Jüchen pocht auf Planungshoheit für Gewerbegebiet

Wirtschaftsentwicklung: Jüchen entwickelt die Wirtschaft

Die künftige Stadt Jüchen will die Planungshoheit über das von RWE und duisport entwickelte Gewerbegebiet Garzweiler ausüben und die von ihr gewünschten Wirtschaftszweige ansiedeln. Dazu muss aber zunächst eine Verkehrsanbindung her.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst kennt ihn schon und weiß, wenn der Jüchener Bürgermeister Harald Zillikens naht, dann geht es wieder um das eine Thema: nämlich eine Verkehrsanbindung für das geplante interkommunale Gewerbegebiet. Konkret geht es um die von Jüchen favorisierte Abstufung der Autobahn 540 auf eine Bundesstraße 540. Dieses Thema versucht Zillikens – und durch die neuer Entwicklung bestätigt – jetzt erst recht im NRW-Verkehrsministerium zu penetrieren: Das verdeutliche er auch am Donnerstagabend im Haupt-Finanz- und Wirtschaftsausschuss, als es um das Joint Venture von RWE und duisport AG für das Garzweiler-Geländes ging.

Wie bereits in unserer Zeitung berichtet, hatte Zillikens RWE- und duisport-Verteter sowie den Grevenbroicher Bürgermeister Klaus Krützen zu sich ins Rathaus eingeladen, um klar zu machen, dass beide Städte „das Heft in der Hand halten wollen“ bei der Auswahl der künftigen Besiedlung des geplanten Gewerbe- und Industriegebietes. Zudem liege die Planungshoheit ohnehin bei der künftigen Stadt Jüchen, was die Flächen- und Bebauungspläne anbelange, betonte Zillikens. Er bremste allerdings eine mögliche Euphorie von Seiten der Politik sofort wieder aus und verwies auf die zunächst zu klärende Kardinalfrage der Verkehrsanbindung für das neue Gewerbegebiet.

Um die wirtschaftliche Entwicklung Jüchens ging es auch im Halbjahresbericht 2018, den Kämmerin Annette Gratz dem Fachausschuss präsentierte. Die derzeitige Prognose weise zwar eine Planverbesserung von rund 900.000 Euro auf. Allerdings sei es in in den Vorjahren immer so gewesen, dass der endgültige Jahresabschluss viel schlechter ausgesehen habe als der Halbjahresbericht. So müsse etwa der Planungsausschuss in zwei Woche noch Leistungen für 80.000 Euro verabschieden, nannte sie ein Beispiel für in diesem Jahr noch anstehende Ausgaben. Und die große Unbekannte sei, wie immer, die Gewerbesteuer, betonten Gratz und Zillikens. Nach Halbjahresstand sind aber voraussichtlich rund 1,1 Millionen Euro mehr als geplant aus dem gemeinsamen Gewerbegebiet Regiopark zu erwarten. Von einer Haushaltsverbesserung geht die Kämmerin auch aus, weil weniger Flüchtlinge nach Jüchen kommen und auf der anderen Seite auch Fördermittel für den Asylbereich geflossen seien. Dort sei mit Kostenerstattungen in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro zu rechnen, führte Gratz aus.

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Wirtschaftsförderer Thomas Schröder berichtete dem Fachausschuss, dass weiterhin ein großer Druck aus der Rheinschiene von Unternehmen bestehe, die sich in Jüchen ansiedeln wollten. Für die Brachfläche des ehemaligen Penny-Marktes in Hochneukrich liege jetzt zwar der Bauantrag für einen Vollsortimenter vor. Der Kontakt mit dem nicht in Deutschland ansässigen Investoren gestalte sich aber schwierig. So sei auch nach wie vor unbekannt, welcher Vollsortimenter dort angesiedelt werden soll.

Bewegung ist laut Schröder aber in den Ausbau des Breitbandnetzes für die Jüchener Schulen gekommen. Er habe die berechtigte Hoffnung, dass die Deutsche Glasfaser (DG) noch vor Ablauf des Jahres mit dem Breitbandausbau an den Schulen beginne. Das Unternehmen habe auch zugesichert, die noch ausstehenden Privatanschlüsse auf Jüchener Gemeindegebiet nachzuholen. Wie schnell das möglich sei, hänge aber von dem von der DG beschäftigten Subunternehmer ab, verdeutlichte Schröder.