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Jüchen: Feuerwehr-Drohne sucht verletzten Hund

Nach Unfall in Jüchen : Feuerwehr sucht mit Drohne nach verletzter Hündin Bella

Nach einem schweren Unfall auf der Autobahn 46 wurde ein Hund vermisst. Bei Nebel setzte die Jüchener Feuerwehr ihr fliegendes Auge ein – mit Erfolg. Der verletzte Bulldog-Mix „Bella“ wurde im Tagebau Garzweiler entdeckt.

Es war nebelig, als ein Auto am Sonntag Abend gegen 19.30 Uhr auf der A 46 ins Schleudern geriet und von der Fahrbahn abkam. Der Wagen schoss in eine Böschung, rutschte den Hang hinunter und blieb auf der Grubenrandstraße auf dem Dach liegen. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Während sich Helfer des Rettungsdienstes wenig später um den Mann kümmerten, startete die Jüchener Feuerwehr eine ungewöhnliche Suchaktion. Denn der Unglücksfahrer hatte eine Beifahrerin – und die war verschwunden.

Bulldog-Mischlinghündin „Bella“ hatte mit im Wagen gesessen – und war ganz offensichtlich bei dem Unfall ebenfalls verletzt worden. „Darauf deuteten Blutspuren hin, die wir im und am Auto entdeckt haben“, schildert Feuerwehr-Chef Heinz-Dieter Abels. „Von dem Tier war jedoch nichts zu sehen, es war offensichtlich geflüchtet.“ Helfer des Löschzugs Hochneukirch machten sich rund um den Unfallort auf die Suche nach dem Tier. Sie konnten „Bella“ zwar hin und wieder in der Ferne bellen hören, jedoch nicht lokalisieren. „Irgendwann hörte das Bellen dann urplötzlich auf“, berichtet der Feuerwehr-Chef.

 Nach einer Schleuderfahrt auf der A 46 landete dieses Auto auf dem Dach. Laut Polizei wurde der Fahrer leicht verletzt.
Nach einer Schleuderfahrt auf der A 46 landete dieses Auto auf dem Dach. Laut Polizei wurde der Fahrer leicht verletzt. Foto: Feuerwehr Jüchen
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Da konnte nur noch High-Tech helfen. Seit etwas mehr als einem Jahr gehört eine 7000 Euro teure Drohne zur Ausrüstung der Jüchener Feuerwehr. Das fliegende Auge ist unter anderem auch mit einer Wärmebild-Kamera ausgerüstet, die am nebligen Sonntag Abend beste Dienste tat.

Die Feuerwehr startete mehrere Aufklärungsflüge. Nach gut zwei Stunden konnte „Bella“ aus der Luft heraus ausfindig gemacht werden – als (warmer) roter Fleck auf (kalter) blauer Landschaft.

Allerdings befand sich die Hündin an einer nicht allzu leicht erreichbaren Stelle. „Das Tier hielt sich auf der zweiten Sohle des Tagebaus Garzweiler auf – etwa 700 Meter vom Unfallort entfernt, der sich zwischen der Jülicher Straße und dem Autobahndreieck Holz befand“, berichtet Heinz-Dieter Abels.

Da das Betreten der Grube – alleine schon wegen der Abbruchgefahren an der Tagebaukante – gefährlich ist, verständigte die Feuerwehr den Werkschutz von RWE. Gemeinsam machten sich die Helfer dann an das Retten der Hündin.

„Das Tier war völlig verängstigt, als wir es aus dem Tagebau herausgeholt haben“, sagt Abels. Wenig später konnte „Bella“ ihrer Besitzerin übergeben werden, der Frau des Unfallfahrers. Die schlappohrige Hündin hatte bei dem Crash unter anderem Verletzungen an den Läufen davongetragen, die eine Behandlung bei einem Tierarzt erforderlich machten.

„Einsatz gelungen“, meldete Heinz-Dieter Abels am späten Sonntag Abend, als die zwölf Einsatzkräfte der Löscheinheit Hochneukirch zufrieden wieder mit ihren Fahrzeugen abrückten.

In der Vergangenheit haben es die Jüchener Helfer bereits mehrfach mit tierischen Alarmen zu tun gehabt. Erst vor zwei Wochen hatten sie – mit tatkräftiger Unterstützung der Neusser Höhenretter – den Unglücks-Dackel „Naldo“ gerettet, der auf einem ehemaligen Gierather Bauernhof in eine 20 Meter tiefe Zisterne gestürzt war. Vor zwei Jahren befreiten sie die Katze „Molly“, die im Neubaugebiet in einen Spalt zwischen einer Hauswand und einer Garage gerutscht war.

In einer ersten Version des Textes lautete der Name der Hündin „Hella“, wir haben den Fehler inzwischen korrigiert.