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Jüchen: Elternabende nach Missbrauchs-Vorwurf anberaumt

Nach Missbrauchs-Vorwurf in Jüchen : Evangelische Kirchengemeinde informiert bei Elternabend

Die evangelische Kirchengemeinde lädt 50 Familien zu einem Elternabend mit dem Opferschutz der Kreispolizei ein. Beim Schützenverein und den Otzenrather Pfadfindern gab es nach dem Kindesmissbrauchs-Fall bereits in dieser Woche Elternabende.

Unruhe und Sorge herrschen seit Bekanntwerden des Kindesmissbrauchs bei den Eltern in Jüchen. Wie berichtet, soll ein 34-jähriger Kinder- und Jugendbetreuer, der in zahlreichen Einrichtungen in Jüchen tätig war, einen heute zehnjährigen Jungen missbraucht haben. Zwar geht die Kripo zur Zeit noch davon aus, dass die Straftaten bei Besuchen des Beschuldigten im privaten Umfeld einer mittlerweile aus Jüchen in den Schwarzwald verzogenen Familie geschehen sind. Dennoch laufen derzeit umfangreiche Ermittlungen auch in Jüchen.

Das beunruhigt die Eltern in hohem Maße, wie es auch der evangelische Jugendleiter Rene Bamberg feststellt. Deshalb bekommt er Unterstützung von der evangelischen Kirchengemeinde. Im Laufe der Woche haben der Jüchener Schützenverein (BSHV) und die Otzenrather Pfadfinder schon zu Elternabenden eingeladen. Das soll nun auch in der kommenden Woche seitens der Kirchengemeinde geschehen, wie Kirchenkreis-Sprecherin Angela Rietdorf auf Nachfrage berichtet.

Zunächst soll die Einladung an 50 Familien ergehen, deren Kinder bei Gruppentreffen, Ferienfreizeiten oder sonstigen Aktivitäten der Kirche Kontakt zu dem Beschuldigten hatten. Die Eltern der Jugendlichen würden möglicherweise später noch eingeladen, da man aktuell davon ausgehe, dass sich der entlassene ehrenamtliche Betreuer an einem Jungen im Kindesalter vergangen habe. Im zweiten Zug werden laut Rietdorf alle Mitarbeiter der evangelischen Jugendarbeit in Jüchen, dann sogar zu einem Wochenende, eingeladen. Die Opferschutzbeauftragten der Kreispolizei sollen beim Elternabend und bei dem Mitarbeiter-Treffen eingebunden sein.

Laut Rietdorf gibt es zumindest noch keinen Anhaltspunkt dafür, dass das erst 2020 verabschiedete Schutzkonzept des Kirchenkreises nach dem Vorfall auf den Prüfstand gestellt werden müsste.