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Jüchen: Mundartabend mit Witz und Niveau

BSHV Jüchen : Mundartabend mit Witz und Niveau

Im Forum der Gesamtschule Jüchen unterhielten sich die Gäste prächtig.

Ein total volles Haus, ein abwechslungsreiches Programm mit viel Niveau und allerbeste Stimmung im Forum der Gesamtschule an der Stadionstraße. Das das alles gab es jetzt beim Mundartabend des BSHV Jüchen – eine Veranstaltung, die im Jahr 1988 von Ehrenpräsident Hans-Hubert Krall ins Leben gerufen worden war. „Der Mundartabend war immer schön – aber heute ist er wunderbar,“ mit diesen Worten brachten es die Gäste Anneliese Finster, Anita Kuhrmann und Werner Nagl aus Gierath-Gubberath nach mehr als vier Stunden Programm auf den Punkt. Und auch Schützen-Präsident Thomas Lindgens resümierte: „Wir als Veranstalter sind super zufrieden.“ Übrigens machte auch der Schützenchef selbst einen richtig guten Job als Moderator. Später überraschte er Bürgermeister Harald Zillikens mit einem Ortsschild von Jüchen, das zusätzlich den „platten“ Namen der Stadt trägt: „Jööche“

Den Auftakt zum Programm hatten „Die zwei Lausbuben“ Manfred und Uwe gemacht mit dem herzergreifenden Lied in rheinischer Mundart: „Hemot ist do wo de jlöcklich bis“ (Heimat ist da, wo du glücklich bist). Das Duo aus Wassenberg strapazierte später die Lachmuskeln des Jüchener Publikums mächtig mit dem Titel: „Es gibt Millionen von Zähnen…“ Das Kontrastprogramm dazu bot der 94-jährige Ehrenpräsident Hubert Klinkhammer, der seinen Vortrag über Politik und Pressefreiheit mit feinem Humor auswendig rezitierte.

Und dann kam der mit Spannung erwartete Auftritt von Mundart-Guru Hans Peter Menzen. Und auch diesmal war es ein Auftritt, der kaum zu beschreiben ist. Man muss das ganz einfach selbst erlebt haben. Toll auch Heinz Luchtmann mit seinem heiter-besinnlichen Vortrag „Hänsel und Gretel op Platt“. Als Kontrast dazu der bisher beste Auftritt von Rosi Bruchmann und Domenica Kirchmeyer mit ihrem sozialkritisch-heiteren Sketch „Auf dem Arbeitsamt“. Weiter ging es mit dem recht deftigen Vortrag von Pejo Stefes aus Korschenbroich und dem feinen Humor von Konrad Eickels (Geschichtskreis Otzenrath). Gut kam auch Heinz Luchtmann mit „Hänsel und Gretel op Platt“ an. Mit dabei Willi Türks, der Vorsitzende der Mundartfreunde Korschenbroich. Erstmals gab es einen Auftritt mit dem Bundestags-abgeordneten Ansgar Heveling, der zwar kein Platt spricht, aber dafür über die Herkunft rheinischer Ausdrücke referierte. Prima kam auch Käthi Herbertz aus Mönchengladbach beim Publikum an – ebenso Raimund Görtz, Günter Wilms und Hanns-Hubert Krall. Den zweiten Teil des Abends eröffneten und beendeten die „Helpeflitscher“ aus Damm, die derart begeisterten, dass das Publikum sie nicht mehr von der Bühne lassen wollte.