhausgas-Emission 2016 in Deutschland pro Kopf elf Tonnen (Kohlendioxid-Äquivalent).

Das energetische Sanierungsprogramm soll weiterlaufen. In diesem Jahr wurde im Gymnasium Jüchen bereits ein Teil der maroden Fenster – Weichholzrahmen sind angefault - ausgetauscht. Für die nächsten Bauabschnitte sollen 2019 und 2020 jeweils weitere knapp 100.000 Euro investiert werden, wenn der Rat dies beschließt.

Und in der Kindertagesstätte in Kelzenberg sind für die Erneuerung der Fenster und für eine bessere Wärmedämmung insgesamt 70.000 Euro geplant.