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Jüchen: Kinderprinzenpaar Lara und Ali führen Rathaussturm an.

Rathaussturm : Lara und Ali regieren in Jüchen

Das Kinderprinzenpaar übernahm die Macht für die närrischen Tage. Jedoch nicht ohne die Mundart-Fähigkeiten von Bürgermeister Harald Zillikens auf die Probe zu stellen.

Pünktlich um 11.11 Uhr stürmten die „Nökercher Jecke“ mit ihren vier Tanzgarden stellvertretend für alle Jüchener Karnevalisten das Rathaus. Bürgermeister Harald Zillikens musste zur Herausgabe des Rathausschlüssels gezwungen werden. Sogar Gardegirl Stella Ellinger war trotz Armbruch mit dabei.

Zillikens rückte natürlich nicht freiwillig den Schlüssel heraus. So entschloss sich das Kinderprinzenpaar Ali Dogu und Lara Götsch den ersten Bürger der Stadt Jüchen zu fesseln. So viel Wehrlosigkeit nahm Annette Pega, die „Vize“ der Karnevalsgesellschaft, zum Anlass, Zillikens ernste Worte zu sagen. „Op Platt“ natürlich, denn auch die Ortsschilder der Stadtteile sollen ja demnächst „zweisprachig“ sein. So mutmaßte die Karnevalistin unter anderem, was da wohl dabei herauskommt, wenn man die Ortsnamen auf Platt „in et Navi“ eingibt? Und ob die nächsten Steuerbescheide dann wohl auch auf Plattdeutsch erstellt würden? Dann sei es selbstverständlich notwendig, das Personal freitags von 16 bis 20 Uhr unter dem Motto „zur Erhaltung der Muttersprache“ auf neuesten Stand zu bringen. Was Zillikens nicht ahnte: Nun war er dran und hatte zu beweisen, ob er der „platten“ Muttersprache mächtig ist.

Erst dann kam die Erlösung. Das Kinderprinzenpaar nannte dem Bürgermeister Schlag auf Schlag eine Auswahl von 20 Jüchener Ortsteilens „op Platt“, die dieser übersetzen musste.  Bei einigen Ortsnamen wie Kelzenberg oder Hackhausen und Kamphausen musste Zillikens passen. Trotzdem wurden die Fesseln entfernt, damit Zillikens endlich den Rathausschlüssel ans Kinderprinzenpaar übergeben konnte. Es folgte der Austausch von Orden und später schlug Annette Pega vor, dass der Bürgermeister sprachlich doch noch ein wenig geschult werden müsse. Auch solle das Rathaus schon wegen des zu kleinen Foyers und der immer größer werdenden Tanzgarde dringend umgebaut werden. Zillikens lobte, dass die „Nökercher Jecke“ mit ihren Garden frischen Wind ins Rathaus gebracht hätten und dass sie gerne öfter kommen sollten – etwa, um das Personal im „Betriebssport“ oder Gardetanz zu schulen.

Am Nachmittag ging es weiter mit einer Altweiber-Riesenparty auf dem Hochneukircher Markt rund um das beheizte Festzelt der veranstaltenden „Nökercher Jecke“ mit DJ Roland, der Kölschen Rockband „Fressköpp“ und natürlich auch wieder mit dem Kinderprinzenpaar Lena und Ali mit ihren vier Garden.