Sanierung im Nikolauskloster schreitet voran Deckengemälde im Petrussaal wird restauriert

Jüchen-Damm · Nach den maroden Dächern, der Kinderkirche und dem Gedenkpavillon soll auch das Deckengemälde im Petrussaal restauriert werden. Gutachterinnen fordern den Erhalt, Spender werden gesucht. Aus Sicherheitsgründen bleibt die Decke bis zum Beginn der Arbeiten mit einem Netz geschützt.

 Die mit einem Netz gesicherte Decke im Petrussaal des Nikolausklosters.

Die mit einem Netz gesicherte Decke im Petrussaal des Nikolausklosters.

Foto: Gundhild Tillmanns

Spenden für die dringende Sanierung und Restaurierung des Nikolausklosters sind vonnöten. Das Kloster erhält bekanntlich keine Mittel aus Kirchensteuern. Nicht nur die maroden Dächer bereiten dem Förderverein und Klosterchef Pater Andeas Petith Sorgen angesichts galoppierender Baukosten. Alleine für eines der Dächer, das jetzt saniert werden soll, sind die Kosten von zunächst veranschlagten 95.000 auf 127.000 Euro gestiegen. Sorgenkinder neben den Dächern sind zudem noch die Kinderkirche, der Gedenkpavillon im Park und die Decke mit dem Gemälde im Petrussaal. Die Decke musste jetzt sogar mit einem Netz abgesichert werden, damit keine Teile auf Klosterbewohner und -besucher herunterfallen.

Auch ein Monitoring-Apparat wurde an der Decke installiert, um mögliche Veränderungen wie etwa eine Ausweitung der Risse feststellen zu können. Die großen Fragen lauten jetzt: Muss oder kann das Gemälde restauriert, muss die gesamte Decke von Grund auf saniert werden? Und was wird dies kosten? Antworten auf diese Fragen erwarteten Pater Andreas und Gerd Odenkirchen, der Vorsitzende des Fördervereins Nikolauskloster, jetzt bei einer Begutachtung durch eine Denkmalschutzexpertin und eine Restauratorin des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR).

Ihr Ergebnis: „Das Deckengemälde ist erhaltenswert und sollte restauriert werden“, fasst Odenkirchen zusammen. Die Restauratorin Verena Wetter und die Denkmalschutzexpertin Karin Keller haben vier Varianten für den Erhalt und die Restaurierung vorgeschlagen, wie Odenkirchen weiter berichtet. Vom reinen Erhalt des Ist-Zustandes bis zu einer vollständigen Sanierung und Restaurierung reichten die Varianten, für die nun beim LVR ein Kostenrahmen veranschlagt werden soll. Denkbar wäre eine komplette Wiederherstellung des Gemäldes und der herausgebrochenen Teile. Es könnten aber auch nur Teile restauriert oder retuschiert werden.

Die gute Nachricht: Das Monitoring habe keine weiteren Risse in der Decke ergeben. Auch der Statiker gehe davon aus, dass einer weiteren Nutzung des Petrussaales und vor allem auch des Wohnbereichs darüber nichts im Wege stehe: „Wir lassen aber das Netz noch so lange über der Decke, bis die Arbeiten anfangen können. So kann auch der Petrussaal bis dahin noch genutzt werden“, betont Odenkirchen. Denn dieser Raum wird unter anderem auch gerne für Trauungen oder Gruppenrunden gemietet.

Nach der Kostenermittlung werde die Ausschreibung ablaufen, wobei allerdings die Restauratorin des LVR auch mit in den Wettbewerb aufgenommen werde, kündigt der Vorsitzende des Fördervereins an.

Die Denkmalschutzexpertinnen Nadja Fröhlich und Kerstin Walter vom LVR hatten auch die Decke im Petrussaal begutachtet und in ihrem umfangreichen Werk über die gesamte Klosteranlage behandelt. Sie schreiben dort: „Besondere Erwähnung gebührt dem Petrussaal, der sich im Erdgeschoss des Westflügels befindet. Der rechteckige Saal ist mit kassettierten Holzlambries ausgestattet. Eine profilierte, mit Girlandenmotiven bemalte Hohlkehle leitet zum barocken Deckengemälde über. Dargestellt ist eine Frau in blauem Mantel, die über einer Erdkugel schwebt und in ihrer linken Hand eine Kerze mit Strahlenkranz hält. Sie ist umgeben von Engeln und Putten. Neben ihr ist der Heilige Petrus mit Schlüsselbund dargestellt. Architekturelemente rahmen die Darstellung ein." Allerdings monierten sie auch bereits den schlechten Zustand der Decke und des Gemäldes.

Als Nächstes müssten nun neue Spender gefunden und Anträge für Fördermittel gestellt werden, heißt es aus dem Nikolauskloster. Hilfe erwarten Klosterleitung und Förderverein dabei auch von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der deshalb zu einem Informationsbesuch in die denkmalgeschützte Klosteranlage nach Jüchen-Damm eingeladen wurde. Odenkirchen sagt: „Wir brauchen Fürsprecher und Menschen, die uns die Türen öffnen, um an Fördergelder zu gelangen.“