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Jüchen: Neuenhoven ruft zur stillen Wallfahrtsoktav auf

Kirche in Jüchen : Neuenhoven ruft zur stillen Wallfahrtsoktav auf

Die Kirche ist zum Gebet geöffnet. Am kommenden Sonntag wird um 9.30 Uhr außerdem zur Eröffnung der Oktav eine Heilige Messe mit maximal 20 Gläubigen gefeiert. Dabei wird eine Wallfahrtskerze entzündet.

Das hat es in den vergangenen  600 Jahren der Neuenhovener Wallfahrt noch nicht gegeben: So lange pilgern Menschen in den Jüchener Stadtteil und kommen zur Verehrung der Heiligen Vierzehn Nothelferinnen und -helfer in die Wallfahrtskirche. Doch 2020 ist alles anders, wie Pfarrer Ulrich Clancett erläutert: „Die deutschen Bistümer haben aufgrund der Corona-Pandemie bis mindestens 31. August sämtliche Wallfahrten abgesagt.“ Dennoch gibt es kommenden Sonntag um 9.30 Uhr eine Heilige Messe zur Eröffnung der „stillen Wallfahrtsoktav“, an der aufgrund der Hygiene- und Abstandsregeln nur 20 Gläubige teilnehmen können.

In dieser Messe wird die große Wallfahrtskerze entzündet, die während der Oktav vom 5. bis 12. Juli brennen wird. Auf ihr ist das Leitwort der Oktav zu lesen: „Ich bin, wo du bist.“ Es ist ein Zitat aus der Geschichte des Moses am brennenden Dornbusch in der Wüste, an dem sich Gott als der zu erkennen gibt, der die Menschen nicht allein lässt, wie Clancett erläutert. Jeden Tag ist die Kirche von 9 bis 18 Uhr zum stillen Gebet und zur Einkehr geöffnet – auch Opferkerzen können entzündet werden. „Während sonst Predigten den inhaltlichen roten Faden für die Wallfahrtsoktav bilden, gibt es nun Impuls-Blätter, die kostenlos zum Mitnehmen ausliegen,“ erklärt Clancett. „In diesem Jahr werden es sogar 15 Nothelferinnen und Nothelfer sein.“ Die heilige Corona, eine Märtyrerin aus Syrien im 2./3. Jahrhundert, wird für diese Oktav in den Kreis der in Neuenhoven verehrten Heiligen aufgenommen. Ihre Gebeine ruhen in einem Schrein im Aachener Domschatz. Clancett: „Corona hat ein grausames Martyrium erlitten. Zwischen zwei Palmen gespannt wurde sie bei lebendigem Leib auseinandergerissen.“ Genau das mache sie zu einer Art Nothelferin in der aktuellen Corona-Pandemie, denn: „Wie zerrissen ist vieles in dieser Welt angesichts des Virus, das da wütet: Menschen sind zwischen schweren Entscheidungen hin- und hergerissen, zerreißt es beim Gedanken an die eigene Zukunft.“

(NGZ)