Jüchen: Die Malteser erfüllen mit dem Herzenswunsch-Krankenwagen letzte Wünsche von todgeweihten Patienten

Jüchen : Malteser erfüllen auch Herzenswünsche

Trotz der vielen Einsätze bei den Schützenfesten starten die Jüchener Malteser jetzt auch mit dem „Herzenswunsch-Krankenwagen“. Todgeweihten Patienten sollen letzte Wünsche erfüllt werden – wie noch einmal das Meer zu sehen.

Bei den Jüchener Maltesern herrscht jetzt im Sommer Hochbetrieb. Denn die Schützen der Region fordern zunehmend aus Sicherheitsgründen die Zeltwachen und Zugbegleitungen durch die Malteser an. Koordinatorin Denise Klein hat alle Hände voll zu tun, für die vielen Schützenfeste aus dem Pool der Ehrenamtler auch immer noch genügend ausgebildete Sanitäter zu finden. Sie sagt aber: „Bisher ist es immer noch gelungen, die Wachen zu besetzen, obwohl es manchmal schwer ist.“ An den Wochenenden sei es noch vergleichsweise gut möglich, aus dem Pool der 45 Ehrenamtler die Sanitätswachen zu besetzen, fügt Ortsbeauftragter Daniel Bönnen hinzu. Allerdings bei Schützenfesten, die wie jüngst in Gierath-Gubberath bis in die Woche hineingehen, sei es oft schwierig: „Denn im Gegensatz zur Feuerwehr werden unsere Ehrenamtler von ihren Arbeitgebern nicht freigestellt, nur im absoluten Katastrophenfall gibt es da eine Ausnahmeregelung“, verdeutlicht der Malteser-Chef.

In der Schützenfest-Saison zwischen Mai und Ende September betreuen die Jüchener Malteser durchschnittlich 20 Schützenfeste und weitere 20 sommerliche Events. Eine Besonderheit in diesem Jahr: „Die meisten Einsätze haben wir wegen Wespenstichen, weil die Tiere wegen der langen Trockenheit und dem Futtermangel in diesem Jahr besonders aggressiv sind“, weiß Bönnen. So seien bislang schon etwa 70 Hilfeleistungen bei Wespenstichen angefallen .- „und zwar die ganze Palette vom bloßen Kühlen der Stiche bis hin zu Notarzttransporten ins Krankenhaus“, berichtet Daniel Bönnen.

Trotz der Belastung durch die Einsätze bei den Schützen- und sonstigen Festen haben die Jüchener Malteser aber die Weichen für ein neues Angebot stellen und dafür bereits vier Helfer ausbilden können: „Wir wollen jetzt mit dem Herzenswunsch-Krankenwagen starten“, kündigt der Ortsbeauftragte an. Mit einem der vorhandenen Krankenwagen sollen unter fachkundiger Begleitung todgeweihte Patienten jeden Alters noch zu Orten begleitet werden, deren Besuch sie sich ein letztes Mal wünschen. „Manche haben den Wunsch, noch einmal das Meer zu sehen, oder auch nur ins Borussia-Stadion gebracht zu werden“, nennt Bönnen typische Beispiele für solche Herzenswünsche. Alles, was medizinisch möglich sei und dem Patienten auch tatsächlich guttun werde, solle mit dem Herzenswunsch-Krankenwagen nach Möglichkeit realisiert werden. Wobei Bönnen deutlich macht: „Wir wissen natürlich auch, dass bei solch einer Fahrt ein Patient auch tatsächlich versterben kann.“ Deshalb seien die Malteser-Helfer in ihrer Zusatzausbildung für die Begleitung des Herzenswunsch-Krankenwagens vor allem auch von einer Fachkraft aus der Hospizarbeit geschult worden. Daniel Bönnen hat diese Zusatzausbildung selbst mit absolviert. Außerdem haben die Jüchener Malteser Sascha Klein, Dominik Boenisch und Dominik Wenzel den Kursus erfolgreich abgeschlossen.

In den nächsten Wochen sollen, wenn sich Nachfrage einstellt, die ersten Fahrten stattfinden, die für die Patienten und mögliche Begleiter kostenfrei sind. Das Projekt „Herzenswunsch-Krankenwagen“ wird durch Spenden finanziert.

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