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Jüchen: So sieht die neue Normalität mit dem Coronavirus aus

Schutzmaßnahmen in Jüchen : Der neue Alltag mit dem Coronavirus

Jüchens Bürgermeister Harald Zillikens sorgt sich angesichts der Lockerungen um die Einhaltung der geltenden Abstandsregeln. Derweil läuft der Publikumsverkehr in der Stadtverwaltung unter besonderen Vorkehrungen an.

Zwiespältig betrachtet der Jüchener Bürgermeister Harald Zillikens die neue Erleichterung der Corona-Schutzmaßnahmen. Einerseits sei es gut für die Menschen und die Wirtschaft, dass jetzt Lockerungen ermöglicht würden. „Ich habe aber auch die große Sorge, dass die Menschen leichtsinnig werden“, fügt er hinzu. In den Jüchener Geschäften funktioniere seiner Beobachtung nach die Kontrolle der Masken- und Abstandspflicht gut. Problematischer sehe er die Situation überall da, wo dieser Art Kontrollen nicht möglich seien.

Damit zielt er auch auf die Wiedereröffnung der Kinderspielplätze ab, die eben nicht nur von Kindern als Treffpunkt genutzt würden. Dort werde das Ordnungsamt weiterhin kontrollieren, kündigt der Bürgermeister an, der bekanntlich gemeinsam mit RWE auch die Aussichtsplattform am Tagebau in Hochneukirch hatte sperren lassen. Dort hatte sich ein Jugendtreff während der Kontaktsperre gebildet. „Die Sperrung besteht noch, wir werden in Absprache mit RWE entscheiden, ob wir sie aufheben“, sagt Zillikens. Weiterhin geschlossen bleiben auch die Bolzplätze, wohin gegen die Skateranlage wieder freigeben ist. Bolzplätze dürfen laut Zillikens ohnehin noch nicht zum Fußballspielen genutzt werden, wegen des womöglich zu nahen Körperkontaktes. So dürften auch die Jüchener Fußballvereine ihre wieder geöffneten Anlagen jetzt lediglich zum Einzel- und Konditionstraining nutzen.

Auch im Rathaus gelten weiterhin die Schutzmaßnahmen, die seit der Wiedereröffnung am 4. Mai eingeführt worden sind. „Die Bürger halten sich daran“, beobachten der Bürgermeister und Stadtsprecher Norbert Wolf. Auch kämen die meisten Menschen mit eigenen Mund-Nasen-Masken ins Rathaus. „Wir mussten nur ganz wenige Einwegmasken ausgeben“, sagt Wolf.

Neben vereinbarten Einzelbesuchen im Rathaus, einer Wegeführung mit getrenntem Ein- und Ausgang, Desinfektionsspendern, Acrylglasscheiben im Bürgerbüro und Foyer wird im Jüchener Rathaus jetzt auch vieles digital geregelt. „Davon werden wir auch nach Corona einiges beibehalten“, kündigt Zillikens an. Denn es zeige sich zum Beispiel bei den regelmäßigen Videokonferenzen auch mit den Fraktionsvorsitzenden, die dazu eigens mit Tablets ausgestattet worden seien, dass es sich so schneller und effektiver arbeiten lasse. Besonders hilfreich und zielführend sei dabei auch die regelmäßige Video-Schalte der NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach. „So kann man sich manch einen Weg nach Düsseldorf ersparen“, sagt Zillikens.

Denn auf schnelle Reaktionszeiten komme es jetzt in Bezug auf die sich oft ändernden Corona-Verordnungen an. Dafür habe der Städte- und Gemeindebund jetzt sogar einen Nacht- und Wochenend-Informationsdienst eingerichtet. „Die sind da wirklich auf Zack“, lobt Zillikens, der selbst noch nach Erstinformation durch den Städte- und Gemeindebund Samstagnacht die neuesten Änderungen auch für die Jüchener über die sozialen Medien weitergegeben hatte.

Auch die Jüchener Kindergärten werden nach und nach weiter geöffnet. Aktuell seien 80 Kinder in der Notbetreuung in den städtischen Kitas. 20 Erzieherinnen, die jetzt noch nicht in ihren Einrichtungen benötigt werden, seien stattdessen in den Schulen mit Desinfektionsmaßnahmen beschäftigt. Zur Unterstützung der Schulen habe die Stadt auch die Sonderarbeitserlaubnis für einige Asylbewerber erwirken können, berichtet der Bürgermeister.

Das Stadtarchiv an der Steinstraße ist laut Stadtverwaltung zwar wieder für Präsenzbesuche geöffnet, aber nur nach vorheriger Terminvereinbarung. Das gelte eigentlich auch fürs Rathaus, fügen Zillikens und Wolf hinzu. Allerdings komme es vereinzelt vor, dass sich Bürger dort auch ohne Termin einfinden. „Die müssen sich dann aber darauf einstellen, dass sie diejenigen mit Termine vorlassen und warten müssen“, verdeutlicht Zillikens.

Ohnehin werde aktuell immer nur eine Person ins Foyer gelassen und weitergeleitet, bis die nächste eintreten darf. Markierte Abstände auf dem Boden, Hinweisschilder und Rathausmitarbeiter hinter Acrylglasscheiben an der Foyer-Theke leiten die Besucher weiter, nicht aber, ohne vorher jeden einzelnen Bürger zu ermahnen. „Bitte benutzen Sie den Desinfektionsspender“, heißt es dann.

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