Jüchen: Mundartabend mit den "Helpeflitscher" im Forum der Gesamtschule

„Helpeflitscher“ treten in Jüchen auf : Mundartabend mit der „ältesten Boygroup Deutschlands“

Im Forum der Gesamtschule steht am 7. Februar Plattdeutsch im Mittelpunkt. Ein Höhepunkt ist der Auftritt der „Helpeflitscher“ aus Damm.

„Loss mer nit nur kalle“ heißt es beim traditionellen Mundartabend, den der Bürgerschützen- und Heimatverein Jüchen (BSHV) am 7. Februar ab 19.30 Uhr bei freiem Eintritt im Forum der Gesamtschule Jüchen an der Stadionstraße bietet.

„Unser Mundart-Engagement lebt – das zeigt die Tatsache, dass wir immer wieder Neuentdeckungen machen, teils sogar aus der unmittelbaren Nachbarschaft,“ sagt BSHV-Präsident und Moderator Thomas Lindgens. Solch eine Entdeckung ist auch die Gruppe „Helpeflitscher“ aus Damm, die erstmals mit ihren selbst kreierten und oft mutig-frechen Mundartliedern bei den Jüchener Schützen auftreten.

Die „älteste Boygroup Deutschlands“, wie Bandleader Michael Förtsch wegen des Durchschnittsalters von immerhin 72 Jahren sie scherzhaft nennt, ist mit ganzem Herzen dabei. Förtsch hat sämtliche Arrangements auf die aktuellen Stimmlagen umgeschrieben. Perfekt wollen die „Helpeflitscher“ dabei nicht sein. Aber garantiert werden sie eine ungewöhnliche und richtig lustige Show „op Platt“ bieten.

Entstanden ist die „Boygroup“ aus Damm während des Dammer Schützenfestes im Jahr 2004, als einige ältere Schützen den strapaziösen Festumzug nicht mehr mitmachen wollten, nachdenklich im Festzelt saßen und mit ihren „Helpe flitschten“ – auf Hochdeutsch: mit ihren Hosenträgern flitschten. Die Männer wollten sich gerne irgendwie wieder mit ins Dorfgeschehen einbringen und gründeten ihre Gruppe, die fortan unter Förtschs Leitung bei Familienfesten, Jubiläen und anderen Veranstaltungen für gute Laune sorgte.

Ab 2014, als Josef Rensing und Heinrich Daumen verstorben waren und Willi Brass aus Altersgründen ausschied, traten die noch verbliebenen drei Senioren nicht mehr auf. Es gibt die Gruppe erst wieder seit dem Geburtstag von Michael Förtsch im Jahr 2017, als drei neue Sänger als Überraschung für das Geburtstagskind hinzugekommen waren. Fröhlichkeit ist garantiert, wenn die „Helpeflitscher“ beim Mundartabend den zweiten Teil des Programms eröffnen und später auch mit ihren von Michael Förtsch geschriebenen Liedern „Ale Sack“ und „Dat ale Kanapee“ beenden.

Der Mundartfreund Heinz-Peter Menzen wird die Jüchener auch diesmal auf Plattdeutsch und mit Heinz-Erhardt-Parodien in den Bann ziehen. Zum weiteren Stamm der Vortragenden zählen Günter Wilms, Raimund Görtz, Heinz Luchtmann sowie Rosi Bruchmann, Domenica Kirchmeyer und Ehrenpräsident Hans-Hubert Krall. Neu hinzugekommen ist Käthi Herbertz aus Mönchengladbach, die schon als Kind ihre Ansichtskarten aus dem Urlaub nur auf Platt schrieb.

Neben den „Helpeflitscher“ gehören die „Zwei Lausbuben“ aus Wassenberg zu den musikalischen Highlights. Die beiden konnten in den letzten Jahren im Karneval große Erfolge feiern und werden ihr Mundart-Können unter Beweis stellen. Die Korschenbroicher Mundart wird präsentiert von Pejo Steves und bei Ursula Ritz, Christa Schmitter und Maie Jeanne Charge Kröll heißt es: „Wir turnen bis zum Tode“.

Auch die geladenen Ehrengäste des Mundartabends kommen um „Platt“ nicht herum: So hat der Bundestagsabgeordnete Ansgar Heveling einen Auftritt zugesagt und auch für Bürgermeister Harald Zillikens hält Lindgens eine mundartliche Überraschung bereit.