Agenda in Jüchen Die FWG fordert eine neue Polizeiwache mit 24-Stunden-Bereitschaft

Jüchen · Auf ihrer Agenda hat die FWG eine Polizeiwache, gekoppelt mit einem neuen Betriebshof, Kampf dem Lärm in Hochneukirch und Strukturwandelprojekte. Sie regt ein Jucunda-Gesundheitszentrum mit Fachhochschule an.

 FWG-Fraktionsvorsitzender Gerolf Hommel wohnt in Hochneukirch nah am Tagebau. Dort staubt es, und es gibt Lärmbelästigungen.

FWG-Fraktionsvorsitzender Gerolf Hommel wohnt in Hochneukirch nah am Tagebau. Dort staubt es, und es gibt Lärmbelästigungen.

Foto: Gundhild Tillmanns

Die Idylle, jetzt im Sommer gemütlich auf der Terrasse zu sitzen, wird für Gerolf Hommel regelmäßig getrübt. Denn der FWG-Fraktionsvorsitzende wohnt in Hochneukirch ganz nah am Tagebaurand: Staubflug und vor allem Lärm seien dort für ihn, wie eigentlich für alle Bürger in Hochneukirch, ein zunehmendes Übel. Während sich der Staub aus der Tagebaugrube je nach Trockenheit und Windrichtung überall ablagere: „Wenn man über die Böden geht, dann knischt es“, sagt Hommel. So habe der zusätzliche Lärm seit der Inbetriebnahme der A44n für den Ortsteil noch erheblich zugenommen.

Deshalb warten Hommel und seine Fraktionskollegen jetzt voller Spannung die Ergebnisse der Lärmmessungen ab, die im Juni in Hochneukirch stattgefunden hatten. Die sollen seiner Kenntnis nach in der ersten Sitzung des Umweltausschusses nach der Sommerpause am 17. September von der Stadt präsentiert werden. Denn je nach dem Ergebnis der Messungen will die FWG-Fraktion dann den Antrag stellen, die Lärmschutzwände an der A44n zu erhöhen, kündigt Hommel die Marschrichtung seiner Fraktion nach der Sommerpause an.

Doch die FWG hat noch etliche weitere Themen in Vorbereitung für das zweite politische Halbjahr 2019, die schwerpunktmäßig an die Forderung geknüpft sind: „RWE muss das Tagebauloch auf Jüchener Stadtgebiet endlich verfüllen“, mahnt Hommel an. Und die Verfüllung müsse qualitativ so geschehen, dass auf dem Neuland nicht nur Landwirtschaft, sondern vor allem auch Wohn- und Gewerbebau ermöglicht werde, fügt er hinzu, und teilt einen Seitenhieb aus: „Wenn wir das Neuland haben, dann brauchen wir auch keine Wälder mehr fürs Wohnen abzuholzen, wie an der Peter-Bamm-Straße.“

Neben Wohnsiedlungen hat die FWG konkrete Vorstellungen, wie das Neuland auch für Strukturwandel-Projekte genutzt werden soll: „Wir könnten uns dort ein Jucunda-Gesundheitszentrum vorstellen mit einem Ärztehaus, einer Einrichtung für Physiotherapie und einer Fachhochschule für Krankenpflege“, konkretisiert Hommel. Außerdem könne als Ersatz für das ehemalige Jüchener Freibad ein Wellness-Hallen- und Freibad dort ebenso entstehen wie ein Urnen-Friedhof in einer Parkanlage, zählt er die Vorstellungen seiner Fraktion auf, die er hofft, auch in den Zweckverband Tagebaufolgelandschaften Garzweiler einfließen zu lassen.

Aber auch zur näheren zeitlichen Abfolge, noch weit bevor das Neuland geschaffen sein wird, bereitet die FWG jetzt ihre Anträge für nach der Sommerpause vor: etwa zur Polizeiwache. „Wir sind zu der Erkenntnis gelangt, dass der Umbau der Wache am jetzigen Standort wenig Sinn macht. Deshalb werden wir eine neue Wache, kombiniert mit einem neuen Gebäude für den städtischen Bauhof vorschlagen“, kündigt Hommel an. Denn für den derzeit noch auf zwei Standorte aufgeteilten Betriebshof müsse schließlich auch eine neue Lösung gefunden werden. Zudem werde die FWG eine personelle Aufstockung der Polizeiwache mit einer 24-Stunden-Präsenz in Jüchen fordern, kündigt der Fraktionsvorsitzende an und verdeutlicht: „In Jüchen wird überall gebaut, es gibt mehr Menschen, dann brauche wir auch mehr Polizisten.“

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