Jüchen: Julius Weckauf dreht "Enkel für Anfänger" mit Heiner Lauterbach

Jungschauspieler aus Jüchen : Julius Weckauf dreht mit Heiner Lauterbach

Der Hochneukircher Julius Weckauf wurde mit seiner Rolle als junger Hape Kerkeling in „Der Junge muss an die frische Luft“ auf einen Schlag bekannt. Derzeit dreht der Elfjährige seinen zweiten Film: „Enkel für Anfänger“. Ein Besuch beim Dreh in Köln.

Ein Garten in Köln-Dellbrück. Julius Weckauf und Heiner Lauterbach stehen auf einer Hüpfburg. Der eine lacht, der andere schnauft. Ein Mann mit Headset läuft auf sie zu. „Wir müssen das noch einmal drehen“, sagt er. „Ich finde das super. Du überbringst immer die besten Neuigkeiten“, ruft ihm Julius entgegen. Heiner Lauterbach schweigt.

Noch vor ein paar Monaten ist Julius Weckauf ein ganz normaler Schüler. Dann geht er spontan zum Casting für den Film „Der Junge muss an die frische Luft“. Der Elfjährige aus Hochneukirch bekommt die Hauptrolle als junger Hape Kerkeling und ist plötzlich berühmt. In Wien wird ihm die Romy als „Bester Nachwuchs männlich“ verliehen. Aktuell ist Julius in Berlin. Er erhält dort den „New Faces Award“ des Magazins „Bunte“. Am Freitag nimmt er an der Gala zum Deutschen Filmpreis teil.

Julius läuft durch den Garten zu „Oma Karin“ (Maren Kroymann). Foto: Wolfgang Ennenbach

Drei Tage zuvor ist Julius noch in Köln und steht für seinen zweiten Film vor der Kamera. In „Enkel für Anfänger“ suchen Rentner wie Karin (Maren Kroymann) Gerhard (Heiner Lauterbach) und Philippa (Barbara Sukowa) Kinder, die sie in ihrem langweiligen Ruhestand bespaßen können. im März 2020 soll der Film in die Kinos kommen. „Ich spiele Jannik, einen hyperaktiven Jungen“, sagt Julius in einer Drehpause. „Er ist immer aufgedreht, aber eigentlich glücklich, so wie er ist.“

Eine Paraderolle für Julius. Das zeigt schon der Dreh am Dienstag: eine kurze Gartenszene. Julius läuft freudig auf Maren Kroymann zu, ruft dabei „Oma Karin“. Die springt gerade auf einer Hüpfburg und hat Probleme mit der Energie des kleinen „Jannik“ zurecht zu kommen. Sie kämpft sich von der Hüpfburg in den Garten und begrüßt in einer peinlich-lustigen Szene weitere Gäste. Eine kurze Einstellung, die im fertigen Film kaum eine Minute dauern wird.

Beim Dreh beschäftigt sie das Filmteam für rund zwei Stunden. Es gibt mehrere Einstellungen. Mit Hüpfburg, ohne Hüpfburg, Nahansichten, Tonaufnahmen. Dazu jeweils mehrere Takes, also Aufnahmen. Mehr als 20 Menschen bevölkern den Garten. Sie kümmern sich um den Ton, um das Licht, betreuen die wartenden Schauspieler. Alles ist eng getaktet. Gerade für Kinder wie Julius. An seinen knapp 20 Drehtagen müssen strenge Pausenzeiten eingehalten werden. So bleiben für das Interview am Rand auch nur fünf Minuten – handgestoppt. Auch die Schule darf er nicht vernachlässigen. „Ich habe einen Skype-Lehrer, wenn ich beim Dreh bin“, sagt Julius.

Die Hüpfburg-Szene an diesem Tag ist eine kleine Herausforderung. Drei Kinder treffen auf drei „Ersatz-Großeltern“. Vor allem Julius lässt sich in seinem Sprungelan schwer bremsen. Teilweise ist das gewollt. Nicht ohne Grund musste er für die Rolle extra einen Salto lernen. Teilweise ist das aber auch ungewollt. „Es ist schon so, dass die Rolle ein wenig abfärbt. Es fällt mir selbst schwerer ruhig zu sein“, gesteht er. In einem großen Teil der Szene sollen die Darsteller „stumm spielen“. Ein paar Mal muss das angemahnt werden. Meistens wegen Julius.

Die Lautstärke ist jedoch nicht das einzige Problem. Bei ihrem ersten Gang von der Hüpfburg ist Maren Kroymann so angeschlagen, dass sie sich in der folgenden Begrüßungsszene das Lachen kaum verkneifen kann. Nach dem dritten Take ist Heiner Lauterbach bereits sichtlich gezeichnet. Barbara Sukowa hält sich den Rücken. Julius bittet um eine Trinkpause. Er hat noch was vor. Nach sechs Takes ist die Szene schließlich im Kasten. Kurze Pause, dann muss im Hintergrund wieder gesprungen werden. Weitere vier Takes und einen stolpernden Kameramann im Rückwärtsgang später ist Feierabend für die Hüpfburg. Julius ist kaputt. Heiner Lauterbach darf sich hinsetzen. Über sein Gesicht huscht ein kurzes Lächeln.