1. NRW
  2. Städte
  3. Jüchen

Jüchen: Einbrüche in zwei Jugendtreffs - Digitaltechnik gestohlen

Einbrüche in Jüchener Jugendtreffs : Ferienprojekt trotz Einbruchdiebstahl

In zwei Jugendtreffs in Jüchen wurde eingebrochen. In beiden Fällen wurde moderne, teure Digitaltechnik gestohlen. Trotzdem kann das Ferienprojekt im B@mm jetzt mit wieder neu angeschaffter technischer Ausrüstung stattfinden.

Um ein Haar hätte das Osterferienprogramm im B@mm-Jugendcafé in Hochneukirch jetzt nicht stattfinden können. Es sollten Filme gedreht werden, wofür über einen Zuschuss des Landes NRW aus dem „digitalen Medientopf“ Kameras, Stative, sogar eine Drohne angeschafft worden waren. Doch Einbrecher hatten alle neuen Digitalgeräte im Februar gestohlen. Es sei ein Schaden von etwa 10.000 Euro entstanden: „Wir haben Anzeige erstattet“, berichtet B@mm-Leiterin Cerise Beermann, die allerdings auch von einem weiteren, vergleichbaren Fall wusste: „Ins A3 in Jüchen ist auch eingebrochen worden. Da sind auch die Anschaffungen gestohlen worden, die aus dem digitalen Medientopf gefördert wurden. Die Diebe haben nur die neueste Technik mitgenommen, alles andere haben sie da gelassen“, weiß die Sozialpädagogin.

Dass nun in der zweiten Osterferienwoche aber trotzdem am B@mm für das Hollywood-Projekt gedreht werden konnte, sei in allerletzter Minute noch durch den Schadenersatz der Versicherung und die entsprechende Neuanschaffung der Geräte ermöglicht worden. Die Kreispolizei bestätigt auf Redaktionsnachfrage die beiden Einbrüche in die Jugendtreffs. Ins A3 sei in der Nacht auf den 18. Januar, ins B@mm in der Nacht auf den 22. Februar eingebrochen worden. Hinweise auf Täter gebe es nicht, sagt Polizeisprecherin Daniela Dässel. Die Polizei habe diese beiden Einbrüche übrigens aus zwei Gründen nicht öffentlich gemacht: Zum Einen sei nicht davon ausgegangen worden, dass Zeugenhinweise zu erwarten gewesen wären: Und die Polizei habe keine Hinweise für mögliche Täter geben wollen, dass in den Jugendtreffs „etwas zu holen ist.“ Thomas Sablotny, Geschäftsführer der Firma Hoch3, die das Jugendcafé B@mm betreibt, hatte nach den Einbrüchen auch Rücksprache mit A3-Leiter Stephan Bredt genommen.

  • Stuntman Walter März aus Jüchen simuliert
    Tragischer Tod von Walter März : Jüchener Stuntman stirbt an Herzstillstand
  • Sie und andere sprechen sich gegen
    Wegen Sorge vor Überflutung nach Starkregen : FDP und FWG lehnen Neubaugebiet in Bedburdyck ab
  • Die Berufsbetreuerinnen Ilona Kettner-Schroers (r.) und
    „Lieber in Deutschland tot als zurück“ : Ehepaar aus Wesel droht nach 28 Jahren die Abschiebung

Natürlich sei es auffällig, dass in beide Jugendtreffs zu dem Zeitpunkt eingebrochen worden sei, als dort die neuen Computer und die sonstige technische Ausstattung eingetroffen waren. Sablotny verwahrt sich aber und macht deutlich: „Wir gehen davon aus, dass es keiner unserer Besucher war.“ Schließlich habe es in Jüchen in den vergangenen Jahren auch immer wieder Einbrüche in Kindergärten, Schulen und Turnhallen gegeben, fügt er hinzu und betont: „Wir sichern unsere Technik jetzt aber ganz besonders und schließen sie abends immer in einen Stahlschrank ein.“ Für ihn sei der Einbruch ins B@mm zum Glück bisher das einzige Negativerlebnis dieser Art in seiner Berufspraxis gewesen, gibt Sablotny zu. Unbelastet von dieser Vorgeschichte erleben aber zur Zeit fünf Jungen und zehn Mädchen eine kreative Osterferienwoche im und rund um das B@mm. Am Freitag wollen sie drei Musik-Videos zum Abschluss des Projektes der Öffentlichkeit präsentieren. Von 15 bis 16 Uhr hoffen die zehn- bis 14-jährigen Kids dann auf viele Besucher im B@mm. Sie haben sich in drei Gruppen aufgeteilt und vor der Kamera getanzt und geschauspielert. Hinter der Kamera und vor allem auch beim Schneiden der Videos sind die technisch-interessierten Kinder in dieser Woche in ihrem Element. Und für Cerise Beermann ist dies erneut ein Projekt aus der von ihr initiierten Reihe „Machart“. Sie hatte Erziehungswissenschaften und Kunst studiert und in ihrer Masterarbeit ebendieses Konzept entwickelt, mit dem sie unter dem Oberbegriff „Machart“ die Kinder nun anleitet und ermuntert, sich in den unterschiedlichsten Richtungen der Kunst zu erproben. So hatten sich die Kids in vorherigen Ferienprojekten auch schon im Malen und im Bildhauern erprobt.