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Jüchen: Die offenen Türen der Jugendeinrichtungen werden nach dme Corona-Lockdown nur zögerlich wieder besucht

Offene Jugendarbeit in Jüchen : Corona schwächt die offene Jugendarbeit

Noch sehr zögerlich kommen die Jugendlichen zurück in die offenen Türen. Feste Workshops werden aber gerne genutzt. Durch Corona hat sich eine neue Kommunikationskultur bei den Kids entwickelt: Sie treffen sich eher privat.

Nicht nur ältere Jüchener aus den sogenannten Risikogruppen scheuen sich noch, nach dem Lockdown die öffentlichen Treffpunkte zu besuchen. Das gilt auch für die jüngeren Jüchener. Zwar werden die Angebote der offenen Tür etwa der evangelischen Hofkirchengemeinde, im katholischen A3 oder im B@mm in Hochneukirch jetzt langsam wieder hochgefahren. Aber die Leiter der Einrichtungen stellen fest, dass noch viele Kinder und Jugendliche, die sonst zum festen Stamm gehörten, ausbleiben.

Rene Bamberg, Jugendleiter bei der evangelischen Hofkirchengemeinde, hat nach den Sommerferien die insgesamt vier offenen Kinder-und Jugendtreffs in Jüchen und Bedburdyck zwar wieder öffnen können. Doch obwohl zum Corona-Schutz vorerst immer nur zehn Besucher pro Treffen erlaubt seien, werde selbst diese Maximalauslastung nicht erreicht. „Außerdem kommt in Bedburdyck noch das Problem hinzu, dass unser Keller bei dem jüngsten Unwetter unter Wasser stand und wir bis heute die Räume dort nicht im vollen Umfang nutzen können“, bedauert Bamberg.

Auf der anderen Seite stellt er aber vornehmlich bei den Jugendlichen einen großen Bedarf fest, sich wieder persönlich zu treffen, miteinander sprechen zu können: „Es ist ein großes Herzensanliegen der Jugendlichen, sich wieder persönlich treffen zu können.“

Jugendleiter Rene Bamberg öffnet auch wieder die Jugendbücherei. Foto: Gundhild Tillmanns

Im A3 stellt Jugendtreffleiter Stefan Bredt ebenfalls noch eine Zurückhaltung beim Besuch der offenen Angebote fest. Die Jugendlichen hätten durch Corona eine neue Kommunikationskultur entwickelt, sie träfen sich eher zu Hause oder im Freien in kleinen Gruppen, als dass sie in die Treffs kämen, wie auch viele andere Jugendleiter beobachtet hätten. Deshalb nutzt er die digitale Kommunikation weiterhin als Chance, mit den Kids im Gespräch zu bleiben und sie zu festen Workshopangeboten einzuladen. Denn die seien immer sofort ausgebucht, freut sich Bredt über die Resonanz auf den Näh-Workshop, das Kochen oder auf die Testreihen für neue Computerspiele. Die Corona-Zeit hat der Jugendleiter auch genutzt, um einen Discord-Server fürs A3 einzurichten, der jetzt für die unterschiedlichen Online-Kommunikationsformen in Wort und Bild genutzt wird. Und er freut sich auf einen Workshop mit der Gesamtschule, bei dem die Kids Texte schreiben, die gemeinsam mit Rapper Keith Powell aufgenommen werden.

Der Jugendtreff B@mm in Hochneukirch hat ebenfalls nach den Sommerferien seine offene Tür wieder gestartet. Anders als in der Hofkirchengemeinde und im A3 wird dort die Besucherzahl nicht auf maximal zehn Personen festgelegt: „Wir haben uns für die andere Möglichkeit entschieden, mit Masken und Abstandspflicht zu arbeiten“, sagt Jugendtreff-Leiterin Cerise Beermann und deutet auf die Abstandsmarkierungen auf dem Fußboden hin. Auch die Sitzbereiche sind im B@mm auf Abstand angeordnet: „So lange man dort sitzt, können die Masken auch abgenommen werden“, sagt Beermann. Doch auch im B@mm sei der Neustart nach dem Lockdown noch verhalten: „Wir haben bisher nur etwa die Hälfte der Besucher wie zu normalen Zeiten“, gibt die Jugendtreff-Leiterin zu. Es herrschten bei der Jugend ebenso wie bei den Eltern noch Vorsicht und eine gewisse Unsicherheit vor.

A3-Leiter Stefan Bredt lädt auch online zu den Workshops ein. Foto: Gundhild Tillmanns

Deshalb würden auch viele Angebote jetzt nach draußen verlegt. Und es bleibe weiterhin wichtig, die digitalen Kontaktmöglichkeiten beizubehalten: „Mit den Jugendlichen kommunizieren wir in der Hauptsache per WhatsApp und Instagram, mit den Eltern über Facebook“, sagt Beermann.