Jüchen: Polizei kontrolliert Motorradfahrer

Kontrollen an der Landstraße 361 : Polizei warnt Biker vor tödlichen Gefahren

Nach schweren Unfällen im ersten Halbjahr: Ordnungshüter aus dem Kreis setzen auf Aufklärung und Verkehrskontrollen.

Die Fazination, Motorrad zu fahren, ist ungebrochen. Diese Leidenschaft hat in 2018 allerdings bislang bereits drei Menschen im Rhein-Kreis Neuss das Leben gekostet. Die Polizei reagiert darauf mit Aufklärung und Verkehrskontrollen. Am Samstag wurde in Höhe von Schloss Dyck an der Landstraße 361 beides miteinander kombiniert. Auch Motorradfahrer, die sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten haben, wurden auf den Parkplatz von Schloss Dyck gewunken. Dort wurden Maschine und Papiere geprüft und die Fahrer auf die besonderen Gefahren aufmerksam gemacht.

Vorweg: Ausgesprochene Raser gingen der Polizei nicht ins Netz. Ein 57-Jähriger aus Hattingen hatte sich morgens von seiner Frau nach Aachen bringen lassen. Dort holte er seine 22.000 Euro teure und 165 PS starke BMW X3 1000 ab. „Man muss sich da erst vorsichtig rantasten“, sagte der erfahrene Biker, der allerdings 15 km/h zu schnell war – das kostete 20 Euro. Ein 46-Jähriger aus Moers hatte seine MV Agusta offenbar besser im Griff. Er war nicht zu schnell unterwegs, wurde nur sensibilisiert für die Gefahren, mit denen Motorradfahrer rechnen müssen. Der Mann war in der Eifel gestartet und hatte seit Sonnenaufgang schon 400 Kilometer zurückgelegt. „Ich habe heute schon dreimal getankt“, erklärte der Liebhaber italienischer Motorräder.

„Geschwindigkeit tötet“, war auf einem Plakat zu lesen. Auf einem anderen Bild war die Maschine eines jungen Mannes zu sehen – seine erste Ausfahrt endete tödlich. Er war viel zu schnell unterwegs gewesen, hatte die Kontrolle über seine Maschine verloren und war gegen einen Baum geprallt. Die Polizei hatte aber nicht nur jugendliche Kradfahrer im Visier: Gereon Hogenkamp wies darauf hin, dass ältere Wiedereinsteiger stark gefährdet sind: „Sie sollten sich keine zu starke Maschine zulegen, eher klein anfangen.“

  • Wermelskirchen : Polizei erwischt bei Kontrollen Verkehrssünder
  • Kreis Mettmann : Verkehrskontrollen sind angesagt
  • Kreis Mettmann : Radar-Motorrad filmt fünf rasende Biker im Kreis

Auf einer Tafel war zu sehen, welche Körperteile bei Motorradunfällen besonders gefährdet sind: Arme und Beine sind am stärksten betroffen, Kopfverletzungen haben dank Helmpflicht abgenommen. Friedhelm Hinzen, Abteilungsleiter der Polizei im Rhein-Kreis stattete in Zivil den Kollegen eine Art Solidaritätsbesuch ab: „Ich war als Motorradfahrer auch schon mal Unfallopfer“, erklärte Hinzen. Jan Hüfken hatte im Herbst sein Duales Studium bei der Polizei aufgenommen und durfte jetzt zum ersten Mal in Uniform bei einem realen Einsatz dabei sein. „Der Beruf ist unheimlich spannend, ich freue mich jeden Morgen auf den neuen Arbeitstag“, erklärte der Polizeianwärter.

Er sah unter anderem, wie Tim Kehrbaum, Beamter mit besonderen technischen Kenntnissen, die Maschinen mit Kennerblick unter die Lupe nahm. Und die Autos auch: Bei einem Pkw mit Anhänger war ihm unter anderem aufgefallen, dass der TÜV für den Anhänger seit acht Jahren abgelaufen war. Wolf Wewers, Leiter der Verkehrsdirektion, erklärte folgendes: „Es geht uns nicht um Bußgelder, wir wollen die Menschen dazu bringen, sich im ihrem eigenen Interesse verkehrsgerecht zu verhalten.“