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Jüchen: Geteilte Meinung in der Politik zur internationalen Gartenschau

Strukturwandel in Jüchen : Geteilte Meinung in der Politik zur internationalen Gartenschau

Während die Freie Wählergemeinschaft dem Vorschlag für eine internationale Gartenschau 2037 im Bereich um den heutigen Tagebau Garzweiler ablehnend gegenüber steht, sieht die CDU-Fraktion darin eine Chance, auf Jüchen und die Herausforderung des Strukturwandels aufmerksam zu machen.

Auf ganz unterschiedliche Resonanz bei Ratsfraktionen stößt der Vorschlag des Zweckverbandes Landfolge Garzweiler, 2037 im Verbandsgebiet eine Internationale Gartenausstellung auszurichten. „Das Thema haben wir in unserer Fraktion mit Unmut aufgenommen“, erklärte Gerolf Hommel, Vorsitzender der FWG-Fraktion. „Wir haben andere Sorgen als eine Gartenausstellung. Wir würden in Jüchen lieber von Bildungsstätten, Ausbildungsstätten und Arbeitsplätzen reden“, kritisiert Hommel. „Oder von einem Gesundheitszentrum mit Fachhochschule und Arztzentrum, wie wir bereits vorgeschlagen haben.“

Rund um Jüchen hätten „alle Städte ausgezeichnete Ideen und planen und planen. Erkelenz wird wohl eine Wissenschaftseinrichtung für Land- und Ernährungswirtschaft bekommen“. In Grevenbroich plane man etwa Alu-Valley und erstelle Konzepte für die Flächen der Kraftwerke. „Jülich plant den Brainergy-Park zur Entwicklung moderner Speicher-Energiesysteme. Bergheim ein Großlabor für Spitzenanalytik mit bis zu 200 neuen Arbeitsplätzen“, sagt Hommel. „Die haben auch alle Flächen, wo man sich für die Zukunft aufstellen kann. Wir haben ein Loch, das weiterhin nicht nutzbar ist“, so der FWG-Politiker zum Tagebau und der Verfüllung des Restlochs. Auch danach müssten die Flächen circa zehn Jahre ruhen, bis sie genutzt werden könnten.

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Anders sieht das Thema Gartenschau CDU-Fraktionschef Ralf Cremers: „Jede Möglichkeit, auf diese Region – auf die Probleme und die Herausforderungen des Strukturwandels – aufmerksam zu machen, nehmen wir gern an.“ Das Projekt könne bereits im Planungsstadium dazu führen, dass Investoren auf Jüchen aufmerksam würden. Für eine solche Gartenausstellung habe Jüchen viel zu bieten, etwa Schloss Dyck und Umgebung. Die CDU-Fraktion hat, wie Cremers betont, Anfang des Jahres ein Tourismus-Konzept mit dem Schwerpunkt Dycker Ländchen vorgeschlagen. Das soll als Naherholungsziel gestärkt werden, auch mit Blick auf Gastronomie und mit Hotels.

Eine Internationale Gartenschau im Revier sei eine „spontane Idee, das könnte interessant sein“, sagt Grünen-Fraktionsvorsitzender Thomas Dederichs. Eine Gartenschau würde sich grundsätzlich gut in das Konzept des ,Grünen Bandes’ einfügen, das rund um den heutigen Tagebau Garzweiler gelegt werden soll. Der Kritik Hommels, dass Jüchen ohne konkrete Projekte da stehe, widerspricht Dederichs. „Wir haben beispielsweise das geplante Neubaugebiet Jüchen Süd“, mit Wohnungen an der Bahn, das auf rekultivierten Flächen entstehen soll. „Die Planungsverfahren dafür nehmen ohnehin rund zehn Jahre in Anspruch.“