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Jüchen: Dyck hofft auf die Schlossweihnacht

Jüchen in Corona-Zeit : Dyck hofft auf die Schlossweihnacht

Die Stiftung Schloss Dyck verzeichnet einen Besucheranstieg im Park und plant ihre Schlossweihnacht in verkürzter Form – wenn sie genehmigt wird. Das Event könnte am dritten und vierten Adventswochenende steigen.

Wohin gehen, wenn fast alle Veranstaltungen Corona zum Opfer fallen und etliche Freizeitbeschäftigungen wegen des zweiten Lockdown tabu sind? Ein Ziel, das bleibt, ist der Park von Schloss Dyck – und diese Alternative wird zunehmend genutzt. „In diesem Jahr hatten wir bis Ende Oktober bereits 124.000 Besucher im Park, das sind zwölf Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum“, erläutert Jens Spanjer, Vorstand der Stiftung Schloss Dyck. „Viele Menschen suchen während der Pandemie eine Freizeitbeschäftigung draußen, wo viel Platz ist – und wo sie auch Kultur erleben können.“

Da kommt der sehenswerte Park mit dem historischen Schloss gerade recht. Ausreichend Abstand ist laut Jens Spanjer kein Problem. „Wir haben breite Wege. Das funktioniert. “

Dabei trifft der zweite Lockdown auch Schloss Dyck und seine Freizeitangebote in erheblichem Maße. Das Café und das Restaurant in der Remise müssen wie andere Gastronomiebetriebe während des Lockdown bis Ende November geschlossen bleiben. Was zurzeit angeboten wird, ist ein „Take away“-Stand beispielsweise mit Kuchen, Kaffee und anderen Getränken. „Die Ausstellung International Garden Photographer of the Year – kurz Igpoty – mussten wir schließen“, berichtet Jens Spanjer. Dasselbe gelte für die histroischen Räume im Schloss.

Nun plant das Stiftungsteam für die Zeit nach November, trotz aller Unwägbarkeiten, wie sich die Infektionszahlen weiter entwickeln, welche Einschränkungen im Dezember gelten werden. Als nächstes Event im Vor-Corona-Terminplan hätte die Schlossweihnacht am 27. November öffnen sollen.

Dieser Termin ist wegen des Lockdown natürlich nicht zu halten. „Aber wir hoffen, dass wir die Schlossweihnacht in verkürzter Form ausrichten können, statt an allen vier Wochenenden vor Weihnachten nur am dritten und vierten Adventswochenende“, erläutert Spanjer.

Wie sonst auch soll es viele Angebote für Adventsdekoration, Kunsthandwerk, Geschenkartikel und – soweit erlaubt – Kulinarisches geben.

Vorbild für das Konzept soll die Veranstaltung Schlossherbst im Oktober sein. Die Tickets dafür gab es nur online und mit Registrierung. Die Besucherzahl war auf 4000 Menschen am Tag begrenzt, ein Drittel der üblichen Zahl. Das Veranstaltungsareal wurde erweitert, die Besucherströme wurden mit einem Einbahn-System gelenkt. Eine weitere Änderung gegenüber den Vorjahren: Der Schlossherbst öffnete erstmals an zwei Wochenenden. Nach dem Event zog Jens Spanjer eine positive Bilanz. „Für die Schlossweihnacht wollen wir weitere Teile des Parks einbeziehen, um so mehr Abstand zu ermöglichen“, kündigt er nun für die nächste geplante große Veranstaltung in Corona-Zeit an.

In der zweiten November-Hälfte will die Stiftung beim Ordnungsamt der Stadt den Antrag für die Schloss-Weihnacht stellen. Die Entscheidung, ob das Event möglich ist, falle beim Land. „Wir stehen mit den Ausstellern in Kontakt. Wir können die Schlossweihnacht kurzfristig auf die Beine stellen, aber wir benötigen natürlich Vorlaufzeit“, sagt Spanjer.

Auch für das Veranstaltungsprogramm 2021 – mit den bekannten Events vom Schlossfrühling und der Gartenlust über die Classic Days bis zum Lichtfestival und zum Schlossherbst – plant die Stiftung bereits. „Wir müssen sehen, wie es mit der Pandemie und den Einschränkungen weiter geht, was möglich sein wird.“

Überlegt wird laut Spanjer, wie bereits beim Schlossherbst Veranstaltungen im kommenden Jahr um Tage oder ein zusätzliches Wochenende zu verlängern, um die Besucherströme auf einen größeren Zeitraum zu verteilen.

Ansonsten fährt die Stiftung laut Spanjer die Strategie, den Park am Schloss attraktiv zu halten – ein 15-köpfiges Team pflegt die Anlagen – und auch Neues anzubieten, „wie in unseren Küchengarten mit alten Gemüsesorten“.