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Jüchen : Internationales Gitarrenfestival ohne Corona-Auflagen

Internationales Festival in Jüchen : Gitarrenfestival wie vor der Pandemie geplant

Das sechste Internationale Gitarrenfestival in Jüchen soll möglichst wie vor der Corona-Zeit ablaufen. Sollte es wieder Corona-Auflagen geben, kann spontan auf einen Online-Wettbewerb umgestellt werden.

Die Vorbereitungen für das sechste Internationale Gitarrenfestival vom 1. bis 20. November in Jüchen haben begonnen. Die Organisatoren hoffen darauf, seit Langem endlich wieder ein Festival ohne Corona-Auflagen veranstalten zu können. „Es soll möglichst alles in Präsenz ablaufen“, sagt Daniel März, fügt aber auch hinzu: „Zur Not könnten wir aber auch spontan auf einen Online-Wettbewerb umstellen. Wir haben in den vergangenen Jahren ja die nötige Erfahrung gesammelt.“ Konzerte, Wettbewerbsvorspiele, Workshops und Vorträge, eine Ausstellung mit Gitarren, Zubehör und Noten sollen, „wie in alten Zeiten“, in der Gesamtschule und in der evangelischen Hofkirche angeboten werden.

Lediglich die Unterbringung in Familien, die für den Jugendwettbewerb vor der Pandemie immer angeboten wurde, soll diesmal nur für den Notfall vorbehalten bleiben: „Der Kontakt ist in den Familien dann doch vielleicht ein wenig zu eng. Wir geben den Jugendlichen aber Tipps, wo sie in der Nähe kostengünstig übernachten können“, betont der Organisator. Wieder möglich wird aus heutiger Sicht aber die Einbindung des Seniorennetzwerks 55plus Jüchen. März freut sich schon drauf: „Die werden wieder lecker für uns kochen!“

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Doch es gibt eine nicht unwesentliche Sorge, wie März einräumt: Bei großen, aber auch kleineren Veranstaltungen zeige sich im Vorfeld, dass der Kartenverkauf sehr schleppend in Gang komme. „Wir haben die Sorge, dass die Leute wegen der Pandemie noch sehr zurückhaltend sind und deshalb weniger Publikum, aber auch weniger Teilnehmer zu den Wettbewerben kommen könnten“, gibt März zu. Auch machten sich die allgemeinen Teuerungen, auch bei den Kulturveranstaltungen bemerkbar: „Es wird mehr gespart.“

Geplant und organisiert wird jetzt aber zunächst wie zuletzt im Jahr 2018. Neue Konzertmusiker und Juroren, die auch Meisterkurse in Jüchen anbieten, sollen die Attraktivität des Festivals noch weiter heben. Das Auftakt-Konzert in der Gesamtschule geben am 17. November Daniel März mit seinem ersten Gitarrenlehrer Thomas Oldenbürger im Duo, Arne Harder mit seiner selbst entwickelten Universalgitarre, Prof. Hubert Käppel, Buck Wolters und Markus Kaiser unter dem Motto „Classic meets Fingerstyle“. Tomasz Zawierucha, ein neuer Professor an der Folkwang-Hochschule in Essen, gehört zu den neuen Juroren und Interpreten bei den Konzerten. Er gibt am 18. November ein Solokonzert in der Hofkirche. Und mit einer in Jüchen erstmalig präsentierten Kombination aus Gitarre und Akkordeon wird am 19. November das Duo Lux Nova in der Hofkirche ein Repertoire von Bach bis Piazolla darbieten. Der erste Preisträger des vergangenen Jahres, Junyoung Jung, spielt das Mittagskonzert am Festival-Sonntag, bevor die Kandidaten 2022 zum Finale ab 17 Uhr in der Gesamtschule vor das Publikum und die Fach-Jury treten werden.

Die ersten Anmeldungen für den Jugendwettbewerb gibt es schon, wie März erläutert. Im Vorgriff auf „Jugend musiziert 2023“ mit der Wertungen in Solo-Gitarre und Pop-Ensemble gebe es auch entsprechende Schulungen im November in Jüchen. Und gegen den „Übungsfrust“ verspricht ein Fingerstyle-Workshop mit Markus Kaiser mit „groovigen, angejazzten Poparrangements und Methoden“ die entsprechenden „Rezepte“ zu liefern.

Die Organisation des Festivals teilen sich Daniel März und Arne Harder, nachdem Marie-Lena Olma nach Berlin gezogen ist. Der 25-jährige Noch-Student Daniel März ist inzwischen zu gleichen Teilen an den städtischen Musikschulen Neuss und Dormagen fest angestellt. In Dormagen hat er am 1. August auch die Fachbereichsleitung für Gitarre und Harfe übernommen, zudem gibt er Konzerte bundesweit und teilweise auch im Ausland. Sein Ziel sei auf Dauer aber möglichst eine Dozentur an einer namhaften Musikhochschule: „Ich halte die Augen offen, wo Stellen frei werden und bewerbe mich dann, aber eine Vollzeitstelle bei einer Musikschule wäre auch nicht schlecht“, sagt März, der derzeit an seinen beiden Stellen in Neuss und Dormagen zwar viel Freude hat. Doch terminliche Überschneidungen seien oft das Problem.