Jüchen: Der Unfallbrennpunkt B59/K19 soll mit einem Kreisverkehr oder einer Ampelanlage entschärft werden

Jüchen : Kreisverkehr am Unfallschwerpunkt

Eine Ampelanlage oder ein Kreisverkehr sollen auf der gefährlichen Kreuzung B59/K19 (Schaan), wo es schon viele Unfälle mit Schwerverletzten gegeben hat, für mehr Sicherheit sorgen. Die Lösungsvarianten prüft nun Straßen.NRW.

Berüchtigt ist die Kreuzung auf der B59/K19 in Richtung Mönchengladbach, wo sich schon häufig Unfälle mit Schwerverletzten ereignet haben. Die Sicht in den Kreuzungsbereich hinein ist vor allem für Verkehrsteilnehmer aus Richtung Schaan extrem schlecht. Außerdem wird auf der B59 häufig sehr schnell gefahren. Nach dem jüngsten tragischen Unfall im Juni diesen Jahres gab es einen Ortstermin der Unfallkommission mit dem Ergebnis, dass Straßen.NRW nun prüft, einen Kreisverkehr zu bauen oder eine Ampelanlage zur Entschärfung dieses Unfallbrennpunktes zu errichten.

Bei dem Unfall am 21. Juni war eine 39-jährige Mönchengladbacherin in ihrem Pkw eingeklemmt worden. Die Feuerwehr Jüchen musste sie aus ihrem Auto, in dem auch ihr fünfjähriger Sohn saß, befreien. Das Kind wurde leicht, die Mutter aber schwer verletzt. Zu dem Unfall war es nach Darstellung der Polizei gekommen, weil ein 28-jähriger Kleinbusfahrer aus Jüchen der Mönchengladbacherin die Vorfahrt genommen hatte.

In Erinnerung geblieben ist ebenso der Verkehrsunfall Ende Januar 2017 mit vier Schwerverletzten. Dabei wurden eine Familie mit einem sechsjährigen Kind und ein 44-jähriger Jüchener auf der B59 schwer verletzt. Der 44-jährige Autofahrer hatte laut Polizei ein vor ihm fahrendes landwirtschaftliches Gespann zu spät bemerkt, war mit dem Anhänger kollidiert, so dass der Pkw in den Gegenverkehr geschleudert wurde und dort auf einen VW prallte. Der 44-Jährige wurde in seinem Auto eingeklemmt. Im VW saß ein Paar aus Jüchen mit einem sechsjährigen Kind. Alle Opfer mussten schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht werden.

Im Juli diesen Jahres hatte nun die Unfallkommission aus Straßenverkehrsamt, Polizei, Gemeinde und Straßen.NRW den Unfallbrennpunkt in Augenschein genommen. Als Sofortmaßnahme wurde beschlossen, den Bewuchs an der Einmündung B59/Schaan zunächst zurückzuschneiden, um die Sicht in den Kreuzungsbereich zu verbessern. Außerdem soll Straßen.NRW jetzt als Alternative einen Kreisverkehr oder eine Ampelanlage für die gefährliche Kreuzung prüfen.

Die Gemeinde Jüchen hat durch ihre Vertreter in der Unfallkommission darauf hingewiesen, dass bei dem Ortstermin trotz der Ferienzeit und außerhalb der Hauptverkehrszeit ein hohes Verkehrsaufkommen auch auf der K 19 festzustellen war. Und unter den Augen der Kommissionsmitglieder gab es eine brenzlige Situation bei einem Abbiegevorgang zu beobachten. Außerdem hat dort jetzt nach der Schließung der A61 und der Freigabe der A44n der Verkehr bereits um rund 2000 Fahrzeuge pro Tag zugenommen. Die Gemeinde Jüchen hat sich bereits dafür ausgesprochen,. einen Kreisverkehr zu favorisieren. Dem Rechts- und Sozialausschuss, der sich auch mit dem Unfallbrennpunkt B59/K19 beschäftigt, liegt zudem die aktuelle Unfallstatistik für ganz Jüchen vor. So hat es in diesem Jahr bisher 92 Verkehrsunfälle in Jüchen gegeben (99 im Vorjahreszeitraum), wobei sieben Menschen (Vorjahr: 15) schwer verletzt wurden. Tote waren im Straßenverkehr nicht zu beklagen. Unter den Verletzten war ein Kind, sechs Kinder waren es im Vorjahreszeitraum. Sechs (fünf in 2017) Radfahrer wurden im Straßenverkehr verletzt und drei Fußgänger im vergangenen Jahr.

Die häufigsten Unfallursachen waren Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtssetzen, gefolgt von Vorfahrtverstößen. Falsches Verhalten von Radfahrern oder zu dichtes Auffahren folgten in der Rangfolge der Unfallursachen, dann werden erst Überholfehler, zu hohe Geschwindigkeit, falsches Verhalten von Fußgängern, Alkohol und an letzter Stelle Drogen in der Polizeistatistik aufgeführt.

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