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Jüchen: Jedes zweite Kita-Kind geht weiter in die städtischen Tagesstätten

Kinderbetreuung in Jüchen : Jedes zweite Kita-Kind geht weiter in die Tagesstätte

Die Stadt hatte wegen Corona an Eltern appelliert, Kinder möglichst selbst zu betreuen. Kita-Organisator Jürgen Hansen rechnet mit einem weiterem Anstieg der Zahl der Kinder in den Tagesstätten. Ein Teil der Familien hat keine Alternative für die Betreuung.

Trotz des verschärften Lockdowns wegen Corona schicken viele Eltern ihre Kinder weiter hin in die Kita – mangels anderer Betreuungsmöglichkeiten. „Grob gesagt, kommt weiter etwa die Hälfte der Jungen und Mädchen in dei Kindergärten“, erklärt Jüchen Hansen, Kita-Koordinator für die sechs städtischen Kindertagesstätten in Jüchen, Jürgen Hansen.

„Das ist relativ viel, und wir rechnen damit, dass der Anteil noch steigen wird“, sagt Hansen. „Es fällt vielen Eltern schwer, Beruf und Familie zu verbinden. Auch wer beispielsweise im Homeoffice arbeitet und an einer Video-Konferenz teilnimmt, dem fällt es schwer sich zu konzentrieren, wenn das drei oder vier Jahre alte Kind kommt und Wünsche hat“, schildert Hansen. Er ist Leiter der Tagesstätte „Sausewind“ in Hochneukirch, die zurzeit 57 von insgesamt 114 Kindern weiter besuchen.

Die Stadt hatte nach den Informationen des Landes über den einschränkten Pandemiebetrieb und mit Blick auf die nach wie vor hohen Infektionszahlen die Eltern gebeten, wenn möglich, ihre Kinder möglichst selber zu betreuen, um Kontakte zu vermeiden. Doch viele Familien finden offensichtlich keine Alternative. „Wir erhalten Anrufe von Eltern, die erklären: ,Seien Sie uns nicht böse, aber wir brauchen den Platz. Wir bekommen das nicht anders hin’“, berichtet Hansen.

Landesweit wurden die Betreuungszeiten um jeweils zehn Wochenstunden gekürzt, etwa von 35 auf 25 Stunden. „Viele Eltern sind aber froh, dass ihr Kind vormittags betreut wird“, sagt der Kita-Leiter und Koordinator. Eine weitere Folge des eingeschränkten Pandemiebetriebs: Gruppenübergreifende Betreuung ist nicht mehr möglich. Die Gruppen werden getrennt betreut. „Die Mitarbeiter sprechen sich beispielsweise ab, wann wer mit einer Gruppe in die Turnhalle geht oder mit den Kindern in welcher Ecke des Außengeländes ist“, sagt Hansen. „Der Bewegungsradius der Kinder wird durch die Gruppentrennung eingeschränkt, sie können nicht immer alle Spielgeräte im Kindergarten nutzen.“