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Jüchen: Dem Glimmstengel eine Absage erteilt

Gesundheitsprävention an Schulen : Achte Klasse aus Jüchen erhält Kreativpreis bei Nichtraucher-Wettbewerb

Eine achte Klasse der Gesamtschule Jüchen erhielt beim Nichtraucherwettbewerb der AOK einen Preis für ihre Kreativität. Was sich die Schüler haben einfallen lassen und wie es um das Rauchen bei Jugendlichen heute bestellt ist.

Dass Rauchen der Gesundheit schadet, ist auf der Zigarettenpackung zu lesen. Dass Rauchen auch der Umwelt kräftig schaden kann, machen Laura Nicole Schindler und andere aus der Klasse 8b der Gesamtschule Jüchen deutlich. „Vier bis sechs Billionen Zigaretten im Meer“ ist auf einem von der Gruppe erstellten Plakat zu lesen. Die ganze Klasse hatte sich nicht nur am Nichtraucherwettbewerb der AOK Rheinland/Hamburg beteiligt, sondern ließ sich dafür auch noch eine Reihe von Videos und Plakaten zum Thema einfallen. Für die Kreativität gab es jetzt einen Preis von Regionaldirektorin Marion Schröder.

Die Grundvoraussetzung beim Wettbewerb, an dem sich 15 Klassen aus neun Schulen im Kreis beteiligten: Ein halbes Jahr lang mussten 90 Prozent der Klasse dem Glimmstängel komplett entsagen. „Bei uns waren es 100 Prozent“, erklärt Klassenlehrerin Katharina Koch. „Ich möchte den Schülern den Rücken stärken und ihnen vermitteln, dass Nichtrauchen cool ist“, sagt Koch.

Auf die Frage, wie viele in der Klasse schon einmal geraucht haben, gehen nur zwei Finger hoch. Erheblich mehr sind es bei der Frage, wer andere Schüler kenne, die rauchen. Und das fange manchmal schon der fünften Stufe an, hieß es. Wer in der Schule beim Rauchen erwischt wird, den erwartet, wie stellvertretender Schulleiter Elmar Welter berichtet, ein Beratungsgespräch in der sozialpädagogischen Abteilung, bei Wiederholung eine Information an die Eltern. „Insgesamt wird unter Schülern aber weniger geraucht als zu meiner Schulzeit“, sagt er.

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Das belegen Statistiken: Laut Bundesgesundheitsministerium ist der Anteil der rauchenden Zwölf- bis 17-Jährigen von 27,5 Prozent im Jahr 2001 auf 6,6 Prozent 2018 gesunken – um drei Viertel. Der Anteil der Raucher unter den 18- bis 25-Jährigen hat sich fast halbiert.

Marion Schröder führt dies unter anderem auf die Aufklärungskampagnen zurück. Dennoch: Nachlassen gilt nicht. Tabakrauch sei neben der Luftverschmutzung Risikofaktor Nummer eins bei der chronischen Erkrankung COPD, die zu einer Verengung der Atemwege führt, sagt Schröder. Acht Prozent der Über-40-Jährigen im Kreisgebiet würden an dieser Erkrankung leiden.

Die AOK setzt weiter auf Prävention, wie beim Nichtraucher-wettbewerb. Den fand Naturwissenschaften-Lehrerin Koch während der Lockdowns ideal für die Einbindung in den Unterricht. „Die Schüler konnten kreativ werden, bei dem wichtigen Thema über den Tellerrand hinaus blicken.“ Und dabei stand das Thema Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Anna Küsters und Gina Meurer (beide 14) etwa präsentierten ein Plakat mit einer zur Hälfte grau verschleierten Weltkugel. So werde die Erde in 100 Jahren aussehen, wenn Luftverunreinigung samt Rauchen weiter anhalte. Die andere Erdhälfte zeigt eine rauchfreie grüne Landschaft. Jan Wandrei (15) befasst sich auf seinem Plakat mit der Regeneration des Körpers, wenn man mit dem Rauchen aufhört.

Und was macht die Klasse 8b nun mit den 350 Euro Preisgeld? „Damit werden wir einen schönen Ausflug unternehmen. Die Klassenfahrt in de siebten Klasse ist Corona zum Opfer gefallen, die Schüler haben sich etwas Schönes verdient“, sagt Katharina Koch.