Jüchen: Feuerwehr rettet Dackel aus Zisterne

Rettungs-Spezialisten in Gierath im Einsatz : Feuerwehr rettet Dackel aus Zisterne

Ein Dackel hielt am Sonntag rund 30 Feuerwehrleute zwei Stunden lang in Atem. Krummbeiner „Naldo“ war kopfüber in eine 20 Meter tiefe Zisterne gestürzt. Höhenretter aus Neuss bargen den augenscheinlich unverletzten Hund.

„Naldo“ hatte am Vormittag auf dem Grundstück eines ehemaligen Bauernhofs an der Bedburdycker Straße gebuddelt – direkt neben einer alten, ausgetrockneten Zisterne. „Vermutlich war er dabei unvorsichtig und ist in das etwa 20 Meter tiefe Loch gestürzt“, sagt Jüchens Feuerwehrchef Heinz-Dieter Abels. Die Besitzerin des Dackels hatte nach dem Sturz sofort die Einsatzkräfte alarmiert.

Das Problem: Der Hund lag an einer nur schlecht einsehbaren Stelle, zudem gab er zunächst keine Lebenszeichen von sich. Und eine Bergung des Vierbeiners ließ sich nicht so einfach umsetzen, da die Zisterne nur einen Durchmesser von einem knappen Meter hat.

„Wegen der engen Verhältnisse war eine umfangreiche technische Hilfeleistung erforderlich“, schildert Abels. Neben Drehleiter und Rüstwagen alarmierte er daber auch eine Spezial-Truppe – die Höhenretter der Neusser Feuerwehr.

Etwa 30 Feuerwehrleute waren an dem Einsatz beteiligt. Ein Teil der Bedburdycker Straße musste für den Verkehr gesperrt werden. Foto: Feuerwehr Jüchen/Lars Vocke

 Bevor die zum Zuge kamen, musste an der Zisterne zunächst ein Regenrohr demontiert und Gasmessungen vorgenommen werden, anschließend wurde der Schacht ausgeleuchtet. Über dem Loch errichteten die Höhenretter einen stabilen Dreibock, über den sich einer der Helfer dann in die Tiefe abseilte. Schon kurz darauf konnte der Feuerwehrmann eine gute Nachricht nach oben schicken: „Naldo“ hatte ein Lebenszeichen von sich gegeben, der Hund war bei Bewusstsein.

Dann ging alles sehr schnell: Kaum wieder ans Sonnenlicht gebracht, wurde der Dackel in eine Transporttasche gesetzt und gemeinsam mit seiner Besitzerin in die Mönchengladbacher Tierklinik transportiert – dafür stellte die Feuerwehr eines ihrer Mannschaftsfahrzeuge zur Verfügung, das mit Blaulicht in die Nachbarstadt fuhr.

„Nach einer ersten in Augenscheinnahme durch einen Tierarzt hatte der Hund zumindest äußerlich keine Verletzungen bei seinem Sturz davongetragen“, berichtete Heinz-Dieter Abels kurz nach dem zweistündigen Einsatz. Es standen jedoch noch weitere Untersuchungen an, deren Ergebnis am Nachmittag noch nicht vorlagen. „Wir wünschen ,Naldo’ auf jeden Fall eine schnelle Erholung von seinen Erlebnissen“, betonte Abels. Während des Einsatzes wurde die Bedburdycker Straße zwischen der Schul- und der Neuenhovener Straße für den Fahrzeugverkehr gesperrt.

Die Jüchener Feuerwehr hat bereits reichlich Erfahrung mit Tierrettungen. Vor genau zwei Jahren barg sie die Katze „Molly“, die im Neubaugebiet in einen Spalt zwischen einer Hauswand und einer Garage gerutscht war. Nach zweieinhalb Stunden hatten die Helfer den Vierbeiner befreit – und erhielten für ihren Einsatz eine Urkunde der Tierrechtsorganisation „Peta“.

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