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Jüchen: Die Jugendfeuerwehr hält sich im digitalen Schulungsraum fit

Feuerwehr Jüchen in Corona-Zeit : Die Jugendfeuerwehr hält sich im digitalen Schulungsraum fit

Präsenz-Übungen sind wegen Corona seit Monaten nicht möglich, die 35 Jugendfeuerwehrleute erweitern aber in vielen Web-Videos und im digitalen Schulungsraum ihr Wissen. Das Betreuerteam um Stadtjugendfeuerwehrwart Julian Hochheim lässt sich vieles einfallen, um Abwechslung zu bieten.

Klar, dass sie gern den Umgang mit Strahlrohr, Schläuchen und anderen Feuerwehrgeräten trainieren würden, aber Präsenz-Übungsstunden sind für die Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr Jüchen wegen Corona bereits seit rund fünf Monaten tabu. Doch das Betreuerteam um Stadtjugendfeuerwehrwart Julian Jungheim lässt sich vieles einfallen, um dennoch den künftigen Einsatzkräften Attraktives bieten zu können – etwa mit einem dem digitalen Schulungsraum.

Julian Jungheim weiß, wie gern die Jugendfeuerwehrmitglieder in der Praxis üben. „Das fehlt, irgendwann hat man keine Lust mehr nur auf Theorie“, sagt der 35-Jährige. Also kommt es darauf an, den zu vermittelnden Stoff auch ohne Präsenzübung interessant und abwechslungsreich zu vermitteln. „Im vergangenen Jahr haben wir bereits eine Reihe von Web-Videos produziert. Da wurden Funkgeräte erläutert oder Fahrzeuge vorgestellt, etwa womit ein modernes Hilfeleistungslöschfahrzeug alles bestückt ist.“ Mit Quizfragen konnten die Jugendfeuerwehrleute ihr Wissen selbst prüfen. 13 solcher Filme, die mit einem Link auf YouTube abgerufen werden können, sind mittlerweile fertig – ein ordentlicher Vorrat.

Darüber hinaus hat die Jugendfeuerwehr nun einen eigenen, virtuellen Schulungsraum. „Für die Feuerwehr wurden zentral sechs Sets mit Webcam, Lautsprecher und Mikrofon beschafft, für jede Feuerwehreinheit und für die Jugendfeuerwehr“, berichtet Julian Jungheim. Damit kann nun per Videokonferenz Unterricht an ganz unterschiedlichen Orten gemacht werden. „Wir gehen beispielsweise mit dem Set in die Fahrzeughalle“, schildert Julian Jungheim.

Die Resonanz sei gut, rund 20 Jugendfeuerwehrleute seien bei den Videokonferenzen dabei. Am 26. April steht der nächste Unterricht im virtuellen Schulungsraum an: „Dann geht es um den Löschangriff“, sagt der Stadtjugendfeuerwehrwart. In späteren Einheiten wird etwa Heinz-Dieter Abels, Leiter der Wehr und stellvertretender Kreisbrandmeister, über seine Arbeit berichten. Außerdem wird den Zehn- bis 17-Jährigen auch die nagelneue Drehleiter, die die Stadt für 720.000 Euro gekauft hat, virtuell vorgestellt werden.

Bislang ist aus den Reihen der Jugendfeuerwehr, wie Jungheim erklärt, wegen der Pandemie noch niemand abgesprungen. Die Mitgliederzahl ist aus einem anderen Grund aber gesunken. Mehrere sind mit 18 Jahren in den Einsatzdienst in den fünf Feuerwehreinheiten gewechselt – Neuaufnahmen in die Jugendfeuerwehr solle es aber erst geben, „bis wir wieder mit dem praktischen Übungsbetrieb starten können“, erläutert der Stadtjugendfeuerwehrwart.