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Jüchen: Die Lindenschule hat einen schuleigenen Defibrillator

Die Lindenschule in Gierath und Stessen : Disco-Pause und Notfalltraining

An der Lindenschule gibt es neben einem speziellen Bewegungsprojekt auch einen schuleigenen Defibrillator.

Die Lindenschule mit ihren Standorten in Gierath und Stessen war die erste Schule in Jüchen, die einen sogenannten Automatischen Externen Defibrillator (AED) anschaffte und ihr Personal durch die Malteser vor Ort in dem lebenswichtigen Umgang damit ausbilden ließ. 2017 wurde der erste Defi am Standort Gierath, ein Jahr später in Stessen installiert. Mittlerweile sind 18 Lehrer, aber auch der Hausmeister und die Schulsekretärin unterwiesen, wie sie das Gerät im Notfall einsetzen könnten.

Einen Notfall hat es zwar laut Schulleiter Gero Müllers noch nicht gegeben. Er weiß aber, dass auch Kinder schon einen plötzlichen Herztod erleiden können. Dieser Todesursache Nummer eins erliegen mehr als 100.000 Menschen alljährlich alleine in Deutschland. Doch dieser Tod ist durch einen schnellen Einsatz des AED in der Regel vermeidbar, wie Müllers weiß. Und er ermuntert immer wieder, eine mögliche Hemmschwelle abzubauen. „Man kann mit dem Defibrillator nur eines falsch machen, nicht zu helfen und ihn nicht einzusetzen“, sagt er. Denn das Gerät sei selbsterklärend. „Der AED gibt ganz klare Tonansagen zu jedem Schritt.“ Dennoch erfolgt zusätzlich alle zwei Jahre eine Nachschulung in Gierath und Stessen durch Klaus Meuter von den Maltesern.

Und der Defibrillator diene nicht nur den Schülern und Lehrern, hebt Müllers hervor. „Wir haben eine sehr gute Nachbarschaft an unseren Standorten. Deshalb haben wir auch die gesamte Nachbarschaft darüber informiert, dass wir mit dem Defibrillator bei Notfällen sofort zur Stelle sein können“, sagt er. Müllers verdeutlicht: „Wir passen aufeinander auf.“

Auf gute Nachbarschaft setzt die Lindenschule auch bei ihrem neuen Projekt, der Disco-Pause. Jeden Dienstag wird in der Pause ab 10 Uhr der Schulhof beschallt. Und dann wird ausgelassen getanzt. „Auch die Lehrer machen mit, und von den Nachbarn hat noch niemand Anstoß an der Musik genommen“, berichtet der Schulleiter. Dieses neue Bewegungsangebot spricht laut Müllers auch Kinder an, die den Sport(unterricht) nicht unbedingt lieben. Alle Kinder bewegten sich locker und freiwillig zur Musik. Und die Disco-Pause habe auch einen schönen Nebeneffekt: „Die Kinder gehen sogar gerne in der Pause nach draußen, was sonst nicht immer unbedingt der Fall ist“, wie Müllers einräumt.

Schulleiter Gero Müllers mit dem schuleigenen Defibrilator. Foto: Gundhild Tillmanns

Im Bereich des Unterrichtes befinde sich die Schule in einem Spagat. Der liege zwischen dem Anspruch, weiterhin das (analoge) Lesen und natürlich Schreiben zu fördern, andererseits aber auch die digitalen Möglichkeiten zu eröffnen, um zukunftsfähig zu bleiben. So werde die Lindenschule zwar mit Tablets und Whiteboards ausgerüstet. „Wir wollen unseren Kindern aber gleichermaßen die digitale und die analoge Welt eröffnen“, betont der Schulleiter.

Müllers ist deshalb froh, dass sich der Förderverein finanziell und tatkräftig für den Aufbau einer neuen Schulbücherei eingesetzt hat. In dem renovierten Raum mit hübscher Wandbemalung werden jetzt 1000 Bücher für unterschiedliche Altersklassen und in einem breiten Themenfeld bereitgehalten. Eltern betreuen die wöchentliche Buchausleihe, die klassenweise organisiert wird. Darüber hinaus ist die Ausleihe etwa auch an Fachliteratur für den Deutschunterricht oder für andere Fächer immer möglich. Müllers sagt: „So fördern wir die Lesefähigkeit der Kinder und vermeiden damit, dass sie nur mit ihrem ‚Handydaumen’ kommunizieren.“