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Jüchen: Mehrere Patienten vermissen Akten nach Hausarzt-Schließung

Reaktionen auf Bürgermonitor : Mehrere Jüchener Patienten vermissen sensible Akten

Seitdem seine Hausarztpraxis plötzlich geschlossen war, versucht Gustav Laufs an die Patientenakten seiner Familie zu gelangen. Die Reaktionen auf unseren Artikel vom Mittwoch zeigen: Laufs ist kein Einzelfall.

Am Mittwoch hatten wir über Familie Laufs aus Jüchen berichtet, die eines Tages vor den verschlossenen Türen ihrer Hausarztpraxis standen. Nach 30 Jahren war diese plötzlich zu. Seitdem versucht Gustav Laufs, an die Patientenakten seiner Familie zu kommen. Bislang ohne Erfolg.

Die Reaktionen auf unseren Artikel zeigen: Die Erfahrungen von Familie Laufs sind kein Einzelfall. Mehrere ehemalige Patienten des Jüchener Hausarztes haben sich bei uns gemeldet. Auch sie fürchten, dass sensible Daten in unbefugte Hände geraten könnten.

„Nach über 30 Jahren standen wir am 12. Dezember 2019 zur Behandlung vor verschlossener Tür“, schreibt Arnold Ruch aus Mönchengladbach-Odenkirchen. „Erst nach vielen Telefonaten haben wir für die Verordnung nötiger Medikamente meiner Frau einen ärztlichen Vertreter in Hochneukirch gefunden. Für den neuen Hausarzt benötigen wir aber nun auch die insgesamten Praxisunterlagen.“ Ruch findet es grotesk, wie trotz aller Datenschutz-Verordnungen in diesem Fall bislang verfahren werde.

Ähnlich äußert sich Dieter Gieseler aus Gierath. „Auch ich habe noch keinerlei Info von irgendeiner Stelle erhalten“, schreibt er. Insgesamt sind unserer Redaktion mittlerweile vier vergleichbare Fälle bekannt. Alle Patienten hoffen, bald an ihre Akten zu gelangen.

Am Donnerstag meldete sich Arnold Ruch erneut. „Heute morgen habe ich festgestellt, dass wahrscheinlich im Bereich der Theke geräumt wurde“, schreibt er. Seine Sorge um die Akten bleibe hoch.

Fazit: Problem ungelöst