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Jüchen: Gastronomie im Schloss Dyck fährt langsam hoch

Schloss Dyck in Jüchen : Schloss-Gastronomie fährt langsam hoch

Im Schloss Dyck sind das Hotel, Restaurant und Café mittlerweile wieder geöffnet – Letztere aber nur an Wochenenden mit 80 Plätzen. Insgesamt erwartet die Stiftung wegen Corona für 2020 einen Umsatzrückgang von 70 Prozent.

„Das Coronavirus macht uns immens zu schaffen“, sagt Jens Spanjer, Vorstand der Stiftung Schloss Dyck. Ihm geht es nicht anders als vielen anderen Geschäftsführern oder Betriebsleitern. Das gilt insbesondere für das Hotel und den Gastronomiebereich, deren Betrieb zeitweise komplett aus dem Angebot gestrichen wurde. Erst langsam fahren diese Bereiche wieder hoch. „Was uns erheblich schmerzt, ist das Ausbleiben der großen Hochzeitsfeiern oder der Tagungen“, sagt Spanjer.

Das führt zwangsläufig zu wenigen Übernachtungen in dem Hotel mit neun Zimmern. Dort beziffert Spanjer den Rückgang auf fast 75 Prozent. „Die Geschäftsleute als Stammkunden fehlen ebenso wie die Touristen, die auf der Durchreise eine Übernachtung im Schloss Dyck machen.“ Insgesamt geht er für die Stiftung von Mindereinnahmen in Höhe von rund 70 Prozent im Vergleich zu 2019 aus.

Die deutlich reduzierte Gastronomie kommt langsam wieder auf Touren. Der „take-away“-Schalter, quasi ein Kiosk, an dem sich Parkbesucher mit Getränken und Speisen eindecken können, findet großen Anklang. „Picknick im Park bei einer Flasche Wein ist fast schon zu einem Geheimtipp geworden“, sagt Spanjer schmunzelnd. Der Tagesbetrieb mit den Parkbesuchern verzeichne sogar im Vergleich zum vergangenen Jahr ein leichtes Plus.

Im Restaurant und Café sind die coronabedingten Einschränkungen unübersehbar: „Wir haben das Platzangebot von 360 in normalen Spitzenzeiten drastisch auf 50 Außen- und 30 Innenplätze reduziert“, erläutert Spanjer. Zugleich seien die Öffnungszeiten aufs Wochenende beschränkt. Aber immerhin gebe es dadurch Lebenszeichen und einen Absatzmarkt für die Produkte, die in den eigenen Gärten von Schloss Dyck erzeugt werden.

Nichts ging  mehr – oder besser gesagt, fast nichts ging mehr von März bis Juni. „Wir haben die Cornona-Bedingungen sehr ernst genommen und zunächst alles geschlossen – bis auf die Spaziergänge im Park.“ Zugleich ging die Arbeit in einigen Bereichen weiter, etwa in der Park- und Gartenpflege.

Dennoch konnte Kurzarbeit, die zum Teil jetzt noch anhält, nicht vermieden werden. „Allein schon aus meiner Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und der Stiftung habe ich sofort die möglichen Förderanträge bei Bund und Land gestellt“, sagt Spanjer. Jede finanzielle Hilfe trägt dazu bei, das Defizit am Ende zu verringern.

Ein Silberstreif am Horizont sind Hochzeitsfeiern, wenn sie wieder in einem größeren Familienkreis gefeiert werden können. Aber auch diese werden die Abschlussbilanz nicht retten können. Dabei verhieß 2020 zunächst, ein gutes Jahr zu werden – nach einer Rekord-Besucherzahl 2019. „Mit 328.462 hatten wir letztes Jahr das bisher beste Besucherergebnis seit Bestehen der Stiftung.“ Wirtschaftlich befand sich die Stiftung mit ihren Einrichtungen aus Schloss Dyck im ruhigen Fahrtwasser. Dann kam Corona – und alles, was geplant und auf den Weg gebracht worden war, war mit einem Schlag Makulatur.

Wie mit nur 30 Prozent der Erträge aus Besuchern, Veranstaltungen, dem Hotelbetrieb und der Restauration die Einrichtung finanziell übers Jahr kommen kann, ist die große Aufgabe, der sich Spanjer stellen muss. Immerhin beschäftigt die Stiftung bei Großveranstaltungen bis zu 250 Menschen – und sind fast 60 Mitarbeiter volljährig angestellt.

Unterm Strich sorgt Corona für ein dickes Minus in Millionen-Euro-Höhe in der Kasse von Schloss Dyck – und für Nachdenken, wie das Defizit ausgeglichen werden kann. Spanjer beruhigt aber: „Stiftung und Schloss Dyck stehen trotz allem gut da.“