Jüchen: Pro Musica wäre gerne eine städtische Musikschule

Einrichtung in Jüchen : Pro Musica wäre gerne Stadtmusikschule

Die Einrichtung in Jüchen verzeichnet einen deutlichen Zulauf an Schülern von zwei bis 85 Jahren. Mittelfristig hofft die Leitung auf den nächsten Entwicklungsschritt. Dafür bräuchten sie allerdings die Bereitschaft der Stadt.

Seitdem Arne Harder und Daniel März die Pro Musica-Schule in Jüchen im September 2017 in ihre Leitung übernommen haben, wurde die zeitweise heruntergewirtschaftete Einrichtung regelrecht wiederbelebt. Der Aufwärtstrend hält bei den Schülerzahlen und den entsprechend beschäftigten Dozenten weiter an. Die aktuelle Bilanz: „Wir haben jetzt etwa 200 Schüler im Alter von zwei bis zu 85 Jahren“, freut sich Arne Harder. Zum Start der Übernahme waren es im September 2017 nur noch etwa 70 Schüler. Sie werden im Nachmittagsunterricht zur Zeit in den Räumen der Gesamtschule an der Stadionstraße unterrichtet, demnächst aber auch in Hochneukirch.

War die Pro Musica-Schule vor drei Jahren in Jüchen noch weitgehend unbekannt, so ist sie längst aus ihrem Schattendasein herausgetreten. Deshalb wagt Arne Harder auch zu hoffen, dass sich Politik und Verwaltung mit der Frage befassen, aus der Pro Musica mittelfristig sogar eine städtische Musikschule zu machen. Harder und auch Jörg Seyffarth, der den aufstrebenden Bereich der Jazz- und Popmusik leitet, sind sicher, dass Pro Musica von der großen Angebotspalette und der Professionalität der Dozenten her den Anspruch einer städtischen Einrichtung unbedingt erfüllen könnte.

So wie Arne Harder neben seiner Leitung bei Pro Musica zusätzlich an der renommierten Düsseldorfer Musikhochschule unterrichtet, gehen alle Pro Musica-Dozenten noch weiteren Tätigkeiten nach. Deshalb seien alle Dozenten gut vernetzt, um etwa auch namhafte Konzertbesetzungen nach Jüchen zu bringen, berichten Harder und Seyffarth. Zudem sei Pro Musica in der Musikwelt durch die alljährlichen Internationalen Gitarrenwettbewerbe, die von Harder und März organisiert werden, weit über Jüchen hinaus bekannt geworden.

Der Gitarrenbereich ist bekanntlich ein großer Schwerpunkt bei Pro Musica, der sich auch beim Sommernachtstraum 2020 wieder gemeinsam mit den übrigen Bereichen präsentieren wird. So sei auch der Gesangsbereich ebenso im Aufwind wie die Jazz-und-Popmusik-Abteilung. Es kämen zudem immer mehr Erwachsene in die Musikschule, weil sie ein Instrument völlig neu erlernen oder nach längerer Pause mit ihrem Instrument wieder beginnen möchten. Dabei stellen die Dozenten übrigens fest, „dass man auch im Alter noch sehr gut lernen kann“, räumt Harder mit dem Vorurteil auf, nur Kinder und Jugendliche seien aufnahmefähig, ein Instrument zu erlernen. Im Gegenteil: „Die Erwachsenen sind fokussierter und konzentrierter. Sie üben, weil sie es wollen, während Kinder oft zum Üben angehalten werden müssen“, stellt der Pro Musica-Leiter fest.

Natürlich gibt es auch umfangreiche Aktivitäten und Angebote der Musikschule des Rhein-Kreises Neuss vor Ort in Jüchen. Das Verhältnis der beiden Wettbewerber beschreibt Harder so: „Wir kooperieren in einigen Bereichen und in anderen kommen wir uns nicht in die Quere.“ Und eine neue Kooperation ergibt sich jetzt für Pro Musica auch mit der Gesamtschule. Dort wird (wie berichtet) eine Kreativklasse nach den Sommerferien eröffnet. Für „den guten Ton“ in dieser Profilklasse will dann auch Pro Musica sorgen.