Ressourcenschutz-Siedlung Grünes Licht für Otzenrath-Süd

Otzenrath · Nach einem letzten Schlagabtausch stimmte der Planungsausschuss mit Mehrheit dem Bebauungsplan für die Ressourcenschutz-Siedlung Otzenrath-Süd zu. Die Grünen sprachen vom „Zukunftsort“, SPD und FWG hätten einige Häuser gern eine Nummer kleiner gehabt.

So soll die Ressourcenschutz-Siedlung in Otzenrath aussehen, der Bebauungsplan lässt Investoren allerdings noch Spielraum .

So soll die Ressourcenschutz-Siedlung in Otzenrath aussehen, der Bebauungsplan lässt Investoren allerdings noch Spielraum .

Foto: stadtraum Architektengruppe, Düsseldorf

Der Weg ist frei: Bei vier Gegenstimmen stimmte der Planungsausschuss dem Bebauungsplan für die Ressourcenschutz-Siedlung Otzenrath-Süd zu. „Das wird ein Zukunftsort“, die Blaupause für Jüchen-West und -Süd, ist sich Grünen-Fraktionschef Thomas Dederichs sicher. Damit setzte er den Schlusspunkt unter eine Diskussion, bei der SPD und FWG nicht zum Ressourcenschutz, wohl aber zu den vorgelegten Plänen „Nein“ sagten. Das Baugebiet soll mit der Hälfte an Energie und Baumaterial auskommen wie herkömmliche Siedlungen. Heizen mit fossilen Brennstoffen sind tabu, Flachdächer sollen begrünt werden.

Im September hatte der Ausschuss den vorgelegten Plänen einstimmig eine Absage erteilt, unter anderem wurden an die bestehende Bebauung grenzende Neubauten als zu groß bezeichnet. Nun legte das Team um Saskia Schrade, Leiterin des Amts für Stadtentwicklung, einen überarbeiteten Entwurf vor. Zur Bahnstraße hin etwa soll es statt Mehrfamilienhäusern kleinere Häuser geben. Dachformen wurden geändert, Abstände zu Bestandsgebäuden vergrößert. Nur am südlichen Rand dürfen einige Mehrfamilienhäuser bis zu drei Geschosse aufweisen. Das Baufenster lasse dort aber Investoren noch relativ viel Spielraum, sagte Schrade.

„Sie haben unsere Wünsche aufgegriffen, auch wenn sie manches Problem anders gelöst haben“, erklärte CDU-Ratsherr Gerd Kuska, einer der Kritiker im September. „Das tragen wir mit.“ Kritik übte weiterhin die SPD: Die Häuser an der Zufahrt von der Hofstraße ins Neubaugebiet nannte Hans-Josef Schneider (SPD) „weiterhin Klötze“, er sähe dort lieber kleinere Häuser. Astrid Bauer (FWG) votierte dafür, im B-Plan generell die Höhen auf zwei Geschosse zu beschränken.

Hans-Josef Schneider (SPD) spricht von „Klötzen“ zur Hofstraße hin.

Hans-Josef Schneider (SPD) spricht von „Klötzen“ zur Hofstraße hin.

Foto: Fabian Witting

„Ich stelle mit Erschrecken fest, dass wir in der Vergangenheit leben und die Zukunft ignorieren. Wir werden in Zukunft nicht alle in Einfamilienhäusern leben können“, entgegnete Thomas Dederichs, der wie Konrad Thelen (FDP) die Planung begrüßte. Ausschussvorsitzender Ralf Cremers (CDU) ergänzte, dass zum Ressourcenschutz auch gehöre, die Ressource Boden möglichst gut auszunutzen. Und Dederichs appellierte: „Wenn wir Auflagen für Nachhaltigkeit machen, sollten wir nicht überlegen, hier ein Geschoss und dort einen Meter wegzunehmen und so das Bauen teurer machen.“

Thomas Dederichs (Grüne): „Das wird ein Zukunftsort“.

Thomas Dederichs (Grüne): „Das wird ein Zukunftsort“.

Foto: privat

Obwohl einige Häuser kleiner ausfallen als ursprünglich geplant, will Bürgermeister Harald Zillikens am Ziel von möglichst 100 Wohneinheiten festhalten. Die seien für das geplante Nahwärmenetz nötig. Geheizt werden soll per Nahwärmenetz mit Geothermie und Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Nun hat der Rat am 14. Dezember das letzte Wort. 2024 sollen die Erschließungsarbeiten starten. Grundstückseigentümer RWE will Mitte 2024 mit der Flächenvermarktung beginnen.

Kritik gab es auch am Rande der Sitzung. FWG-Fraktionschef Gerolf Hommel, der kein Ausschuss-mitglied ist, moniert, dass der ökologische Ausgleich für die mit 33.000 Ökopunkten bewertete Baufläche nur zu einem Drittel in Jüchen, in Hochneukirch, erfolgen soll. Der größere Teil soll in Dormagen-Zons für eine Extensivgrünland-Fläche ausgeglichen werden. „Wir kippen bei uns Beton in die grüne Landschaft und sorgen in Zons für Verbesserung“, so Hommel. „Das machen wir nicht mit.“ Der Ausgleich solle komplett in Jüchen erfolgen.

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