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Jüchen: Die Frauen- Union gestaltet Gedenkstunde für deportierte Juden

Gedenkstätte für Jüchener Juden : Gedenkstunde für deportierte und ermordete Juden

Zu einer besonderen Gedenkstunde lädt die Jüchener Frauen-Union für diesen Freitag in das sogenannte Riga-Wäldchen ein. Das Gehölz am Gehweg hinter dem Bürgerwald erinnert an die jüdischen Mitbürger, die genau vor 80 Jahren aus Jüchen deportiert, nach Riga gebracht und zum großen Teil von den Nazis ermordet worden sind.

Für jeden nach Riga Deportierten sind Bäume gepflanzt worden. Bei der Gedenkstunde am Freitag, an der auch Bundestagsabgeordneter Ansgar Heveling, Landtagsabgeordnete Heike Troles und Bürgermeister Harald Zillikens teilnehmen werden, verlesen die Frauen die Namen aller Deportierten und erinnern daran, wo genau sie in Jüchen gelebt haben und wo sie bis zur nationalsozialistischen Schreckensherrschaft geschätzte Bürger der Gemeinschaft waren.

Elisabeth Papeler-Schmitz von der Frauen-Union wird an die Entstehung der Gedenkstätte erinnern, die in Jüchen so gut wie in Vergessenheit geraten ist. Der Riga-Wald wurde auf Vorschlag des Arbeitskreises „9. November“ im Jahr 1998 angeregt, zu dem der damalige Gemeindedirektor Spelthahn, Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche, der jüdischen Gemeinde und des interreligiösen Gesprächskreises gehörten. 95, von Paten gespendete Bäume wurden gepflanzt.

Sandra Lohr, Vorsitzende der Frauen-Union, berichtet: „Die am 10. Dezember 1941 deportierten Juden waren in den kleinen Gemeinden mitunter die letzten Juden, die in der langen Tradition des Landjudentums am Niederrhein standen. Man hatte ihnen gesagt, sie würden in das Ostland umgesiedelt werden. Zielort des Transportes war aber das Ghetto von Riga. Insgesamt wurden 1007 Menschen aus 40 Städten und Gemeinden des linken Niederrheins und dem Bergischen Land vom Güterbahnhof Düsseldorf aus nach Riga deportiert.“ Unter den insgesamt 1007 Deportierten waren 41 Kinder unter sechs Jahren, wie Lohr im Stadtarchiv nachlesen konnte.

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An zwei Schicksale jüdischer Mitbürger wird FU-Vorstandsmitglied Raveena Babu erinnern: an Frieda Frenkel, die im Lager in Riga verstarb. Die gebürtige Jüchenerin war eine angesehene Geschäftsfrau. Erinnert wird auch an den Textil-Kaufmann Walther Falkenstein, der die Konzentrationslager überlebte und 1969 in Düren starb. Er war jedoch zuvor nach Hochneukirch, seinem Geburtsort, zurückgekehrt.

Gedenkstunde Freitag, 10. Dezember, 16.30 Uhr, Riga-Wäldchen; am Ende der Kettelerstraße rechts auf den Weg etwa zwei Minuten Fußweg bis zum Riga-Wäldchen.