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Jüchen: Historische Kanonen restauriert

Neues Sehenswertes am Schloss Dyck : Historische Kanonen restauriert

Wie neu sehen sie aus, nach umfangreicher Restaurierung sind zwei Repräsentationskano­nen aus Gussstahl nach Schloss Dyck zurückgekehrt. Die schönen Stücke flankieren nun wieder die Brücke zum Dycker Hochschloss. Finanziert wurde die Restaurierung durch die Freunde und Förderer der Stiftung Schloss Dyck. Die Arbeiten waren aufwendig.

Die beiden Kanonen waren Teil der repräsentativen Ausstattung von Schloss Dyck, die Fürst Alfred zu Salm-Reifferscheidt-Dyck (1867-1924) nach dem Umbau von Schloss Dyck um 1900 in Auftrag gegeben hatte. Für die Kanonen-Lafetten wurden übrigens zwei Kutschen aus dem 19. Jahrhundert aus dem fürstlichen Fuhrpark „recycelt“. Zu besonderen Anlässen wurde mit den Kanonen einst Salut geschossen. Doch später lagerten sie jahrzehntelang in desolatem Zustand im Wirtschaftstrakt, Speichen waren gebrochen, Holz angefault. Martin Wolthaus, Kunsthistoriker der Stiftung, hatte das Kanonenpaar wiederentdeckt, die Freunde und Förderer von Schloss Dyck erklärten sich bereit, die Kosten für die Restaurierung zu übernehmen.

Dafür wurde ein Spezialist gefunden: Walter Keil, der Besuchern des Freilichtmuseums Kommern die Geheimnisse der historischen Radherstellung demonstriert, betreibt das Stellmacherhandwerk seit 25 Jahren und ist ein Fachmann für historische Kanonen. 

Die Restaurierung der Kanonen dauerte mehrere Monate. Alle Teile wurden, soweit möglich, fachgerecht instand gesetzt, so dass die Geschütze selbst, aber auch deren Beschläge sowie beide Mittelachsen der Lafetten, im Original erhalten sind. Zwei Räder und anderes mussten neu gefertigt werden. Nun stehen die Kanonen wieder – wie vor dem Ersten Weltkrieg –  auf ihrem Posten an der Brücke zum Hochschloss. Nur auf’s Salutschießen wird man wohl vergeblich warten.

Für die Restaurierung zweier weiterer Kanonen wird jetzt ebenfalls noch ein Sponsor gesucht.