Jüchen: Pfarrerehepaar verlässt 2020 Gemeinde

Kirche in Jüchen : Pfarrerehepaar verlässt 2020 Gemeinde

Im Frühjahr zieht das Pfarrerehepaar Heinz-Günter Schmitz und Anneliese Haubrich-Schmitz aus der evangelischen Gemeinde Otzenrath-Hochneukirch weg. Die Gemeinde hat einen Antrag auf Wiederbesetzung gestellt.

Seit 36 Jahren betreut Pfarrer Heinz-Günter Schmitz die evangelischen Christen in Otzenrath, vor 33 Jahren übernahm seine Frau Anneliese Haubrich-Schmitz den Ort Hochneukirch als Pfarrerin. Bald stehen Veränderungen an: Die aus dem Westerwald stammende Pfarrerin ist 62 Jahre alt, ihr in Rheydt gebürtiger Mann 65. Auf eigenen Antrag hin gehen sie früher in Rente. Sie werden in den Raum Bonn ziehen, wo sie studiert haben und wo ein Teil ihrer Familie lebt. Heinz-Günter Schmitz erklärt: „Das bedeutet eine Chance für die Gemeinde und für einen möglichen Nachfolger. Es sollte weitergehen, denn sonst geht das Menschliche verloren.“  Die Kirchengemeinde hat einen Antrag auf Wiederbesetzung der Stelle gestellt.

Heinz-Günter Schmitz und Anneliese Haubrich-Schmitz teilen sich die momentan nur noch 75-prozentige Stelle, sie wohnen in Otzenrath. „Wir hätten nie gedacht, dass wir bis zur Rente bleiben. Aber durch den Kontakt zu den Menschen ist vieles gewachsen – deshalb wollten wir gemeinsam mit ihnen auch die Umsiedlung mitmachen“, betonen sie.  Nicht zurückschauen wollten sie, sondern aus dieser Situation heraus Innovatives und Zukunftsfähiges entwickeln. So eröffnete sich nach der Umsiedlung  – bedingt durch das neue Gemeindezentrum – die Möglichkeit etwa für eine ausgezeichnete Jugendarbeit.

Der Kontakt zu den Menschen  war dem Pfarrerehepaar am wichtigsten. Das ist vielen  bewusst – ganz besonders jetzt in den Monaten vor dem Weggang. So kam es, dass das Pfarrerehepaar überraschend während der Otzenrather Klompenkirmes geehrt wurde. „Beide sind Teil unserer Gemeinschaft geworden, die sie maßgeblich mitgeprägt haben“, sagt Dirk Weidemann, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft. Das Pfarrerehepaar war sogar Ministerpaar in den Königsjahren von Burkhard und Maria Schrey sowie Arno und Regina Lorenz.

Beruflich hatten die Seelsorger ihren eigenen Schwerpunkt: „Ich sah meine besondere Aufgabe in Hochneukirch in der Konfirmandenarbeit und habe das immer mit viel Jugendarbeit kombiniert“, erläutert die Pfarrerin. „Viele junge Leute sind als Mitarbeiter geblieben.“ Wichtig ist den beiden auch die Integration von Menschen anderer Nationen, Heinz-Günter Schmitz sagt: „Wir haben immer an einem integrationsfreundlichen Klima mitgearbeitet.“ Er betreute bis 2008 neben seiner priesterlichen Aufgabe in Otzenrath das Immerather Krankenhaus, ab 2007 mit einer halben Stelle das Grevenbroicher Krankenhaus. Bedingt durch die Umsiedlung wegen des Tagebaus lag Immerath,   wie auch Borschemich, Pesch, Lützerath und Jackerath, außerhalb der Pfarrgemeinde.

Das ließ die Zahl der Gemeindeglieder von 2300 bis heute auf 1780 schrumpfen. Heinz-Günter Schmitz hat neben seiner Stelle als Krankenhausseelsorger noch eine 25-prozentige Pfarrstelle. Bereits am 17. Juni wurde er als Seelsorger am Kreiskrankenhaus Grevenbroich verabschiedet. Der Ruhestand von Pfarrerin Anneliese Haubrich-Schmitz wird 2020 nach einem Abschiedsgottesdienst am 16. Februar in der evangelischen Kirche Hochneukirch beginnen.

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