Jüchen: Gegen den Protest des NABU beschließt der Rat das Wohngebiet an der Peter-Busch-Straße

Neues Wohngebiet in Jüchen : Wäldchen in Hochneukirch muss Baugebiet weichen

Gegen den Protest des NABU und fünf Neinstimmen ist im Gemeinderat die weitere Planung des neuen Wohngebietes an der Peter-Busch-Straße in Hochneukirch beschlossen worden.

Der Protest des Naturschutzbundes (NABU) Jüchen gegen das geplante Wohngebiet an der Peter-Busch-Straße in Hocheukirch hat nichts gebracht: Gegen fünf Neinstimmen von FWG, Linken und SÖWA hat der Gemeinderat mehrheitlich „Grünes Licht“ für das Wohngebiet gegeben. Die Protestplakate, die NABU-Mitglieder an den Kastanienbäumen angebracht hatten, die an das Wäldchen grenzen, das dem Wohngebiet zu Opfer fallen soll, sind nach dem Ratsbeschluss mittlerweile entfernt worden. Die alten Kastanien sollen aber, sofern sie nicht ohnehin schon wegen Baumkrankheiten gefällt worden sind, an der Peter-Busch-Straße stehen bleiben.

Der Nabu Jüchen protestierte gegen die geplante Abholzung des Wäldchens an der Peter-Busch-Straße zugunsten eines Wohngebietes. Die Plakate sind nach dem Ratsbeschluss aber entfernt worden. Foto: Gundhild Tillmanns

Im Gemeinderat gab es erneut eine kontroverse Debatte um das Wohngebiet. FWG-Fraktionsvorsitzender Gerolf Hommel, der (wie berichtet) auch an der NABU-Demonstration teilgenommen hatte, bezeichnete das Bauland an der Bahnlinie als „ein Stück erhaltenswerte Natur“, das bewahrt werden müsse. Es reiche nicht, sieben Bäume stehen zu lassen und zehn Nistkästen daran aufzuhängen, zitierte er aus dem Umweltgutachten, das für den Bereich in Auftrag gegeben worden war. Er empfinde es als Hohn, dass Jüchen einerseits den Klimaschutz propagiere und sogar einen Klimaschutzmanager in Diensten habe, auf der anderen Seite aber ein Waldstück abholzen wolle, kritisierte Hommel.

Franz-Josef Schneider betonte für seine Fraktion, die SPD habe sich die Entscheidung für das Wohngebiet und gegen das Wäldchen nicht leicht gemacht. Der Druck sei für Jüchen aber sehr hoch, zusätzlichen, bezahlbaren Wohnraum schaffen zu müssen, argumentierte auch FDP-Fraktionschef Konrad Thelen im Gemeinderat. Bürgermeister Harald Zillikens räumte zwar einen „Zielkonflikt“ zwischen dem Natur- und Klimaschutz und der Schaffung von Wohnraum ein. Er argumentierte aber auch: „Für Familien Wohnraum in Jüchen zu schaffen, entspricht eben auch unserem Nachhaltigkeitskonzept.“ Im Übrigen sei das in Frage kommende Grundstück an der Peter-Busch-Straße kein wertvolles Naturschutzgebiet, sondern lediglich Wildwuchs, der auf alten Anschüttungen der Eisenbahn dort mit den Jahren entstanden sei. Das vom Rat mehrheitlich beschlossene Verfahren sieht nun die Änderung des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes für das „Bahnhofsumfeld Hochneukirch, Bereich Peter-Busch-Straße“ vor. Dies hatte auch, wie berichtet, der Planungsausschuss bereits dem Gemeinderat empfohlen.

Die Verwaltung hatte bereits nach dem Ratsbeschluss im Dezember 2017 die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung nach dem Baugesetzbuch und die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange eingeleitet. Dieses Verfahren war zwar bereits im Januar diesen Jahres abgeschlossen worden. Es hatte aber keine Stellungnahmen der Öffentlichkeit gegeben, bis dann vor der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses am 26. Juni der NABU, wie berichtet, zum Protest gegen die geplante Abholzung des Wäldchens aufgerufen hatte.

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