Jüchen: Schüler des Gymnasiums engagieren sich in 25 Arbeitsgemeinschaften

Serie Schule mal anders : Das vielfältige Engagement der Jüchener Gymnasiasten

Mit 25 Arbeitsgemeinschaften (AGs) hält das Gymnasium ein breit gefächertes Angebot für die Schüler bereit. Immer wieder werden auch neue Impulse aufgenommen, beispielsweise beim Thema “Upcycling“, dem Vogelschutz oder der Radio-AG.

Arbeitsgemeinschaften nehmen im Gymnasium Jüchen einen hohen Stellenwert ein. Aus 25 AGs haben die Schüler die Wahl. Betreut werden so gut wie alle AGs immer auch von Lehrern, dazu kommen Partnervereine und -institutionen etwa im Sport oder in der Musik. Etliche AGs greifen auch aktuelle Themenfelder aus Politik und Gesellschaft auf. Beispiele sind die Upcyling-AG, in der aus scheinbar wertlosem Müll nach freier Fantasie wiederverwertbare Dinge hergestellt werden. Die Vogel- und Naturschutz-AG befasst sich automatisch auch mit der aktuellen Klimaschutzdebatte. Und die noch im Aufbau befindliche Radio-AG übt den praxisnahen Umgang mit Medien.

Schüler machen Radio für den Bürgerfunk Die Lehrer Sebastian Breustedt und Vanessa Manroth leiten ab dem Beginn des zweiten Halbjahres (3. Februar) die neue Radio-AG im Gymnasium. Die Teilnehmer bestehen zunächst nur aus 16 Schülern der siebten Klasse. Auch künftig soll die Teilnehmerzahl gering gehalten werden, damit jeder auch zum Einsatz vor oder hinter dem Mikrophon kommen kann. Das erste Nahziel ist, dass die Schüler eine einstündige Sendung für den Bürgerfunk bei News 94.1 erarbeiten. Das Fernziel der AG ist laut Sebastian Breustedt die Etablierung als ein schuleigenes Webradio: „Wir wollen irgendwann in der Lage sein, direkt aus der Schule ins Internet zu streamen“, sagt Breustedt.

Die Themen sollen die Schüler dabei selbst bestimmen und als Reporter mit Mikrophon auch möglichst oft zu Interviews oder Umfragen überall im Jüchener Stadtgebiet ausschwärmen. Gefördert wird die Radio-AG des Gymnasiums von der Landesanstalt für Medien NRW und zusätzlich durch einen Kooperationsvertrag mit der Regionalstelle Bürgermedien Düsseldorf unterstützt.

In der Upcycling-AG wird Abfall zum Wertstoff Lehrerin Jeanettte Lischka kommt jeden Morgen mit selbst gebastelten Recycling-Taschen in die Schule. Sie leitet nicht nur die Upcycling-AG, sondern lebt auch selbst nach der Devise, aus Abfall wieder etwas Wertvolles zu machen. Seit dem Beginn des laufenden Schuljahres treffen sich regelmäßig 25 Kinder der fünften bis achten Klassen in dieser AG, um aus Stoff- und Lederresten, aus weggeworfenem Metall oder Kunststoff, aus Fahrradschläuchen und aus vielem mehr zum Beispiel Schmuck, Taschen, Lesezeichen oder Dekorationsgegenstände zu kreieren.

Die Upcycling-AG des Gymnasiums mit Schulleiterin Monika Thouet und der Lehrerin Jeanette Lischka. Foto: Gundhild Tillmanns

So hat auch das wasserdicht beschichtete große Banner zum 20-jährigen Bestehen des Gymnasiums gleich mehrere Neuverwertungen erfahren. Oder aus altem Spielzeug konstruierten die Schüler erstaunliche neue Gegenstände. Jeanette Lischka fördert in der Upcycling-AG handwerkliche und kreative Fähigkeiten, sie vermittelt aber auch den Nachhaltigkeitsgedanken: „Die Schüler sollen das, was sie in der AG lernen, in ihrem Alltag umsetzen und nach Hause tragen“, sagt die Pädagogin.

Schüler helfen Vögeln über den Winter Ähnlich wie in der Upcycling-AG sind auch in der Vogel- und Naturschutz-AG von Joachim Schröder junge Menschen, die teilweise auch mit der Klimaschutzbewegung Fridays for Future sympathisieren oder in der Jüchener Ortsgruppe sogar mitarbeiten. Verschiedene Futterstellen für Vögel auf dem Schulhof und in der Nähe werden von den 22 Schülern der AG regelmäßig befüllt. Denn trotz des bisher milden Winters mangelt es laut Schröder für die Vögel an natürlichem Futter, weil der Sommer zu trocken und zu warm gewesen sei.

Die Vogel- und Naturschutz-AG des Gymnasiums mit dem zuständigen Lehrer Joachim Schröder präsentiert ihre selbstgebauten Nistkästen. Foto: Gundhild Tillmanns

Wie sich der Klimawandel auch in Jüchen auswirkt, erfuhren die Jugendlichen auch bei der alljährlichen Vogelzählung des Nabu, an der sie jüngst teilnahmen. Der schulnahe Naturlehrpfad bietet sich für die Vogelschutz-AG, die von Teilnehmern von der sechsten Klasse bis zum Abitur besucht wird, sozusagen als natürliches Erkundungsfeld und Freilichtlabor an.

Gemeinsam mit Kunstlehrerin Anne Kunst haben die AG-Teilnehmer auch Nistkästen gebaut. So sind teils fantasievoll bemalte Vogelhäuschen entstanden. Das Vogelfutter finanziert die Arbeitsgemeinschaft übrigens durch den Verkauf von Muffins, Tee und Kakao in Schulpausen oder bei -veranstaltungen. Und Joachim Schröder stellt fest, dass die Jugendlichen durch die praktische Arbeit und seltene Erlebnisse bei der Vogelbeobachtung, wie etwa eines Eisvogels oder von Waldohreulen, außerordentlich motiviert werden, sich generell mit Natur- und Klimaschutzthemen zu befassen.