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Jüchen: Neues Anmeldeverfahren ab 2019/20 an allen Jüchener Schulen

Neues Verfahren an Jüchener Schulen : Schulanmeldungen werden nicht mehr verlost

Den Auslöser für die Diskussion über ein neues Anmeldeverfahren war das Jüchener Gymnasium. Dort wurden die Plätze unter den Anmeldungen sowohl aus Jüchen, als auch aus anderen Städten ausgelost.

An allen Schulen in Jüchen wird ein neues Anmeldeverfahren eingeführt: Das hatte der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause mehrheitlich gegen drei Nein-Stimmen der FWG beschlossen.

Den Auslöser für die Diskussion über ein neues Anmeldeverfahren gab das Jüchener Gymnasium. Dort wurden die Plätze unter den Anmeldungen sowohl aus Jüchen, als auch aus anderen Städten ausgelost. So wurde in der Konsequenz ein Kind aus der Stadionstraße abgelehnt, während ein auswärtiger Schüler angenommen wurde. Um künftig solche Situationen zu vermeiden, hatte die Gemeinde Jüchen als Schulträger eingegriffen. Nun sollen nicht nur an den beiden weiterführenden Schulen, sondern auch an den Grundschulen in Jüchen die Kinder mit Wohnsitz vor Ort bei den Anmeldungen stets Priorität vor auswärtigen Schülern haben.

Die neue Regelung gilt ab dem Schuljahr 2019/20. Die Gemeinde beruft sich bei dieser Regelung auf das NRW-Schulgesetz. Danach kann der Schulträger festlegen, dass Schüler, die in ihrer Gemeinde eine Schule der gewählten Schulform besuchen können, die Aufnahme verweigert wird, wenn die Zahl der Anmeldungen die Aufnahmekapazität der Schule übersteigt. Diese Vorschrift ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen auch die Privilegierung gemeindeansässiger Schüler gegenüber nicht ortsansässigen Anmeldungen, wie die Verwaltung die Ratsmitglieder zuvor informiert hatte. So entscheiden künftig nicht mehr die Jüchener Schulleiter, sondern die Gemeindeverwaltung als Schulträger über die Platzverteilungen.

Auch die Rückkehr des Jüchener Gymnasiums zum Abitur nach neun Jahren (G9) führt die Verwaltung als einen Grund für das geänderte Anmeldeverfahren an. Ziel sei eine „verbindliche und transparente Regelung des Aufnahmeverfahrens an Jüchener Schulen“, heißt es aus dem Schulamt.

Im Gemeinderat hatte sich Andrea Müller von der FWG für ihre Fraktion gegen das geänderter Anmeldeverfahren ausgesprochen. Es greife zu kurz und löse nicht die eigentliche Problematik, sagte sie und beklagte ein weiterhin fehlendes Gesetz des Landes mit der Rückkehr zu einer verbindlichen Empfehlung an die weiterführenden Schulen durch die Grundschulen.

SPD-Fraktionsvorsitzender Holger Witting sieht mit dem neuen Anmeldeverfahren gewährleistet, dass nicht mehr so viele Jüchener Schulen am Gymnasium vor Ort abgewiesen werden müssen, wie es beim Losverfahren der Fall gewesen sei. Er wusste von fünf Jüchener Kindern, die nach Grevenbroich zum Gymnasium geschickt worden seien. CDU-Fraktionsvorsitzender Norbert Esser bewertet das neue Anmeldeverfahren positiv als „eine Stellschraube“. Gemeint ist damit auch das von Bürgermeister Harald Zillikens angesprochene Missverhältnis, das sich beim Zulauf zum Gymnasium und zur Gesamtschule in Jüchen eingestellt hat: Das Gymnasium wird zwar zunächst regelrecht mit Anmeldungen überrannt. Sehr bald stellt sich aber für eine gewisse Zahl von Kindern heraus, dass sie auf der falschen Schule sind. Und die benachbarte Gesamtschule hat dann keinen Platz mehr für sie.