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Jüchen: Der Jugendtreff bestellt eigenen Garten.

Evangelische Kirchengemeinde Jüchen-Bedburdyck : Jugendtreff startet neues Gartenprojekt

Im Gemüsegarten des evangelischen Gemeindehauses Bedburdyck stand jetzt die erste große Ernte auf dem Plan. Das Projekt verfolgt natur- und religionspädagogische Ziele. Bei den Jugendlichen kommt‘s gut an, und es gibt weitere Pläne.  

Gemüse selbst anbauen – das ist ein neuer Trend nicht nur bei Erwachsenen. Auch Kinder und Jugendliche, denen oft nachgesagt wird, sie hätten längst den Bezug zum Grün verloren, kommen zusehends auf den Geschmack selbst angebauter Zucchini, Kohlrabi, Kartoffeln und Co. Das zeigt ein neues Gartenprojekt der evangelischen Kirchengemeinde Bedburdyck: Kinder und Jugendliche, die regelmäßig ins Gemeindehaus an der Gierather Straße 31 kommen, haben in einer groß angelegten Aktion im Garten „klar Schiff“ gemacht und eine alte Hecke zugunsten eines Gemüsebeets entfernt. Auf etlichen Quadratmetern wachsen dort nun unterschiedliche Gemüse- und Obstsorten.

Um den Nutzgarten kümmern sich die Kinder und Jugendlichen selbst; angeleitet werden sie von Jugendleiter Rene Bamberg. „Wir haben Ende vergangenen Jahres eine neue Küche für unser Gemeindehaus bekommen. In den Kinder- und Jugendtreffs kochen wir regelmäßig – und daraus ist die Idee entstanden, den Garten besser zu nutzen“, erzählt er. Gefördert werde das Projekt vom Landschaftsverband Rheinland, der das Projekt „Leckere Schöpfung“ aufgelegt hat.

Das mit der „leckeren Schöpfung“ trifft auch den Tenor des Projekts am Bedburdycker Gemeindehaus gut. Rene Bamberg: „Die Kinder und Jugendlichen sollen einen Bezug zur Natur bekommen. Außerdem verfolgen wir mit dem Projekt auch religionspädagogische Ziele. Wir wollen schöpfungsbewahrend arbeiten.“ Aus diesem Grund ist nicht nur der Anbau von Obst und Gemüse Teil des Projekts. „Wir haben auch eine Wildblumenwiese für Insekten und eine Hecke aus totem Holz für Igel angelegt. Außerdem planen wir ein Insektenhotel“, sagt Bamberg Die Hecke werde bereits von zwei Igeln bewohnt.

Bei den jungen Gärtnern kommt das Projekt gut an. „Vorher war im Garten alles zugewuchert. Jetzt sieht es deutlich einladender aus“, erzählt Justin Krönauer. In Bezug auf die Gemüseernte ist der 16-Jährige hochmotiviert: „Wir können selbst entscheiden, was wir anbauen. Und wir haben noch einige Pläne. Zum Beispiel wollen wir noch Hochbeete anlegen.“ Durch die Arbeit werde die Gemeinschaft gestärkt. „Es macht einfach Spaß – und wir sind stolz, jetzt das erste Gemüse ernten zu können.“ Das Projekt trägt im wahrsten Sinne des Wortes „Früchte“: Große Zucchini, Salatköpfe und andere Sorten konnten die Kinder und Jugendlichen für ihre Koch-Aktionen ernten. „Viel cooler, als aus dem Supermarkt“, sagt Krönauer.

Für das Gartenprojekt erhält die evangelische Gemeinde viel positives Feedback. „Gemeindemitglieder aus dem ganzen Ort und auch Nachbarn haben uns bei der Anlage des neuen Gartens unterstützt“, berichtet Bamberg. Die Angebote der Gemeinde würden gut angenommen, vor allem nach dem Konfirmationsunterricht würden viele weiterhin in die Treffs kommen.

Bei den Jugendlichen kommen regelmäßig etwa zehn, beim Treff für Kinder bis zwölf Jahren durchschnittlich 20 Besucher. Für sie heißt es jetzt: Bewässern, Unkraut zupfen, neue Pflanzen setzen. Allerdings bietet die Gemeinde, die sich mit ihren Angeboten an Kinder und Jugendliche aller Religionen richtet, mehr als nur den Garten: Die Jungen und Mädchen starten jetzt etwa gemeinsam in eine Ferienfreizeit nach Italien.