1. NRW
  2. Städte
  3. Jüchen

Jüchen: Gitarrist Daniel März jüngster Juror bei "Jugend musiziert"

Premiere für Gitarrist Daniel März :  Jüngster Juror im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ ist aus Jüchen

Der 23 Jahre alte Daniel März aus Jüchen hat seine Premiere als jüngster Juror im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ gemeistert. Als Solist kannte er den Wettbewerb bereits.

Der Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Bremerhaven war für den 23-jährigen Gitarristen Daniel März aus Jüchen jetzt eine echte Premiere. Er hatte zwar die Wettbewerbe bis auf Bundesebene als Teilnehmer schon mehrfach miterlebt. Doch als Juror war dies sein erster Einsatz. März erlebte als jüngster Juror zugleich auch eine Premiere in der Wettbewerbsgeschichte: Denn wegen der Corona-Pandemie konnten die Teilnehmer nicht in Präsenz vor der Jury musizieren, sondern mussten Videos mit ihren Stücken einspielen und einschicken.

Daniel März berichtet aus Bremerhaven: „Es war eine sehr spannende Erfahrung.“ 86 Gitarrenvideos musste er gemeinsam mit drei weiteren Juroren bewerten. Es gab insgesamt drei Jurys, die nur für die Gitarrenbeiträge eingesetzt waren. März hatte zwar zunächst gedacht, er könne sich neben seiner Jurytätigkeit auch noch gemütlich in Bremerhaven umsehen. Doch weit gefehlt! Von 9 bis 18 Uhr wurden an allen Wertungstagen zunächst die Videos betrachtet und vor allem gehört, anschließend mussten im Hotel die Feedbacks für die Teilnehmer geschrieben werden. Um 21 Uhr kam die Jury dann noch einmal zusammen, um die Feedbacks zu besprechen und schließlich an die Teilnehmer zu mailen. „Das war harte Arbeit, aber es hat auch richtig Spaß gemacht“, bilanziert der 23-Jährige, der in Bremerhaven auch wertvolle Kontakte knüpfen konnte.

  • Diesmal gab es bei „Jugend musiert“
    Jugend musiziert : Fach-Jury bewertet Musikvideos
  • Üben für den Wettbewerb „Jugend musiziert.⇥Foto:
    Musikschule in Mönchengladbach : Gladbacher holen neun Preise bei Bundeswettbewerb
  • Marienbaum (Archiv):
    „Unser Dorf hat Zukunft“ : Jury bereist Xantener und Alpener Dörfer

So sei er zum nächsten Landes-Wettbewerb als Juror für 2022 nach Schleswig-Holstein eingeladen worden, berichtet März, für den die Juryarbeit aber jetzt nach seiner Heimkehr nach Jüchen sofort weitergeht. „Von zu Hause aus“, per Video, bewertet er jetzt das Vorspiel der allerjüngsten Gitarristen, der ab Sechsjährigen, im „Jugend musiziert“-Wettbewerb in Hamburg. „Ich könnte mir vorstellen, auch beim nächsten Mal wieder in die Bundes-Jury eingeladen zu werden“, hofft er. In Jüchen hat März als Gitarrenlehrer bereits vier neue Quartette aus seinen Schülern bei Pro Musica zusammengestellt, die er fit machen möchte für die Teilnahme bei „Jugend musiziert“ im Januar 2022.

Beim Bundeswettbewerb seien vor allem quantitative Unterschiede bei den Teilnehmern aus den verschiedenen Bundesländern aufgefallen. Bayern habe besonders viele junge Musiker sowohl aus der Breiten-, aber auch aus der Spitzenförderung aufgestellt. „Aus Nordrhein-Westfalen kamen zwar nicht so viele Teilnehmer, dafür aber umso mehr aus der Spitzenklasse“, beobachtete März. Generell sei das musikalische Niveau bei „Jugend musiziert“ stabil. Allerdings seien die Veranstalter vor Ort inzwischen auch bestrebt, eine gute Vorauswahl zu treffen und nicht zu viele in den Wettbewerb weiterzuleiten, weiß Daniel März.

In Bremerhaven und Bremen haben jetzt insgesamt 140 Juroren die 1730 Wettbewerbsbeiträge von 2250 Teilnehmern bewertet. Es gab eine Beteiligungssteigerung von zehn Prozent gegenüber dem vorherigen Bundeswettbewerb in der gleichen Kategorie. Der fand 2018, also noch ohne die erschwerten Corona-Bedingungen, zuletzt statt. Jetzt wurde der Bundeswettbewerb in seiner 58-jährigen Geschichte erstmals zweigeteilt: Über Pfingsten wurden alle Solo- und Duo-Kategorien als Video bewertet. Ensemble-Wertungen, die derzeit zumeist nicht gemeinsam proben können, sollen im September in Bremen nachgeholt werden. Der Veranstalter hofft, dass dies dann tatsächlich in Präsenz geschehen kann.

Das ungewöhnliche Format des Wettbewerbs stellte auch die Jury vor neue Herausforderungen, wie Professor Ulrich Rademacher, Beiratsvorsitzender und Vorsitzender der Gesamtjury von „Jugend musiziert“, erläutert: „Im Rahmen eines digitalen Bundeswettbewerbs, der ohne direkten Kontakt zwischen den Protagonisten auf der Bühne, dem Publikum und dem Jurygremium durchgeführt wurde, fällt den Jurymitgliedern umso mehr die Aufgabe zu, neben den künstlerischen Leistungen auch die Vorbereitungsbedingungen wertschätzend einzuordnen.“ Für den Bundeswettbewerb hatten sich über die Regional- und Landeswettbewerbe in den 16 Bundesländern und den drei Wettbewerbszentren der Deutschen Schulen im Ausland von den insgesamt 15.000 Teilnehmern 2250 junge Musiker qualifiziert.