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Jüchen: Kinder bauen ein Hüttendorf in Hochneukirch

Ferien-Aktionen in Jüchen : Kinder bauen ein Hüttendorf in Hochneukirch

Auf den Bauspielplätzen der Stadt Jüchen wird wieder gehämmert. Rund 130 Kinder bauen dort Buden und Burgen aus Palettenholz. Wie die Arbeiten voranschreiten.

An verschieden Standorten in der Stadt Jüchen laden derzeit Ferien-Aktionen zum Mitmachen ein. Der Träger „Hoch3“ betreut – gefördert von Rhein-Kreis Neuss – den Bauspielplatz in Hochneukirch, an dem 90 Kinder teilnehmen. Am katholischen Jugendheim in Gierath ist das Kreisjugendamt aktiv und beschert rund 40 Kindern erlebnisreiche Ferientage.

„Der Bauspielplatz ist cool. Viel besser als nur zu Hause sein“, erzählt der Gierather Dominik Stein (10). Schon zum vierten Mal nimmt er am Bauspielplatz teil, der sich von der Gesamtschule bis zum Jugendcafé in Hochneukirch erstreckt. Er und sein Freund Timo (9) wissen, wo es lang geht und haben für ihre Burg, die sie in dieser Woche bauen wollen, einen genauen Plan. „Ich kennen die Abläufe. Zum Schluss soll sie blau-schwarz angestrichen werden“, sagt Dominik und hält ganz professionell die Bohrmaschine in der Hand. Timo stützt die Palette, die senkrecht und im rechten Winkel zum Boden eine Wand der Burg werden soll.

Elf Paletten hat die Gruppe, zu der neben Dominik und Timo auch Nils und Moritz gehören, noch zur Verfügung. Am Nachmittag sind sie müde und gönnen sich eine kleine Auszeit. „Mensch, ich habe mich so auf den Bauspielplatz gefreut, dass ich gestern Abend ganz schnell eingeschlafen bin“, erzählt Dominik, der demnächst nebenan auf die Gesamtschule gehen wird. Timo besucht nach den Sommerferien das Jüchener Gymnasium. Zufrieden sind die Baumeister auch mit der Verpflegung. Morgens gibt’s vom türkisch-deutschen Freundeskreis ein gesundes Frühstück und mittags Tortellini mit Salat vom Buffetzauber aus Kelzenberg.

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Regeln für den Gebrauch des Smartphones gibt es nicht. Die meisten verzichten freiwillig, weil sie einfach gut beschäftigt sind und dabei Freude haben. „Für Kinder ist es wichtig, unter Anleitung, aber selbstständig Dinge zu schaffen. Sie haben Material, mit dem sie auskommen müssen, sie planen und bauen und haben Spaß dabei“, erzählt Cerise Beermann, Leiterin des Jugendcafés „B@mm“.

Zum Kernprogramm gehört der Hütten- und Budenbau. Statt sonst 130 sind es in diesem Jahr nur 90 Kinder, die von 30 Ehrenamtlern betreut werden. Die assistieren, wenn elektrisch betriebene Werkzeuge zum Einsatz kommen. Das Verhältnis ist bei Kindern und Betreuern ausgeglichen. „Bei den Kindern sind die Jungs leicht in der Überzahl. Bei den Helfern genauso“, erzählt die Leiterin. Viele sind „Wiederholungstäter“ – auch bei den Ehrenamtlern. Bevor es los ging, erhielten die Kinder eine Einweisung, wie mit dem Werkzeug und dem Material umzugehen ist. „Bretter, aus denen ein Nagel ragt, sollten nicht einfach auf die Erde geschmissen werden“, weiß Dominik.

Anika (15) und Johanna (15) haben die Kleinen beim Bauen im Auge. „Die sind gut drauf“, erzählen die Betreuerinnen. Selin (7) und Canel (11) bauen mit ihrer Cousine Ayda eine Hütte, die sie mit Fernseher und Regalen ausgestattet haben. „Wenn das Haus fertig ist, legen wir einen Teppich rein, damit es gemütlicher wird“, sagt Ayda. Wer keine Lust mehr aufs Bauen hat, kann auf einer Grünfläche vor dem Gelände auf einem Niedrigseil-Parcours das Klettern üben. Dennis Gläser, der elf Jahre als Standortleiter bei „Hoch3“ tätig ist, gibt vorab eine Sicherheitseinweisung.

Nach dem Corona-Erlass mussten die Kinder in bestimmte Bezirksgruppen aufgeteilt werden. Obacht haben da die Helfer, die teilweise studieren und die Angebote selber aus ihrer Kindheit kennen. „Zum Abschluss gehört natürlich eine Präsentation und ein kleines Grillfest. „Wie wir das diesmal umsetzen, hängt von der pandemischen Lage ab. Aber der Bürgermeister kommt bestimmt“, meint Cerise Beermann.