1. NRW
  2. Städte
  3. Jüchen

Jüchen: Jüchen: Odenkirchener Straße verödet

Jüchen : Jüchen: Odenkirchener Straße verödet

Schuhhaus Nolden, Schlecker, Buchhandlung Fischer – an der Odenkirchener Straße schließen immer mehr Läden. "Ein Anziehungspunkt an der Straße wie früher das Postamt oder das Bürgermeisteramt fehlt", sagt Manfred Wirtz, Seniorchef des gleichnamigen Raumausstatters. Zudem würde das Halteverbot viele Kunden vom Stopp abhalten.

Schuhhaus Nolden, Schlecker, Buchhandlung Fischer — an der Odenkirchener Straße schließen immer mehr Läden. "Ein Anziehungspunkt an der Straße wie früher das Postamt oder das Bürgermeisteramt fehlt", sagt Manfred Wirtz, Seniorchef des gleichnamigen Raumausstatters. Zudem würde das Halteverbot viele Kunden vom Stopp abhalten.

Runder Tisch geplant

"Die Straße sieht einfach nicht mehr schön aus", ergänzt Sandra Odenkirchen, Mitarbeiterin in "Ralf's Hairdesign". Doch sie glaubt an den Standort Odenkirchener Straße: "Unser Geschäft läuft nach dem Umzug von der Stadionstraße sehr gut." Die Kunden — darunter viele Stammkunden — würden das größere, offenere Ladenlokal schätzen. Auch bei der Gemeindeverwaltung hat man die Odenkirchener Straße als Problem erkannt. Wirtschaftsförderin Olivia Weidemann plant im Herbst einen runden Tisch mit Händlern und Gewerbetreibenden. Die Kundenströme im Jüchener Ortszentrum haben sich verlagert: Waren früher Marktplatz und Odenkirchener Straße Anziehungspunkte, werden heute viele Einkäufe an der Neusser Straße getätigt. Hier haben sich ein Lebensmittelmarkt, ein Discounter, ein Textildiscounter und eine Apotheke angesiedelt — zudem gibt es ausreichend Parkplätze.

"An der Odenkirchener Straße lädt nichts mehr zum Flanieren ein", meint Manfred Wirtz. Immer mehr Geschäfte würden schließen, der "Rheinische Hof" sei unverändert eine Baustelle und auch der Markt sei "keine Schönheit". Wirtz sieht auch ein Problem in dem Halteverbot vor seiner Tür. Es war auf Antrag der FDP eingerichtet worden, nachdem sich die Autos im Berufsverkehr bis über den Kreisverkehr hinweg gestaut hatten. Parkende Wagen hatten eine einfache Durchfahrt auf der schmalen Hauptverkehrsader unmöglich gemacht. Durch das neue Halteverbot soll der Verkehr besser fließen. Was für Manfred Wirtz die Straße attraktiver machen würde: "Neue Geschäfte — dann kommt auch wieder die Laufkundschaft."

Die Odenkirchener Straße wieder aufzuhübschen — das will auch Wirtschaftsförderin Weidemann. "Wir planen einen runden Tisch", kündigt sie an. In dem Gespräch sollen sowohl die Situation analysiert werden als auch gemeinsam Perspektiven für die Zukunft entwickelt werden. Ein grundsätzliches Problem seien die räumlichen Gegebenheiten: "Oft sind Ladenlokale zu klein, als dass sie heutigen Standards noch entsprechen würden."

(RP)