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Jüchen: Etat-Entwurf mit Defizit von 2,6 Millionen

Haushalt 2021 der Stadt Jüchen : Etat-Entwurf mit Defizit von 2,6 Millionen

Die Stadt Jüchen plant für das kommende Jahr mit Erträgen von rund 52,9 Millionen und Aufwendungen von 55,5 Millionen Euro. Das geht aus dem Etat-Entwurf hervor, den Kämmerin Annette Gratz jetzt vorlegte.

Annette Gratz, Kämmerin der Stadt Jüchen, wird wohl noch oft in den nächsten Tagen ihren Taschenrechner bemühen müssen, um den Entwurf ihres Haushaltsplans für das nächste Jahr endgültig in Form zu bringen. Es gibt – coronabedingt – zu viele Ungewissheiten, um derzeit schon ein valides Zahlenwerk dem Rat vorlegen zu können. Aber es sind einige Grundaussagen, die sie tätigen kann und die festgeschrieben werden soll; trotz aller möglichen Zuschüsse und Landesförderungen, trotz Steuereinbrüche und nicht abschätzbarer Mehrausgaben wegen der Pandemie.

Nach dem derzeitigen Stand, den die Kämmerin bei der Ratssitzung in der Peter-Giesen-Halle in Garzweiler vorstellte, wird der Haushaltsplan 2021 mit einem Defizit von rund 2,6 Millionen Euro aufwarten – bei Erträgen in Höhe von 52,9 Millionen und Aufwendungen von 55,5 Millionen Euro. Dennoch wird paradoxerweise der Etat 2021 unterm Strich ein positives Ergebnis aufweisen.

Ursächlich dafür sind die haushaltstechnischen Möglichkeiten, die der Gesetzgeber wegen der Coronabedingungen anbietet, wodurch die Pandemie-veranlassten Schulden in Jüchen wie auch in allen anderen Kommunen landesweit auf Folgejahre übertragen werden können. Schulden in Höhe von 4,1 Millionen Euro können dadurch aus der Rechnung genommen werden. Für die im nächsten Jahr geplanten Projekte besteht nach Aussage von Annette Gratz ein Kreditbedarf von rund elf Millionen Euro.

Als eine der wichtigsten Investitionen zählt sie den Erwerb weiterer Anteile zur Beteiligung am Windpark Jüchen. Insgesamt investiert die Stadt in diesem und nächsten Jahr rund 7,8 Millionen Euro für 49 Prozent der Gesellschaftsanteile. Auf lange Sicht gesehen werde sich die Investition für die Stadt rechnen, meint die Kämmerin. Der Windpark brächte der Stadt sichere Erträge und: „Durch sichere Erträge kann die Leistungsfähigkeit der Stadt Jüchen bestehen bleiben.“

Unter familienfreundlichen Aspekten sei die Investition von 3,7 Millionen Euro zum Bau der Kindertagesstätte Gartenstraße in Hochneukirch zu verstehen. Damit würde der Ausbau von Kitas und Großtagesstätten fortgesetzt, in den die Stadt in den letzten fünf Jahren schon 3,8 Millionen Euro investiert habe. „Der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen steigt kontinuierlich.“ Nach den Vorschulkindern rücken in den nächsten Jahren die Schüler in den Fokus der Verwaltung. „Rund 16 Millionen Euro werden in den Jahren bis 2025 für die Zusammenlegung der Gesamtschule am Standort Jüchen und die Erweiterung der Grundschule Hochneukirch erforderlich sein.“

Der Bereich der Feuerwehr schlägt im Haushaltsplanentwurf mit 1,85 Millionen Euro zu Buche. Das Geld ist für den Kauf einer Drehleiter und zwei Mannschaftstransportwagen für die Löschzüge Hockneukirch und Jüchen vorgesehen.