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Jüchen: Planung für Industriepark Elsbachtal geht trotz Corona weiter

Großprojekt in Jüchen : Planung für Industriepark Elsbachtal geht weiter

Für das Projekt gibt es einen Dringlichkeitsentscheid. Eine Entscheidung zu Jüchen-West ist aber auf die Zeit nach der Corona-Krise vertagt.

Der Strukturwandel durch den beschlossenen Ausstieg aus der Braunkohle wird auch für Jüchen durch die Corona-Krise keineswegs verzögert oder gar abgemildert; ganz im Gegenteil: Die Wirtschaft wird unter den Folgen von Corona zu leiden haben, zusätzliche Arbeitsplätze werden verloren gehen. Deshalb treibt die Stadt Jüchen trotz Corona und dem deshalb „auf Eis gelegten“ politischen Leben die Vorbereitung für den Industriepark Elsbachtal weiter voran. In diesem gemeinsamen Gewerbegebiet mit Grevenbroich sollen auf 49 Hektar eine Vielzahl von Arbeitsplätzen geschaffen werden.

Eigentlich sollte der Planungsausschuss im März „grünes Licht“ für die Aufstellung des Bebauungsplanes geben – die Stadt Grevenbroich muss dies für ihren Teil des gemeinsamen Industrieparks ebenfalls noch unabhängig voneinander vollziehen. Doch der Planungsausschuss musste in Jüchen, wie alle politischen Sitzungen seither, ausfallen. Um das wichtige Projekt nicht ruhen zu lassen, hat die Stadtverwaltung jetzt aber gehandelt, wie auf Redaktionsnachfrage bekannt wurde. Stadtsprecher Norbert Wolf berichtet: „Das Projekt Industriepark Elsbachtal wird trotz der aktuellen Ereignisse fortgeführt. Mit Dringlichkeitsentscheidungen wurden die Aufstellungsbeschlüsse sowie die Beschlüsse zur frühzeitigen Beteiligung und zur Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen.“

Derzeit wird laut Wolf die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange durchgeführt, woran sich dann die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung anschließen soll. Die Stadt rechnet dabei auch mit Bürgerdiskussionen- und -initiativen zum Thema „Lärmbelastung aus dem neuen Industriegebiet“. Allerdings schränkt er ein: „In welcher Form die Öffentlichkeitsbeteiligung in der derzeitigen Lage durchgeführt werden kann, wird derzeit von der Verwaltung noch geprüft.“

Zugleich steht mit dem Bauprojekt Jüchen-West für die Stadt die wohl ehrgeizigste Erschließung eines neuen Siedlungsgebietes seit dem Neubau der Umsiedlungsorte an. Für das für bis zu 500 Wohneinheiten konzipierte Gebiet hatte die Stadt noch vor der Corona-Krise einen Gestaltungswettbewerb ausloben können. Es waren auch Wettbewerbsbeiträge eingegangen. Allerdings stoppt jetzt das weitere Verfahren, wie der Stadtsprecher berichtet.

Im Rahmen des städtebaulichen Wettbewerbs Jüchen-West seien noch fristgerecht bis Ende Februar neun Arbeiten von Architektengemeinschaften eingereicht worden, teilt Norbert Wolf mit. Eigentlich sollte das Preisgericht in Jüchen am 20. März über den oder die Sieger entscheiden. Und am 25. März sollten die Architektenentwürfe der Öffentlichkeit im Rathaus präsentiert werden. Beide Termine waren natürlich obsolet, denn es griffen bekanntlich inzwischen die Bestimmungen der Bundes- und Landesregierung zum Umgang mit dem Coronavirus. Deshalb steht auch noch nicht fest, wer den Wettbewerb gewonnen hat und damit, wie Jüchen-West städtebaulich eingepasst werden und welches „Gesicht“ das Gebiet erhalten soll. Der Stadtsprecher sagt: „Sobald sich die allgemeine Lage normalisiert hat, werden die Preisgerichtssitzung neu terminiert und der städtebauliche Wettbewerb mit einer öffentlichen Preisverleihung sowie der Ausstellung aller eingereichten Wettbewerbsarbeiten abgeschlossen.“